Vermeintlicher Polizist am Telefon

“Neffentrick” klappte wieder: Frau gab Unbekanntem Geld

Mittwoch, 03. Oktober 2018 | 10:55 Uhr

In Graz haben am Dienstag Unbekannte wieder mit einer “Neffentrick”-Variante Erfolg gehabt: Eine Frau (59) glaubte einem “Polizisten” am Telefon, dass sie eine Kaution zahlen müsse, weil sonst ihre in einem Verkehrsunfall verwickelte Tochter verhaftet werde. Sie behob mehrere tausend Euro bei ihrer Bank und übergab diese an einen “Gutachter”, teilte die Landespolizeidirektion am Mittwoch mit.

In Graz ist es in den vergangenen drei Wochen zu dutzendfachen telefonischen Betrugsversuchen gekommen. In mindestens drei Fällen hatten die unbekannten Täter Erfolg. Einmal ergaunerten sie nach dem tödlichen Zugsunglück in Graz Mitte September eine Goldmünzensammlung. Ein weiteres Mal machten sie sich am vergangenen Wochenende mit einigen tausend Euro aus dem Staub, als sie einer 80-Jährigen die mögliche Verhaftung ihrer Tochter vorgaukelten.

Im jüngsten Fall hatte ein Mann am Dienstag gegen 11.00 Uhr bei der 59-Jährigen am Festnetz angerufen und sich als Kriminalbeamter ausgegeben. Er behauptete, dass die Tochter der 59-Jährigen in einen Verkehrsunfall verwickelt und eine Kaution zu leisten sei, ansonsten werde die Tochter verhaftet. Der Täter ließ sich eine Mobiltelefonnummer der Frau geben und rief kurze Zeit später unter dieser zurück. Die 59-Jährige begab sich zu ihrer Bank und behob mehrere tausend Euro. Danach kam es auf offener Straße vor dem Haus der Frau zur Geldübergabe an einen “Gutachter”, der sich als “Herr Schwarz” vorstellte. Während des gesamten Verlaufs des Betrugs blieb die Verbindung am Mobiltelefon aufrecht. “Herr Schwarz” ist laut Beschreibung rund 1,70 Meter groß, etwa 40 Jahre alt und von stärkerer Statur. Er trug u.a. eine Sonnenbrille und eine hell-beige Jacke.

Die Vorgangsweise beim “Neffentrick” ist in allen Fällen ähnlich, wie die Polizei warnte. Eine Person ruft am Festnetz vorwiegend Personen an, deren Vorname auf ein höheres Alter schließen lässt, und gibt sich in perfektem, akzentlosem Deutsch als Kriminal- oder Polizeibeamter aus. In dem Gespräch wird behauptet, dass ein Angehöriger (meist Sohn oder Tochter) einen Verkehrsunfall verursacht habe und aus irgendeinem Grund eine Kaution zu entrichten sei. Meist sind im Hintergrund weinende Personen, oft auch schreiende Kinder, zu hören. Neu ist, dass sich der Täter eine Mobiltelefonnummer geben lassen und so das Gespräch und den Druck auf das Opfer selbst auf dem Weg zur Bank und sogar in dieser bis zur Übergabe des Bargelds aufrechterhalten.

Von: apa

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1 Kommentar auf "“Neffentrick” klappte wieder: Frau gab Unbekanntem Geld"


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6079_Smith_W
6079_Smith_W
Universalgelehrter
13 Tage 2 h

Schaut Euch die Spiegel Tv Reportagen zum Thema “Enkeltrick” an. Zum Angst kriegen!

Und selbst wenn die Gauner verhaftet werden kriegen die ein paar Jahre Knast was in keinem Verhältnis zum Schaden steht den sie angerichtet haben.

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