Viele Produkte sind von Insektenbestäubung abhängig

Penny entfernte von Insektenbestäubung abhängige Produkte

Montag, 14. Mai 2018 | 16:06 Uhr

Vom Apfel bis zum Baumwollsocken: Die Supermarktkette Penny hat am Montag in einer Filiale im niedersächsischen Langenhagen für einige Stunden alle Produkte aus den Regalen geräumt, die direkt oder indirekt von der Insektenbestäubung abhängig sind. 60 Prozent der insgesamt 2.500 Produkte mussten die Mitarbeiter aussortieren.

Die Kunden hatte Penny vor der Aktion nicht informiert. “Wir haben auf den Aha-Effekt gesetzt”, sagte Unternehmenssprecher Andreas Krämer. “Erschrocken” äußerte sich der niedersächsische Umweltminister Olaf Lies (SPD) in der fast leergeräumten Penny-Filiale: “Die Konsequenzen eines ungebremsten Insektensterbens werden uns hier auf deutliche Weise vor Augen geführt.” Ein Großteil des gesamten Lebensmittelsortiments sei von der Leistung von Bienen und vielen anderen Insektenarten abhängig. Politik und Gesellschaft müssten unverzüglich gegensteuern – etwa, indem sie saisonale, regionale und vor allem nachhaltige Produkte bevorzugten.

Die Penny-Mitarbeiter räumten Obst wie Äpfel, Birnen und Orangen, Gemüse wie Zucchini, Melanzanis und Gurken aus. Dazu kamen alle Süßigkeiten mit Schokolade, aber auch Gummibärchen mit Bienenwachsüberzug, Gewürze, mariniertes Fleisch, Fruchttopfen, Toilettenpapier mit Kamillenblütenduft.

Die Aktion fand “gezielt” vor dem ersten Weltbienentag der UNO am Sonntag statt, sagte Leif Miller, Bundesgeschäftsführer des Naturschutzbundes Deutschland (Nabu). Es sei paradox, dass vor allem die Landwirtschaft in hohem Maße von Insekten abhängig sei – und zugleich als einer der Haupttreiber ihres Verlustes gelte.

Die Artenzahl der Insekten habe sich in den vergangenen 20 Jahren “drastisch reduziert”, erinnerte Gerlind Lehmann, Professorin für Evolutionäre Ökologie an der Berliner Humboldt Universität. Besonders dramatisch sei der Rückgang der Individuenzahlen von bis zu 70 Prozent. Ursachen und Folgen seien bisher nur ansatzweise erforscht.

Penny gehört zum Handelskonzern Rewe und ist international, auch in Österreich, mit einem Filialnetz vertreten.

Von: APA/ag

Kommentare

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12 Kommentare auf "Penny entfernte von Insektenbestäubung abhängige Produkte"


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Protler
Protler
Neuling
1 Monat 9 Tage

Auch wenn hinter solchen Aktionen sehr viel Marketingstrategie steckt…Großes Kompliment Penny!

enkedu
enkedu
Kinig
1 Monat 9 Tage

Noch mehr Druck auf Erzeuger und Lieferanten, kaum soziale Absicherung der eigenen Mitarbeiter. Typisch Handelskette.

Bravo Kunde: und du unterstützt das. immerhin geschickt gemacht.

Aurelius
Aurelius
Superredner
1 Monat 9 Tage

noch ist es blos ein Aktion. Wenn es so weitergeht, könnte es bald bitterer ernst werden. Die Pestizidausbringung muss überdacht und drastisch reduziert werden in allen Branchen. Die Menschen sind immer besser informiert und lassen sich nicht mehr alles gefallen. Der wiederstand regt sich und das ist gut und höchste Zeit.

Staenkerer
1 Monat 9 Tage

jo, stimmt!!
ober a sehr guate idee zum wachrütteln, von Rewe!!
i glaub des sollten viele ondre gschäfte a wiederholen!!

So sig holt is
So sig holt is
Tratscher
1 Monat 9 Tage

reduzieren isch nit es Problem, seitens der Technik. Die Lösung isch totaleinnetzung wos, folls de marmorierte baumwanze bei ins do so stork heimisch werrt wia im veneto (sie befollt nit lei epfl sondern bis zu 200 verschiedene pflanzenarten), a frior oder spater kemmen werrt.. mittn sem, und dorzua a regendoch, miasset man viel wianiger spritzen. Lei gibs hem wieder a problem: es Landschaftsbild… und fürn bauer bedeutets Mehraufwand bzw viel höhere Investitionskosten

Staenkerer
1 Monat 9 Tage

@So sig holt is wenn der mensch schun so dumm isch, einerseits weltweit milliarden für woffn und atombomben auszugeben um sich selber und sein habitat zu vernichtn und andererseits milliarden ausgib ondre planetn zu erkunden auf de sich de poor de ûbrigbleibn flüchten kanntn, werd man mit an apell versstond mit weit kemmen, schun gor nir wenns “LEI” um bienen geht!
sog man jo schun beim schuler: wegen sechs Wölfe und de grossen schof wern olle hebel in bewegung gsetzt ….. wegen tote bienen trogs koane huster ….

einer wie ihr
1 Monat 9 Tage

diese Aktion müsste man ausweiten,dann würden eine paar mehr anfangen sich Gedanken zu machen und nicht alles für selbstverständlich zu halten.

cooler Typ
cooler Typ
Tratscher
1 Monat 9 Tage

In China werden Früchte schon von hand bestäubt.

algunder
algunder
Tratscher
1 Monat 9 Tage

Geile aktion

So ist das
So ist das
Superredner
1 Monat 9 Tage

Die Menschen werden es erst lernen, wenn die Produkte wirklich und nicht nur für ein paar Stunden weg sind.

werner71
werner71
Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

“Politik und Gesellschaft müssten unverzüglich gegensteuern” ist der entscheidende Satz. Man kann nicht immer über die Landwirtschaft schimpfen, die nichts anderes macht als das zu produzieren, was der Konsument verlangt: billige und makellose Ware! Wenn der Konsument umdenkt, muß auch der Produzent sich danach richten.

Duc
Duc
Grünschnabel
1 Monat 9 Tage

Finde ich Ok, aber genau diejenigen die über die Pestizide jammern, greifen im Supermarkt ins Billigregal!

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