Haus in der Stadt Hualien neigt sich nach Erdbeben gefährlich

Neues Erdbeben der Stärke 5,6 vor Taiwans Ostküste

Mittwoch, 07. Februar 2018 | 17:29 Uhr

Vor Taiwan hat sich nach dem schweren Erdbeben mit mindestens sechs Toten erneut ein starkes Beben ereignet. Das Helmholtz-Zentrum in Potsdam gab die Stärke nahe der schon vom ersten Beben stark getroffenen Stadt Hualien am Mittwoch mit 5,6 an, die US-Erdbebenwarte mit 5,7. Über weitere Schäden oder Opfer war zunächst nichts bekannt.

Den Angaben zufolge ereignete sich das Beben in einer Tiefe von zehn Kilometern. Nach dem Beben vom späten Dienstagabend (Ortszeit), das Taiwans Wetterbehörde zufolge eine Stärke von 6,0 gehabt hatte, hatte es bereits eine ganze Reihe von Nachbeben gegeben.

Die Rettungsarbeiten dauerten in Hualien an. Mindestens 67 Menschen galten noch als vermisst, viele von ihnen wurden in einem nach dem Beben schrägstehenden Hochhaus namens “Yunmen Cuiti Building” vermutet. 258 Menschen waren den Behörden zufolge verletzt worden.

Mindestens vier große Gebäude in Hualien stürzten teilweise oder komplett ein. Eine 60-jährige Frau starb im eingestürzten Erdgeschoss des “Marshal Hotel”, wo Retter am Mittwoch daran arbeiteten, zu zwei weiteren Verschütteten vorzudringen. Drei Menschen starben in den Trümmern von Wohnhäusern.

“Als das Beben einsetzte, hat alles gewackelt. Ich hatte das Gefühl, dass ich jeden Moment von Trümmern getroffen werde”, sagte eine Lehrerin namens Yeh dem lokalen Fernsehsender. “Ich war geschockt, wie lange das Beben dauerte” sagte Ching-ting Huang, eine andere Frau aus Hualien. Eine Frau aus Südkorea bedankte sich überschwänglich, nachdem Retter sie nach zehn Stunden mit nur leichten Verletzungen aus Trümmern zogen.

Das zwölfstöckige “Yunmen Cuiti Building” neigte sich gefährlich zur Seite, weil die untersten Etagen eingestürzt sind. Rettungskräfte versuchten, das Haus mit Stahlträgern zu stützen. Laut den Rettern ist unklar, wie viele der im Gebäude registrierten Personen zum Unglückszeitpunkt tatsächlich da waren, und wie viele es nach draußen geschafft haben. Auch ein weiteres Hotel drohte einzustürzen.

Die Rettungsarbeiten waren am Mittwoch im vollen Gang. Auf Twitter verbreitete Fotos zeigten aufgerissene Straßen und zahlreiche beschädigte Gebäude. Über 40.000 Haushalte waren zeitweise ohne Strom oder Wasser. Brücken und Autobahnen wurden geschlossen, um sie auf Schäden zu prüfen. Taiwans Präsidentin Tsai Ing-wen reiste in die Unglücksregion, um die Rettungsarbeiten zu inspizieren.

Das Beben hatte nach Angaben der US-Erdbebenwarte USGS eine Stärke von 6,4 und ereignete sich nach Ortszeit am Dienstag kurz vor Mitternacht (MEZ 16.50 Uhr). Bei einem Erdstoß mit ähnlicher Stärke vor zwei Jahren waren in Taiwan mehr als 100 Menschen ums Leben gekommen. Mehrere Hochhäuser waren eingestürzt. Die Behörden machten Pfusch am Bau und nicht eingehaltene Vorschriften zum Erdbebenschutz mitverantwortlich.

In der Nähe von Taiwan treffen zwei tektonische Platten aufeinander, auf der Insel bebt immer wieder die Erde. Ein Beben der Stärke 7,3 erschütterte Taiwan im September 1999. Damals starben dort mehr als 2.400 Menschen.

Von: APA/dpa

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