In Bozen macht es der Sommer schwieriger

Not am Mann in der Notaufnahme

Montag, 04. Juli 2022 | 10:09 Uhr

Bozen – Die Beschwerden über lange Wartezeiten in der Notaufnahme am Bozner Krankenhaus reißen nicht ab. Wegen der Gefahr einer Ansteckung mit Corona müssen Angehörige draußen bleiben. Im Gegenzug ernten die Angestellten aber auch Lob: Weil es an Gesundheitspersonal fehlt, bewältigen Ärzte und Krankenpfleger eine beeindruckende Menge an Arbeit.

Wie Primar Mario La Guardia erklärt, war die Situation bereits vor Beginn des Sommers kritisch. Nun hat sie sich verschlechtert. Vorgesehen sind laut Stellenplan 25 Spezialisten, doch derzeit gibt es nur 18. Im Schnitt suchen 250 Patienten die Notaufnahme auf, an Spitzentagen sind es sogar 290.

„Gleichzeitig sind Angestellte im Urlaub. Dazu kommen Schwächeattacken und Unfälle von Touristen und wegen Corona ist die Notaufnahme immer noch in Triage-Dienst und effektiver Erste Hilfe aufgeteilt“, betont La Guardia laut einem Bericht der italienischen Tageszeitung Alto Adige.

Das Problem gebe es nicht nur in Bozen, sondern im ganzen Staatsgebiet. An manchen Orten komme es sogar zu Schließungen. „Wir halten immer noch durch, doch es ist nicht einfach“, sagt La Guardia.

Der Druck, dem Notaufnahmen in Italien ausgesetzt sind, ist enorm: Ärzte und Pfleger haben keine Möglichkeiten, die notwendigen Ruhepausen einzulegen, die Turnusdienste zehren an den Kräften. Außerdem schwebt über dem Personal wie ein Damoklesschwert ständig die Gefahr von Prozessen, falls etwas schiefläuft oder ein Patient einen Fehler vermutet. Die Verantwortung ist ebenso groß wie die Belastung.

In ganz Italien fehlen die Fachkräfte. Auch die Unterscheidung zwischen dringenden und nicht dringenden Fällen hilft nur bedingt. Laut Sanitätsbetrieb ist ein Umdenken nötig: Zu viele Menschen rennen immer noch in die Notaufnahme wegen Kleinigkeiten.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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29 Kommentare auf "Not am Mann in der Notaufnahme"


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Faktenchecker
1 Monat 13 Tage

So lange die Südtiroler die Corona-Regeln nicht einhalten wird es noch schwieriger werden.

kloando
kloando
Grünschnabel
1 Monat 13 Tage

Genau Fachkräftemangel am A****. Ich bin Fackraft habe in einem EU Land die Ausbildung gemacht und was sagt Italien nö weil die Ausbildung nicht gleich war wie in Italien ist die Anerkennung so schwierig dass es für mich einfacher ist wieder ins Ausland zu gehen wie hier zubleiben.

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 13 Tage

Erging meiner Ex Lebensgefährtin hier in Italien auch so. Heilerzieherin, 7 Jahre in Deutschland gelernt, in Deutschlands grösstem Heim fix gearbeitet und hier durfte sie nicht mal in die Alten Pflege, es war absoluter Notstand .. und war dermassen überqualifiziert..! Es ist grausam.!

Teldra 12
Grünschnabel
1 Monat 13 Tage

Das ist eine ehr kluge Entscheidung

Faktenchecker
1 Monat 13 Tage

Deine private Heilerzieherin.

Sag mal
Sag mal
Kinig
1 Monat 12 Tage

kluoner schade.

Sag mal
Sag mal
Kinig
1 Monat 12 Tage

@N. G. das ist nicht grausam sondern dumm bis zum gehtnichtmehr.

Kinig
1 Monat 12 Tage

Wenn man schon so klug ist, macht man eine zusätzliche Prüfung in Italien und Gut ist’s

kloando
kloando
Grünschnabel
1 Monat 12 Tage

@Storch24 die zusätzliche Prüfung findet alle 6 Monate statt und hat eine Durchfallsquote von 95%. Oder man verlangt ein unendgeltiches Praktikum von 2 Jahren zudem muss ich noch dafür bezahlen. Da ist es einfacher für mich ein neues Studium zu beginnen.

Grantelbart
Grantelbart
Universalgelehrter
1 Monat 13 Tage

Als Tourismusland müssen die Notaufnahmen eben auch eine hohe Zahl an Urlaubern versorgen, die ja ohne ihren Hausarzt anreisen, nicht selten betagt sind und sich häufig bei Freizeitaktivitäten oder im Strassenverkehr verletzen. Die hohe Belastung für die Mitarbeiter gehört vernünftig entlohnt und wertgeschätzt, sonst haben wir auch hier bald süditalienische Zustände.

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 13 Tage

Falsch, denn jeder Urlauber darf zu jedem x beliebigem Arzt gehen , wird behandelt und normal abgerechnet. Wenn ich im europäischem Ausland war, bin ich zu Hausärzten wenn was war… Und nicht in deren Kliniken und Notaufnahmen!

Grantelbart
Grantelbart
Universalgelehrter
1 Monat 13 Tage

@ng:
Ja das ist auch eine Möglichkeit, die aber kaum genutzt wird, abgesehen davon näht der Hausarzt keine Wunden, macht keine Röntgenbilder, verabreicht dem dehydrierten Touristen keine Infusion etc. Wenn es nur um ein Rezept geht, das kann einem auch der Heimat Hausarzt per Mail schicken. In der Realität bleibt die meiste Arbeit an der Notaufnahme hängen…

Kingu
Kingu
Superredner
1 Monat 13 Tage

Du kannst ja deinen Hausarzt gerne fragen, haben mein Leben noch nie einen Urlauber bei einem meiner Hausärzte gesehen. Die Hausärzte bei uns, da die wenigsten ersetzt werden, mit Jungärzte, kämpfen selbst mit einer Vielzahl an Einheimische Patienten. Man hat die Quote der zu betreuende Patienten der Hausärzte alle paar Jahre erhöht, derzeitig hat jedes Hausarztes circa 1250 Einwohner in seiner Zuständigkeit. In der schweizerischen Gemeinde, wo ich wohne, mit meiner Versicherung habe Zugang zu 6 Hausärzten in einer Gemeinde mit 1t800 Einwohner. Bei uns hätte es auf derselben Anzahl mit Glück 2 Ärzte.

Sag mal
Sag mal
Kinig
1 Monat 12 Tage

@N. G. schon richtig.Aber die Hausärzte hier Sind zu überlastet .

nikname
nikname
Universalgelehrter
1 Monat 13 Tage

“… in Bozen hat sich die Situation verschlechtert …”
War es überhaupt Mal besser!? Ich persönlich habe immer Stunden!! gewartet und das auch bei kritischen Situationen!

Sag mal
Sag mal
Kinig
1 Monat 12 Tage

angeben mit Wohlstand u.nicht ml ein funktionierendes Gesundheitssystem.Ruhe,Wasser und Luft ..damit braucht nicht geworben werden.Denn das Sind Grundrechte aber leider Luxus bis nicht mehr vorhanden.

Mezcalito
Mezcalito
Superredner
1 Monat 13 Tage

Wahnsinn was das Personal der Bozner EH leistet. Ein Wunder, dass es noch Menschen gibt, die sich das antun. Wenn man in der Sabes app nachsieht, wie viele Patienten die Bozner EH zu jeder Uhrzeit zu versorgen haben dann sind Beschwerden über Wartezeiten a la STF purer Hohn

Iatz woll
Iatz woll
Tratscher
1 Monat 13 Tage

In den Haupturlaubszeiten sogenannte “Touristenambulatorien” einrichten. Den die lieben Touristen, wenn sie ein bisschen “Kopfweh” haben, wird als erstes die Notambulanz aufgesucht.
😎

wellen
wellen
Universalgelehrter
1 Monat 13 Tage

Den Fachkräften die i m Ausland studiert haben, und gerne zurückkehren würden, legen sie unnögliche Hürden in drn Weg. Stichwort: EU Anerkennung derBerufskarriere und Aufnahne ins Berufsalbum ein Ding der Unmöglichkeit

obr jetz.
obr jetz.
Tratscher
1 Monat 13 Tage

Nicht jammern. Holt die Suspendierten zurück. Löst zwar nicht das Hauptproblem, bringt aber Erleichterung!!!!

Kinig
1 Monat 13 Tage

Laut Liste Sabes sind momentan 33 Personen mit grün in der ersten Hilfe.
Kann man diese nicht einfach zum Hausarzt schicken ? Natürlich müsste in der Triage ein Arzt sitzen um dies zu entscheiden

Trina1
Trina1
Kinig
1 Monat 13 Tage

Wie wäre es, wenn Hausärzte die Krankenhäuser entlasten würden! In der Praxis anwesend sein statt Telefondienst zu machen. Wie schon gesagt, sie sollten nach Leistung bezahlt werden !

brunner
brunner
Universalgelehrter
1 Monat 13 Tage

Bravo Notaufnahme Bozen!

offnzirkus
offnzirkus
Superredner
1 Monat 13 Tage

Und Schuld ist immer corona. War aber vor covid 19 auch schon.

Faber
Faber
Tratscher
1 Monat 13 Tage

Bei dieser Schlagzeile müssten die Alarmglocken bei allen Gleichstellungspolizistinnen leuten 3333 Euro Strafe für diese Schlagzeile 🙈

Kinig
1 Monat 12 Tage

Faber 1000 👍👍👍

H.M
H.M
Tratscher
1 Monat 13 Tage

das war vor corona und jetzt auch und wird immer so bleiben,nur jetzt werden falsche diagnosen gestellt und einfach nachhause geschickt🤦‍♀️🤦‍♀️

Selbstbewertung
Selbstbewertung
Superredner
1 Monat 12 Tage
Dass sich im Gesundheitsbereich ein massiver Personalmangel abzeichnen wird, wusste man schon vor wenigstens 15 Jahren. Zu lange hat man wenig getan. Im Beteich der Ärzte beispielsweise konnten erst vor kurzem unsere Krankenhäuser als Lehrkrankenhäuser anerkannt werden. Man hätte auch eine medizinische Fakultät in Kooperation mit anderen Universitäten Zielstrebigkeit aufbauen können/müssen. Bei anderen Gesundheitsberufen waren in den Ergebnissen Jahren, in denen es noch viele Bewerber gab, die Ausbildungsplätze zu knapp, bei manchen wurden die Anforderungen zusehends angehoben, sp als ob man sich nur die Besten der Besten leisten kann, in Verkennung der Realität. Das kann passieren, und im Nachhinein ist… Weiterlesen »
kloando
kloando
Grünschnabel
1 Monat 12 Tage

Zudem: Welche Hausärzte?

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