US-Amerikaner betrat trotz Verbot die Insel

Pfeil-Attacke tötete US-Touristen auf Andamanen-Inseln

Mittwoch, 21. November 2018 | 14:39 Uhr

Bei einer Pfeil-Attacke von Ureinwohnern der indischen Andamanen-Inseln ist ein US-Tourist getötet worden. Der 27-Jährige war trotz Verbots zu einer abgelegenen Insel gefahren, als die Insulaner ihn umstellten und mit Pfeil und Bogen beschossen, berichteten am Mittwoch Behördenvertreter. Laut CNN handelte es sich bei dem US-Amerikaner um einen Missionar.

Der Kontakt zu bestimmten Gruppen von Ureinwohnern in dem Inselparadies im Indischen Ozean ist verboten. Dennoch machte sich der Tourist, der bereits mehrmals auf den Andamanen im Urlaub war, auf den Weg. Den Angaben zufolge bestach er Fischer, damit sie ihn zur Insel North Sentinel bringen. Der US-Nachrichtensender CNN berichtete online, dass es sich bei dem US-Amerikaner um einen Missionar gehandelt haben soll. Dependra Pathak, Polizeidirektor der Andamanen und Nikobaren, sagte CNN, man würde den 27-Jährigen wegen seiner missionarischen Absichten daher nicht als Touristen bezeichnen.

Laut den Polizeiangaben gibt es noch keine offizielle Todesbestätigung, aber aufgrund der Schilderungen der Fischer geht man davon aus, dass der US-Amerikaner getötet wurde. Derzeit versuche man eine Strategie zu entwickeln, wie man denn Leichnam bergen könne.

Die nur noch 150 dort lebenden Ureinwohner unterliegen einem strengen Schutz, um ihre Insel muss ein Abstand von fünf Kilometern eingehalten werden. Der 27-Jährige ließ sich den Angaben zufolge in einem Fischerboot in die Nähe der Insel bringen und fuhr dann alleine mit einem Kanu weiter. Es habe Pfeile auf den Mann geregnet, sobald er die Insel betreten hatte, sagte der Behördenvertreter. “Er wurde von Pfeilen attackiert, ging aber weiter. Die Fischer sahen, wie die Bewohner Seile um seinen Hals banden und ihn zogen.” Vor Angst seien die Fischer geflohen, aber am nächsten Morgen seien sie zurückgekehrt und hätten die Leiche am Ufer gefunden.

Laut indischen Medienberichten erzählten die Fischer in der Regionalhauptstadt Port Blair einem Priester von dem Vorfall. Dieser habe die Familie des Touristen in den USA kontaktiert. Die indische Polizei leitete nach eigenen Angaben Ermittlungen wegen Mordes gegen “unbekannte Stammesmitglieder” ein. Sieben Verdächtige wurden festgenommen, es soll sich laut Angaben der “New York Times” um Fischer handeln, die es dem 27-Jährigen ermöglicht haben sollen, auf die Insel zu gelangen.

Ein Sprecher des US-Konsulats im indischen Chennai sagte, er wisse von Berichten über einen getöteten US-Bürger auf den Andamanen und Nikobaren. Der Vorfall wirft ein Schlaglicht auf die Ureinwohner der entfernt gelegenen Inselgruppe. Sie werden von der Außenwelt abgeschirmt, um sie vor Zivilisationskrankheiten zu schützen.

Auf den Andamanen und Nikobaren leben mehrere Stämme ohne Kontakt zur Zivilisation. Die Inseln waren ins Blickfeld der Weltöffentlichkeit geraten, als sie Ende 2004 von der Tsunami-Katastrophe im Indischen Ozean betroffen waren.

Von: APA/ag.

Kommentare

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8 Kommentare auf "Pfeil-Attacke tötete US-Touristen auf Andamanen-Inseln"


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Eppendorf
Eppendorf
Universalgelehrter
19 Tage 6 h

Warum kann man sie nicht einfach in Ruhe lassen?

Gitte
Gitte
Grünschnabel
19 Tage 5 h

Wos muass der Depp trotz ausdrücklichem Verbot dei Insel betretn?! So ein Vollidiot!!! Die Ureinwohner trifft kuane Schuld!!! Die Schuld liegt gonz alluan beim Tourist!!!

Storch24
Storch24
Superredner
19 Tage 5 h

Warum werden sie festgenommen ? Die Schuld liegt wohl nicht bei den Urvölkern. Recht geschieht dem US Tourist. Er wusste vom verbot

Sommerschnee
Sommerschnee
Grünschnabel
19 Tage 1 h

ich glaube die Fischer, welche ihn dort hingebracht hatten, sind verhaftet worden 🤔

Onkel
Onkel
Grünschnabel
19 Tage 1 h

Hallo Storch24 aufwachen!!!! die Fischer wurden festgenommen nicht die Ureinwohner

der Rote Wichtel
19 Tage 3 h

Mutter Kirche muss den anhaltenden Mitgliederschwund wohl durch Missionierung der letzten weißen Fleckchen auf der Erde ausgleichen?

ikke
ikke
Tratscher
18 Tage 22 h

Das nenne ich mal Grenzschutz jeder eindringling wird mit Pfeil und Bogen getötet!

Storch24
Storch24
Superredner
18 Tage 10 h

Es wird nach einer Strategie Gedicht, den Leichnam zu bergen …….. weiter unten wird berichtet, die Fischer, die zurückgekommen seien, hätten den Leichnam am Ufer gefunden. …… warum nicht mitnehmen……. warum werden die Fischer nicht beschossen, wenn sie dich dem Ufer nähern ? Fantastische Berichterstattung

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