Wieder tödlicher Unfall beim Rechtsabbiegen von Lkw

Radfahrerin von Lkw beim Rechtsabbiegen getötet

Freitag, 08. März 2019 | 19:24 Uhr

Bei einem Verkehrsunfall in der Stadt Salzburg ist am Freitag kurz nach 9.00 Uhr eine 24-jährige Radfahrerin ums Leben gekommen. Ein Lkw-Lenker dürfte die junge Oberösterreicherin an einer Kreuzung beim Rechtsabbiegen übersehen haben. Die Frau wurde vom Lkw erfasst, kam zu Sturz und geriet unter das Fahrzeug. Der Vorfall lässt die Politdebatte über Lkw-Abbiegeassistenten neu aufflammen.

Die Frau, die mit ihrem Rad gerade die Straße queren wollte, erlag noch am Unfallort in der Vogelweiderstraße ihren schweren Verletzungen. Der Notarzt und die Rettung konnten ihr nicht mehr helfen. Die Staatsanwaltschaft Salzburg ordnete die Obduktion des Leichnams an. Ein Alkotest beim 46-jährigen Lkw-Lenker verlief laut Polizei negativ.

Zuletzt hatte es hitzige Diskussionen um das Rechtsabbiegen und die Einführung von Abbiegeassistenten für Lkw gegeben, nachdem Ende Jänner in Wien ein neunjähriger Bub am Schulweg auf einem Zebrastreifen von einem abbiegenden Lastwagen niedergefahren und getötet worden war. Die daraufhin gestartete Petition von Eltern für eine verpflichtende Lkw-Nachrüstung mit elektronischen Systemen, die den toten Winkel möglichst eliminieren sollen, fand massiven Zuspruch.

Die SPÖ hat als Reaktion auf den Vorfall ihre Forderung nach einem verpflichtenden Abbiegeassistenten für Lastkraftwagen bekräftigt. Dieser “weitere tragische Fall” zeige “die Gefahr des toten Winkels beim Lkw”, gab Jörg Leichtfried, stellvertretender Klubvorsitzender, zu bedenken. “Die Politik muss alles tun, um Menschenleben zu schützen”, meinte Leichtfried. Verkehrsminister Norbert Hofer (FPÖ) müsse “zur Vernunft kommen und den Weg für verpflichtende Abbiegeassistenten bei Lkw freimachen”, verwies Leichtfried auf einen entsprechenden, von der SPÖ im Nationalrat eingebrachten Gesetzesantrag.

Ein Lkw-Sicherheitsgipfel Mitte Februar ergab, dass vorerst kein verpflichtender Abbiegeassistent eingeführt wird. Minister Hofer sowie die Verkehrssprecher der Regierungsparteien, Christian Hafenecker (FPÖ) und Andreas Ottenschläger (ÖVP), kündigten an, man wolle die Problematik vorerst mit kurzfristig wirksamen Maßnahmen angehen. So sollen Assistenzspiegel an Kreuzungen, die Verlegung von Fußgängerübergängen, Rechtsabbiegeverbote, eine Informationskampagne sowie eine verbesserte Ausbildung der Lkw-Lenker das Gefährdungspotenzial entschärfen.

Von: apa