Zuständig sind die nationalen Datenschutzbehörden

Namen an Klingeln und Postkästen dürfen laut EU bleiben

Donnerstag, 18. Oktober 2018 | 15:29 Uhr

Die EU-Kommission hat Medienberichte dementiert, wonach die EU-Datenschutzverordnung Namensschilder an Klingeln und Postkästen verbietet. Ein Sprecher der EU-Behörde erklärte am Donnerstag in Brüssel, die EU-Verordnung reguliere diesen Bereich nicht. Sie erfordere auch nicht, dass Namen von Klingeln und Postkästen entfernt würden. Anderslautende Behauptungen seien “einfach falsch”.

Zuständig für die Auslegung der Datenschutzverordnung seien die nationalen Datenschutzbehörden. In Wien war die Debatte durch die Beschwerde eines Gemeindebaumieters über seinen Namen an der Gegensprechanlage entstanden. “Wiener Wohnen” kündigte deshalb vergangene Woche an, bis Jahresende die Namensschilder bei allen rund 2.000 Gemeindebauten durch neutrale Bezeichnungen mit Top-Nummern zu ersetzen. Die für Datenschutz zuständige Magistratsabteilung 63 gelangte nämlich zur Erkenntnis, dass die Verbindung von Nachname und Türnummer gegen die DSGVO (Datenschutzgrundverordnung) verstoße.

“Wiener Wohnen” setzt trotz Entwarnung der EU-Kommission den Austausch der Namensschilder durch Top-Nummern auf den Klingelbrettern der Gemeindebauten fort. “Es stimmt, es ist nicht explizit verboten, aber wir brauchen trotzdem die Zustimmung der Mieter, dass wir die Daten verarbeiten dürfen, und die haben wir nicht”, begründete ein Sprecher das Vorgehen am Donnerstag auf APA-Anfrage.

Diese Pflicht der Geheimhaltung betrifft nach der Überzeugung österreichische Datenschützer auch private Vermieter und Genossenschaften. Die ARGE Daten wies darauf hin, dass Verbot der Kenntlichmachung ohnehin schon seit 1980 bestehe. Seit Mai 2018 seien jedoch die Sanktionsmöglichkeiten verschärft.

Von: apa

Kommentare

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11 Kommentare auf "Namen an Klingeln und Postkästen dürfen laut EU bleiben"


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nuisnix
nuisnix
Tratscher
28 Tage 8 h

In Zukunft werd man schun in Pforrer ban Tafn a nimer in Nomen sogn derfn… olls Privacy…
Obr wer de Idiotn sein, de mi olle Tog unriafn, und wia de zu meiner Telefonnummer kemen sein, sel frog koaner…?

OrB
OrB
Universalgelehrter
28 Tage 8 h

Wenn die Leute spinnen, nor geben sie ein Zeichen

er-wine
er-wine
Neuling
28 Tage 8 h

viele Probleme sein oanfoch lei selber gmocht. a bissl hirn brauchets holt.

Caligula
Caligula
Grünschnabel
28 Tage 5 h

Mann kanns wirklich übertreiben mit der Privacy! Etwas für Bürokraten halt…

Dolomiticus
Dolomiticus
Tratscher
28 Tage 4 h

Ob mein Name auf meiner Klingel steht oder nicht, bestimme ich und sonst niemand – auch nicht die EU!

Septimus
Septimus
Superredner
28 Tage 4 h

Ma che…Privacy…grod iaz wo i de Zeiln schreib,woas “Big Brother” wo i bin,wer i bin,wos i tua….und welche Unterhosn i heit gekaft/un hon….

Staenkerer
28 Tage 6 h

papiere verschmeißn und mit a targa am orsch und an chip im ohr ersetzn …. nor werds woll passn!

nok
nok
Tratscher
28 Tage 3 h

Der Briefträger hätte sich gefreut…😋😁

forzafcs
forzafcs
Superredner
27 Tage 17 h

Des sein wirklich wichtige Dinge mit dei sich die EU so beschäftigt…

kleinerMann
kleinerMann
Superredner
27 Tage 16 h

Nicht mehr lange und auch Ziffern und Buchstaben werden verboten sein – man könnte erahnen wer sich dahinter verbirgt. Somit werden wir in Zukunft die Binärzahlen lernen müssen 🙂  . . schon traurig wo das alles hinführt

Grünschnabel
27 Tage 18 h

Wenn das umgesetzt würde, bekäme ich ja keine Wahlwerbung von der svp mehr 😇

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