Freispruch vor Gericht

Pflegerin heiratet Schutzbefohlenen: Erbe war rechtmäßig

Samstag, 01. Oktober 2022 | 10:59 Uhr

Bozen – Am Bozner Landesgericht ist gestern eine Pflegerin freigesprochen worden. Wie die italienische Tageszeitung Alto Adige berichtet, war ihr Übervorteilung eines Arglosen angelastet worden. Doch gestern stellte das Gericht fest, dass die Straftat nicht vorliegt.

Die Frau aus Osteuropa hatte sich als Badante um einen rund 70-jährigen Rentner gekümmert, der eine 24-Stunden-Pflege benötigt hat. Irgendwann kamen sich die beiden aber näher und heirateten. Als der Mann dahinschied, erbte die Badante seine Wohnung in Eppan mit einem Wert von rund 300.000 Euro.

Angehörige des Verstorbenen wollten sich damit nicht abfinden und erstatteten Anzeige. Der Rentner habe aufgrund seiner Erkrankung nicht mehr klare Entscheidungen treffen können, erklärten sie.

Im Hauptverfahren stellte sich jedoch heraus, dass die Krankheit sich nicht auf die Zurechnungsfähigkeit des Mannes ausgewirkt hat. Das war so klar, dass im Zuge des Prozesses nicht einmal ein psychiatrischer Gutachter angefordert wurde.

Für die Frau, die von Rechtsanwalt Flavio Moccia vertreten wurde, ist damit die Sache erledigt.

 

Von: luk

Bezirk: Bozen

Kommentare
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thomas
thomas
Kinig
2 Monate 3 Tage

auch das muss möglich sein. Wer mich pflegt, erbt alles was ich besitze!

Summer
Summer
Superredner
2 Monate 3 Tage

Wirklich? Dann würdest du sogar deinen Pfleger (männlich) heiraten? 😂

N. G.
N. G.
Kinig
2 Monate 3 Tage

@Summer Man, ich, könnte mein Geld auch jemanden A-Sexuellen vermachen , was dagegen?

Summer
Summer
Superredner
2 Monate 3 Tage

N.G.
Den Asexuellen zum Heiraten musst erst mal finden. Viel Spaß dabei!

Summer
Summer
Superredner
2 Monate 3 Tage

Also wie benommen müssen Verwandte sein, so etwas anzufechten? Wenn der Standesbeamte keine Zweifel an der Zurechnungsfähigkeit des Mannes hatte, um rechtlich unbedenklich eine Eheschließung vorzunehmen, dann hilft kein Gericht nicht.
Außerdem muss eine Eheschließung als Aufgebot in der Gemeinde Wochen vorher aushängen. Deshalb zeigt sich hier schon recht deutlich, wie sehr sich die Angehörigen um diesen Mann gekümmert haben. Die Wohnung aber wollten sie offenbar doch. Der Mann muss glasklar im Kopf gewesen sein, dass er genau wusste, warum er die Badante geheiratet hat.

Mikeman
Mikeman
Kinig
2 Monate 3 Tage

bei Verwandten ist meist mehr aufzupassen als bei weltfremden, “parenti sono come i serpenti” trifft den Nagel meist haargenau auf dem Kopf.

Summer
Summer
Superredner
2 Monate 3 Tage

Mikeman
Wie recht Sie haben.

Norbi
Norbi
Universalgelehrter
2 Monate 3 Tage

Um nicht zu vergessen es braucht ja auch 2 Zeugen

sonoio
sonoio
Superredner
2 Monate 3 Tage

sicher net cool für die angehörigen

Summer
Summer
Superredner
2 Monate 3 Tage

Klar, wenn sie nur am Erbe und nicht an der Person interessiert waren. Wenn mich ein Memsch nicht interessiert, dann interessiert mich auch seine Hinterlassenschaft genauso wenig und nicht.

sonoio
sonoio
Superredner
2 Monate 3 Tage

@Summer woas men jo net wos do genau wor in der familie. a wenn jemand no zurechnungsfähig isch, konn men die liebe vorgspielt kregn oder manipuliert werdn

Rudolfo
Rudolfo
Universalgelehrter
2 Monate 3 Tage

Hätte sich die Familie um ihn gekümmert, wäre das Testament möglicherweise anders ausgefallen

N. G.
N. G.
Kinig
2 Monate 3 Tage

Wieso, kümmert man sich aus Eigeninteresse für Verwandte ider einfach nur weils man sollte bzw. müsste
.

Sag mal
Sag mal
Kinig
2 Monate 3 Tage

erbschleicherei find ich bis aufs höchste,respektlos!

Summer
Summer
Superredner
2 Monate 2 Tage

Sag mal
Erbschleicherei der Verwandten ohne der Person bei der Pflege Hilfe zu geben, finde ich respektlos. Vor allem wenn es sich um einen Verwandten handelt. Denn bei anderen Fällen besteht ohnehin kein Anspruch auf das Erbe.

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