Krieg ohne Ende – ein Kommentar

Ohne Hoffnung

Donnerstag, 12. Mai 2022 | 02:28 Uhr

Kiew/Moskau/Bozen – Trotz zweieinhalb Monaten Krieg sowie Zehntausenden von toten Soldaten und Zivilisten liegt ein Ende des Konflikts in der Ukraine weiterhin in weiter Ferne. Aufgrund der geringen Frontbewegungen gelangen angesehene Militäranalysten zur Ansicht, dass diesen Krieg weder die russischen Aggressoren noch die sich tapfer verteidigenden Ukrainer gewinnen können.

APA/APA/AFP/SERGEI SUPINSKY

Ist es aber nicht ein Irrsinn angesichts der Toten, der Zerstörung und dem Verlust der Zukunftshoffnungen einer ganzen Generation überhaupt von einem „Sieg“ einer Kriegspartei zu sprechen? Sind eigentlich nicht beide Kriegsverlierer? Putins Russland, das auf dem Papier wie der sichere Sieger aussah, ist heute ein international isoliertes Land, in dem Mütter um den Tod von Zehntausenden junger Russen trauern. Zudem lasten die Sanktionen immer stärker auf die einfache Bevölkerung.

Facebook/Генеральний штаб ЗСУ / General Staff of the Armed Forces of Ukraine

Die Ukrainer hingegen mögen sich zwar rühmen, der zweitgrößten Militärmacht der Welt erfolgreich die Stirn zu bieten, was aber nicht darüber hinwegtäuschen kann, dass weite Teile ihres Landes zerstört und Zehntausende Menschen tot sind.

Viele Beobachter glauben, dass der Krieg entlang der heutigen Frontlinien „einfrieren“ und in vereinzelte Scharmützel münden könnte. Das Fortdauern des Konflikts, gleich in welcher Form, wäre aber sowohl für die Russen als auch für die Ukrainer eine Katastrophe. Es ist leider niemand zu erkennen, der imstande wäre, den verlorenen Gesprächsfaden wiederaufzunehmen und beide Seiten an einem Tisch zu führen.

APA/APA/AFP/ANGELOS TZORTZINIS

Schicksalshaft in ihren eigenen Rollen gefangen scheinen beide Kontrahenten nur mehr das Ziel zu verfolgen, den Krieg bis zum bitteren Ende auszufechten. Vor 30 Jahren schien beiden Ländern eine verheißungsvolle Zukunft in Freiheit und gegenseitigem Respekt beschieden. Heute hingegen sind es nur mehr Orte ohne Hoffnung.

Von: ka

Bezirk: Bozen

Kommentare

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11 Kommentare auf "Ohne Hoffnung"


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Supergscheider
Supergscheider
Superredner
16 Tage 1 h

Bestellt und geliefert, Krieg in Europa als geopolitisches Ziel .
Pervers aber leider wahr, gepuscht von Profiteuren und absolut Stroh Dummen,machtgeilen Marionetten Politiker.
Seit Menschengedenken die gleiche Sch….e,
wann um Himmels Willen wird diese Menscheit endlich ihr Gehirn entdecken.

N. G.
N. G.
Kinig
15 Tage 12 h

Der Mensch stirbt aus bevor er genug Hirn und Intelligenz besitzt sich selbst daran zu hindern sich auszurotten!

Doolin
Doolin
Kinig
15 Tage 12 h

…der dumme Machtgeile sitzt in Moskau an einem riesenlangen Tisch…
🤪

Zefix
Zefix
Universalgelehrter
15 Tage 12 h

mog sein ober vor dein pc / handy huckt a uaner

Doolin
Doolin
Kinig
15 Tage 10 h

@Zefix …der geht aber net in ein unabhängiges Land alles zammschlagen und unschuldige Zivilisten ermorden und vergewaltigen…wie ekelhaft ist das denn…

Staenkerer
14 Tage 12 h

@N. G. sell stummt sicher nit, denn ohne verstond und denkvermögen war der mensch auf dem intelegensstond der tiere und a de “inteligentesten” tiere rottn sich nit selber aus!
alsoisch es woll genau der “verstond” und de “gabe” überleg zu hondeln des wos in mensch so überheblich mocht und de überheblichkeit mocht ihn so gfährlich!
allso: der mensch werd, dank seines verstandes, zur schlimmsten bestie!

schwejk
schwejk
Grünschnabel
15 Tage 10 h

Zitat:”Ist es aber nicht ein Irrsinn angesichts der Toten, der Zerstörung und dem Verlust der Zukunftshoffnungen einer ganzen Generation überhaupt von einem „Sieg“ einer Kriegspartei zu sprechen?”

Wir haben doch erst vor zwei Wochen die Befreiung vom Nazifaschismus gefeiert. Der war doch auch ein Sieg. Und wenn die Ukraine siegen sollte, was gar nicht so unwahrscheinlich ist, können die Menschen in Freiheit und Sicherheit leben, was in Russland nicht möglich ist. Freiheit und Heimat sind Werte, für die es sich zu kämpfen lohnt. Deshalb ist man noch lange kein Bellizist oder Militarist, sondern eher Realist.

N. G.
N. G.
Kinig
14 Tage 12 h
Wenn man Realist ist, wie ich auch, dann frage ich ob realistisch gesehen, die Ukraine die Krim zurück erobern wird oder kann? Vielleicht hat die Ukraine im Osten eine Chance dazu aber ich bezweifle sehr, dass Russland die Krim aufgeben wird. Die wird mit Mann und Maus verteidigt werden. Da kann man dann hehere Ziele ausrufen wie man möchte, es werden viele Menschen dafür sterben und wäre es dann nicht besser abzuwarten? Es gibt doch gute Beispiele! DDR, es wurde einfach gewartet bis sich das System selbst erledigt hat, auch das der Sowjetunion und dann gings ganz einfach und das… Weiterlesen »
schwejk
schwejk
Grünschnabel
12 Tage 11 h
@N. G.  Ich glaube nicht, dass die Ukraine abwarten will. Denn bis sich das System Putin erledigt hat, kann es noch lange dauern. Ich will mich nicht an den Spekulationen beteiligen, ob Putin wirklich Blutkrebs hat oder vielleicht aus dem Amt geputsch wird. In Russland fehlt es an einer Zivilgesellschaft, die die Demokratie wirklich will. Ein Nachfolger Putins könnte ebenfalls Anhänger der Theorie sein, dass die Ukraine ein Teil Russlands oder zumindest  seiner Einflusssphäre zu sein hat. Wenn man das und die militärischen Erfolge der Ukraine bedenkt, glaube ich nicht, dass Kiew einfach nur warten will. Und dann hat man… Weiterlesen »
N. G.
N. G.
Kinig
15 Tage 12 h
Putin wird so lange weiter machen bis er einen in seinen Augen, Sieg verbuchen kann, wer darunter leidet, sein Volk oder das der Ukraine, interessiert ihn nicht und der Ukraine wird mit all den Waffenlieferungen zwar geholfen aber damit auch das Gefühl gegeben, sie können den Krieg gewinnen. Dem wird nicht so sein! Also, gibts für beide Seiten keinen Anreiz zu verhandeln. Wenn niemand Zugeständnisse machen will, die Ukraine aus ihrer Motivation heraus, sie sind suverän und wollen ihr Land zurück und Putin wird dies definitiv nicht mehr verlassen, kommt der befürchtete Stellungskrieg den man im Osten seit Jahren schon… Weiterlesen »
Savonarola
13 Tage 3 h

denn wir werden an der Wolga stehen, und nicht etwa der Russe am Rhein.

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