Der Prozessbeginn verzögerte sich etwas

New Yorker Prozess gegen Drogenboss “El Chapo” gestartet

Dienstag, 13. November 2018 | 22:45 Uhr

Unter strengsten Sicherheitsvorkehrungen ist am Dienstag in New York der Prozess gegen den mexikanischen Drogenboss Joaquin “El Chapo” Guzman gestartet. Zum Auftakt verzögerten sich jedoch die Eröffnungsplädoyers von Staatsanwaltschaft und Verteidigung, weil ein Mitglied der Jury ausgetauscht werden musste, wie US-Medien berichteten.

Wie die “New York Post” berichtete, präsentierte eine “ängstliche und aufgewühlte” Geschworene ein Attest, demzufolge sie nicht an dem Prozess teilnehmen könne. Der New Yorker Richter Brian Cogan verbrachte somit den Rest des Vormittags damit, mögliche Ersatzkandidaten zu interviewen. Das Verfahren ist auf vier Monate angesetzt.

Bei strömendem Regen hatten sich schon am frühen Morgen Dutzende Journalisten und Schaulustige vor dem Gericht angestellt, um einen Platz im Prozesssaal zu bekommen. Die US-Justiz wirft dem wegen seiner Körpergröße von etwas mehr als 1,60 Meter “El Chapo” (Der Kurze) genannten Guzman unter anderem Drogenhandel, Geldwäsche und das Führen einer kriminellen Organisation – des mexikanischen Drogenkartells Sinaloa – vor. Er soll tonnenweise Kokain und Heroin in die USA geschmuggelt und damit Milliarden verdient haben. Zudem soll er für bis zu 3.000 Morde verantwortlich sein.

Die zwölf Geschworenen in “El Chapos” Prozess waren am Mittwoch nach tagelangen Beratungen bestimmt worden. Mehrere Kandidaten wurden vom Jury-Dienst entlassen, weil sie um ihr Leben fürchteten. Ein Kandidat erlitt eine Panikattacke. Die Namen aller Geschworenen werden unter scharfen Sicherheitsmaßnahmen anonym gehalten. Sie werden teilweise von der Außenwelt isoliert und jeden Verhandlungstag von bewaffneten Bundespolizisten zum Gericht begleitet.

Bis zu einem Urteil kann es nach Einschätzung von Richter Brian Cogan noch mehrere Monate dauern. Bei einer Verurteilung droht Guzman eine lebenslange Haftstrafe. Die Todesstrafe ist nach einer Einigung zwischen Mexiko und den USA ausgeschlossen.

Von: APA/dpa

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