Befragt werden auch Verwandte, um das Umfeld auszuleuchten

Nach Doppelmord in St. Stefan keine Hinweise auf Planung

Montag, 26. Februar 2018 | 11:40 Uhr

Nach wie vor keine genauen Hinweise hat es am Montag über das Motiv für die Bluttat in St. Stefan im Rosental gegeben. Ein 51-Jähriger hatte am Samstag seine Schwester und seinen Bruder mit einem Küchenbeil getötet, die Mutter schwer verletzt und sich selbst erhängt. “Es gibt keine Hinweise auf eine Planung”, entkräftete Polizeisprecher Fritz Grundnig auf APA-Anfrage dahin gehende Gerüchte.

Auch zwei Tage nach der Tat im Ortsteil Dollrath von St. Stefan im Rosental (Bezirk Südoststeiermark) gab es keine konkreten Hinweise auf ein Motiv. Warum der 51-jährige, der mehrfach in psychiatrischer Behandlung war, derart ausgerastet ist, dass er mit einem Küchenbeil auf seine Geschwister und die Mutter losging, kann nur vermutet werden. Laut Polizei gab es mehrfach massive Streitereien innerhalb der Familie, zuletzt offenbar wegen der Überschreibung des Anwesens.

Da die 75-Jährige aber nach wie vor “in kritischem Zustand” ist, kann sie vermutlich erst in einigen Tagen befragt werden und möglicherweise Licht in die Angelegenheit bringen. “Wir haben nur diese eine Zeugin”, bemerkte Grundnig, “und so lange wir sie nicht befragen können, kann man nichts Konkretes sagen.”

Befragt werden auch Verwandte, um das Umfeld auszuleuchten. Unter ihnen ist der Neffe des Täters, der die Tat entdeckt und die Polizei alarmiert hat. Die Beamten fanden den Bruder des Täters (52) vor dem Haus liegend, er war schwer verletzt und starb auf dem Weg ins Krankenhaus. Die Schwester (56) und die Mutter befanden sich in dem Gebäude. Die jüngere Frau war bereits tot, die ältere wurde nach Graz ins LKH gebracht und notoperiert.

Der Lebensgefährte der 75-Jährigen, der sich derzeit auf Kur befindet, besitzt mehrere Jagdwaffen, die er ordnungsgemäß in einem versperrten Kasten aufbewahrt, zu dem der 51-Jährige keinen Zugang hatte. Da aber zunächst nicht klar war, ob sich der Täter nicht doch am Waffenschrank bedient hatte, ging die Polizei mit äußerster Vorsicht vor und betrat das Gebäude erst nach Sicherung durch die Cobra. Die Obduktionen der Geschwister sollten am Montag stattfinden und Aufschluss über die Anzahl und Art der Verletzungen geben.

Von: apa