Drei Menschen wurden verletzt

Mutmaßlicher Angreifer von Ravensburg kommt in Psychiatrie

Samstag, 29. September 2018 | 18:11 Uhr

Nach der Messerattacke in der Ravensburger Innenstadt kommt der mutmaßliche Täter in eine psychiatrische Einrichtung. Anstelle eines Haftbefehls wurde ein sogenannter Unterbringungsbefehl erlassen. Die Polizei teilte am Samstag mit, der afghanische Asylbewerber leide nach der Einschätzung eines Gutachters an einer tiefgreifenden psychiatrischen Erkrankung.

Er sei deshalb bereits mehrfach in stationärer Therapie gewesen. Die Schuldfähigkeit des Mannes sei nach dem vorläufigen Sachverständigen-Gutachten bei der Tat ausgeschlossen oder zumindest erheblich vermindert gewesen. Zudem ist der Beschuldigte nach aktuellen Erkenntnissen 21 Jahre alt, wie die Polizei weiter mitteilte. Zuvor hatte sie das Alter mit 19 angegeben.

Dem Mann wird versuchter Mord und gefährliche Körperverletzung vorgeworfen. Nach Angaben der Staatsanwaltschaft Ravensburg und des Polizeipräsidiums Konstanz stach der Asylwerber zunächst auf zwei Männer an einer Bushaltestelle ein und griff dann 50 Meter weiter einen weiteren Mann an.

Der Oberbürgermeister der deutschen Stadt, der zufällig mit zwei Mitarbeitern auf den Angreifer traf, forderte den 19-Jährigen demnach auf, das Messer fallen zu lassen, was der Mann auch tat. Unmittelbar danach wurde er von der Polizei festgenommen.

Bei den Opfern handelt es sich um zwei Asylwerber aus Syrien im Alter von 19 und 20 Jahren sowie um einen 52-jährigen Deutschen. Ein Opfer erlitt lebensgefährliche Verletzungen. Es befinde sich mittlerweile außer Lebensgefahr, teilte die Polizei per Twitter Samstagmittag mit.

Der baden-württembergische Integrationsminister Manne Lucha (Grüne) hat die Bürger nach der Messerattacke zum Zusammenhalt aufgerufen. “Wir lassen uns nicht von Menschen auseinanderdividieren, die diese furchtbare Tat nun für politische Zwecke missbrauchen und Hass und Häme über all jene ausschütten, die für Zusammenhalt in dieser Stadt standen und stehen”, sagte Lucha.

“Es ist selbstverständlich, dass der Täter mit allen in einem Rechtsstaat zur Verfügung stehenden Mitteln zur Rechenschaft gezogen werden wird. Gleichzeitig werden wir gerade jetzt nicht nachlassen, unsere Integrationsbemühungen in dieser Stadt und darüber hinaus fortzusetzen,” machte Lucha deutlich.

Von: APA/ag.