In diesem Gebäude wird die Verhandlung stattfinden

Prozess in Frankreich nach Fund von Kleinkind im Kofferraum

Montag, 12. November 2018 | 15:02 Uhr

Die unvorstellbare Entdeckung eines völlig verwahrlosten Kleinkindes in einem Kofferraum beschäftigt seit Montag die französische Justiz. Die heute 50 Jahre alte Mutter des Kindes hatte ihre Schwangerschaft und die Existenz der kleinen Serena fast zwei Jahre lang vor ihrem Ehemann und ihren anderen Kindern geheim gehalten und das Kind im Kofferraum ihres Autos versteckt. Ihr drohen 20 Jahre Haft.

Das kleine Mädchen lag nackt und verschmutzt in einer Babytragetasche, als es im Oktober 2013 entdeckt wurde. Es war ausgetrocknet und hatte offenbar Fieber. Der Anblick des Kleinkindes sei “grauenhaft” gewesen, sagte der Automechaniker Guillaume Iguacel aus dem südwestfranzösischen Terrasson, der es gefunden hatte. “Ein kleines Mädchen in seinen Exkrementen, das seinen Kopf nicht halten kann, die Haut weiß wie Marmor und Augen, die sich verdrehten.”

Die Eltern wurden vorübergehend festgenommen, Ermittlungen eingeleitet. Das Verfahren gegen den Vater wurde jedoch eingestellt. Es habe keinen Hinweis darauf gegeben, dass der Vater von dem Kind gewusst habe, hieß es nach Abschluss der Beweisaufnahme.

Gutachten zufolge leidet Serena, die Ende November sieben Jahre alt wird, unter “dauerhaften” Folgeschäden wie einem “voraussichtlich irreversiblen Autismus”. Sie lebt bei einer Pflegefamilie. Der Prozess im zentralfranzösischen Tulle vor einem Schwurgericht wird voraussichtlich bis zum 21. November dauern.

Das Paar hat noch drei weitere Kinder, die heute zwischen elf und 17 Jahre alt sind. Sie gingen normal in die Schule und fielen den Behörden zufolge nie auf. Nach dem Fund ihrer kleinen Schwester wurden sie vorübergehend in Pflegefamilien untergebracht. Inzwischen leben sie wieder bei ihren Eltern.

Von: APA/ag.

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