Aufräumarbeiten haben begonnen

Nach Unwetter – Lage in Österreich beruhigt sich langsam

Montag, 07. August 2017 | 16:31 Uhr

Die Wettersituation hat sich am Montag nach den starken Unwettern und den Murenabgängen in der Steiermark, in Salzburg, Kärnten und Tirol wieder langsam entspannt. Die Aufräumarbeiten liefen auf Hochtouren, es regnete nicht mehr und soll in den kommenden Tagen trocken bleiben. 160 Soldaten des Bundesheeres standen in der Steiermark und Salzburg im Assistenzeinsatz.

Bis Mitternacht hatten sich die Regenschauer aus der Obersteiermark in Richtung Osten und Süden verzogen, was den Bewohnern vor allem in Öblarn, Oberwölz, Kobenz und den anderen stark von den Unwettern betroffenen Gemeinden eine etwas ruhigere Nacht als die beiden davor bescherte. Dennoch mussten wegen des neuerlichen Regens noch am Sonntag die Gemeinden Schöder und St. Peter am Kammersberg (beide Bezirk Murau) zusätzlich zu Katastrophengebieten erklärt werden.

Im Raum Öblarn beseitigten Soldaten des Bundesheeres ab Montag die durch die Unwetter entstandenen Verklausungen, stützten Hänge und bauten Behelfsbrücken. Zusätzlich standen zwei Hubschrauber vom Typ Alouette III zur Evakuierung von Personen aus abgeschnittenen Gebieten zur Verfügung, hieß es vom Bundesheer. Schon seit dem 6. August ist das Bundesheer mit rund 35 Soldaten des Baupionier- und Katastropheneinsatzzuges des Militärkommandos Steiermark gemeinsam mit der Feuerwehr im Raum Donnersbachwald im Assistenzeinsatz.

Bundeskanzler Christian Kern (SPÖ) hat am Montag wegen der Unwetter in der Obersteiermark einen Besuch bei den Stadtwerken in Kapfenberg abgesagt und sich nach Oberwölz begeben, wo die Schäden besonders schwer waren. Kern wohnte einer Sitzung der Einsatzleitung am frühen Nachmittag bei und machte sich ein Bild von den Aufräumarbeiten. Der Kanzler versprach rasche und unbürokratische Hilfe. Außenminister Sebastian Kurz hat am Montag mit Landeshauptmann Hermann Schützenhöfer (beide ÖVP) ebenfalls Oberwölz besucht und anschließend in Graz finanzielle Soforthilfe zugesichert.

Auch in den Salzburger Gebirgsgauen hat sich am Montag die Lage nach Aufhören der Regenfälle etwas entspannt. Nachdem die Feuerwehren die ganze Nacht durchgearbeitet haben, ist die Großarler Landesstraße (L109) im Pongau wieder befahrbar. Noch gesperrt war laut Polizei die Katschbergstraße B99 zwischen Untertauern und Obertauern. Die Großarler Landesstraße von St. Johann nach Großarl ist wieder einspurig befahrbar. Die Gasteiner Straße bei Dorfgastein, die von einem Murenabgang betroffen war, ist ebenfalls befahrbar. Die Katschbergstraße hingegen konnte noch nicht von den Geröllmassen und Schlamm befreit werden, rund 1.500 Kubikmeter haben die Fahrbahn bis zu drei Meter hoch verschüttet. Der Hochwasseralarm für die Salzach in Mittersill im Pinzgau konnte wieder aufgehoben werden.

Im Großarltal im Salzburger Pongau werden die Einsatzkräfte bei der Beseitigung der Unwetterschäden nach den sintflutartigen Regenfällen seit Montagmittag von 35 Soldaten der Krobatin-Kaserne unterstützt. Die Bezirkshauptmannschaft St. Johann im Pongau hatte den Assistenzeinsatz des Bundesheeres angefordert, der vermutlich bis zum Wochenende dauern wird.

Rund 800 Haushalte in Kärnten waren am Montagvormittag noch von der Stromversorgung abgeschnitten. Nach Angaben des Stromversorgers Kelag hoffte man, im Lauf des Tages sämtliche Schäden beseitigen zu können. In der Nacht auf Montag rückten mehr als hundert Kärntner Feuerwehren an die 300 Mal aus, um Überflutungen zu bekämpfen, Keller auszupumpen und Straßen freizubekommen.

Ein deutscher Wanderer, der am Sonntag in Ginzling im Zillertal (Bezirk Schwaz) in Tirol in den Floitenbach gestürzt war und vermisst wurde, wurde am Montag tot aufgefunden. Die Leiche des Mannes wurde am Vormittag entdeckt und mit dem Polizeihubschrauber geborgen. Der 57-Jährige, der am Sonntag gemeinsam mit einem Begleiter von der Berliner Hütte abgestiegen war, wollte gegen 15.15 Uhr den hochwasserführenden Floitenbach im Floitental mithilfe eines über den Bach gespannten Drahtseils überqueren, als es zu dem Unglück kam. Nachdem der Mann in den Bach gestürzt war, wurde er sofort abgetrieben.

Die Aufräumarbeiten in weiten Teilen Tirols waren am Montag abgeschlossen. Die Tuxer Landesstraße (L6), die Gerlos Straße (B165) und die Schmirner Landesstraße (L229) waren wieder frei befahrbar. In Osttirol, wo Muren auf die Felbertauernstraße und in Kals abgegangen waren, lief die Schadensbegutachtung noch. Derzeit sei das hinterste Kalsertal noch nicht erreichbar, sagte Harald Haider, der Leiter des Baubezirksamts Lienz, am Montagnachmittag.

Von: apa

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