Meistens werden schlecht gesicherte Türen aufgebrochen

Österreich: Polizei warnt vor Dämmerungseinbrüchen im Herbst und Winter

Donnerstag, 05. Oktober 2017 | 11:10 Uhr

Die frühe Dämmerungszeit in den Herbst- und Wintermonaten ruft jedes Jahr Einbrecher auf den Plan. Neben verstärkter Informations- und Präventionsarbeit setzt die Polizei als Gegenmaßnahme auf spezifische Analysemethoden und rasche Fahndungen, teilte das Bundeskriminalamt (BK) am Donnerstag mit. Die Zahl der Anzeigen wegen Dämmerungseinbrüchen sank in Österreich 2016 um 3,1 Prozent gegenüber 2015.

Die Dämmerungseinbrecher schlagen von November bis Jänner zu, warnt das Bundeskriminalamt. Die Täter sind besonders zwischen 16.00 und 21.00 Uhr unterwegs, abhängig von der Dämmerungszeit. Zu den Tatorten zählen meist Wohnungen und Wohnhäuser, die gut an Hauptverkehrsverbindungen angebunden sind und eine rasche Flucht ermöglichen. Siedlungsgebiete mit schwer einsehbaren Grundstücken und ebenerdig gelegene Wohnungen stehen besonders im Fokus.

Die Täter versuchen zumeist durch das Aufzwängen von Terrassentüren und gartenseitig gelegenen Fenstern, Türen oder Kellerzugängen in das Wohnobjekt einzudringen. Dabei nutzen sie meist einfache Hilfsmittel und brechen mit Schraubenzieher oder einer Zange schlecht gesicherte Türen oder Fenster auf.

Bereits im Jahr 2014 wurde ein breit angelegtes Maßnahmenpaket zur Bekämpfung des Dämmerungseinbruchs in Österreich geschnürt, das zu einem Rückgang der Zahl der Anzeigen im Wohnraumeinbruch geführt hat. Die Zahl der Anzeigen gegen Dämmerungseinbrüche sank in Österreich im Jahr 2016 um 3,1 Prozent gegenüber 2015.

Es wurden zahlreiche Einbruchsserien geklärt. Spitzenreiter ist dabei eine Serie aus Niederösterreich mit derzeit zehn zugeordneten Wohnraumeinbrüchen. Von November 2016 bis Februar 2017 wurden 54 Dämmerungseinbrüche geklärt und 67 Täter ausgeforscht. Bei 75 Prozent der Tatorte wurden Spuren gesichert, was mit hoher Wahrscheinlichkeit dazu führt, dass es noch zu weiteren Klärungen kommen wird, hieß es vom BK.

Die Polizei beugt diesem Phänomen vor und reagiert zielgerichtet darauf. Vernetzte Analysemethoden, rasche Fahndungsmaßnahmen und Ermittlungen sowie Schwerpunkte beim Streifendienst stehen im Fokus. Großes Augenmerk wird auch heuer wieder auf Prävention und den Kontakt mit der Bevölkerung gelegt. Denn durch eigene, meist einfache Sicherungsmaßnahmen, können Einbrecher abgeschreckt werden. Das belegen auch die Zahlen der Polizeilichen Kriminalstatistik: Bei 40 Prozent aller Wohnraumeinbrüche in Österreich 2016, das sind 5.194 angezeigte Fälle, blieb es beim Versuch und dem Täter gelang es nicht, die Tat zu vollenden und Diebesgut zu entwenden. In Oberösterreich und Wien liegt dieser Prozentsatz sogar bei über 42 Prozent.

Diese Tatsache geht meist mit dem guten Eigenschutz und den richtig gesetzten Präventionsmaßnahmen der Bevölkerung einher. Dabei sind eine gute Nachbarschaft und gegenseitige Hilfe enorm wichtig. Eine Vertrauensperson, die bei Abwesenheit nach dem Rechten sieht und den Postkasten entleert, leistet wertvolle Dienste. Die Polizei will aber auch die Menschen dazu motivieren, sie bei verdächtigen Beobachtungen zu verständigen. Niemand soll sich scheuen die nächste Polizeidienststelle zu kontaktieren oder im Notfall 133 zu wählen.

Von: apa