Zur Unfallursache laufen nach wie vor die Erhebungen

Reperaturen nach Zugentgleisung der Mariazellerbahn begannen

Mittwoch, 27. Juni 2018 | 16:58 Uhr

Die Reparaturen nach dem Zugunfall am Dienstag bei Völlerndorf (Bezirk St. Pölten-Land) haben begonnen. Der Abschnitt der Mariazellerbahn zwischen St. Pölten und Ober-Grafendorf werde voraussichtlich bis Montag gesperrt bleiben, teilte der Betreiber NÖVOG mit. Unter den rund 80 Zugpassagieren befanden sich auch einige Kinder und Jugendliche, denen nun professionelle Betreuung angeboten wird.

Am Mittwoch sollten die Aufräumarbeiten beendet werden, außerdem wurden Fundamente für die neuen Masten errichtet. Morgen, Donnerstag, soll das Gleis neu eingeschottert werden. Am Freitag sollen die neuen Masten aufgestellt und die Reparaturarbeiten an der Oberleitung durchgeführt werden, die am Wochenende fortgesetzt werden.

Ein Teil des bisher gesperrten Abschnitts konnte mittlerweile freigegeben werden. Nach wie vor unterbrochen war die Strecke zwischen St. Pölten Hauptbahnhof und Ober-Grafendorf. Ein Schienenersatzverkehr mit Bussen war weiterhin in Betrieb. Die Strecke von Ober-Grafendorf bis Mariazell werde im normalen Fahrplan geführt, informierte die NÖVOG in einer Aussendung. Der Bahnbetrieb auf der gesamten Strecke könne voraussichtlich kommenden Dienstag wieder aufgenommen werden, hieß es.

“Um speziell den Kindern und Jugendlichen, die den Unfall gestern miterlebt haben, eine möglichst gute Aufarbeitung des Geschehenen zu ermöglichen, stellen wir ab sofort ein entsprechendes Angebot zur Verfügung”, teilte die NÖVOG mit. Gemeinsam mit dem Verein Tender biete man eine Möglichkeit, das Erlebte und die dadurch entstandenen Ängste oder Fragen unter professioneller Betreuung aufzuarbeiten. Betroffene können sich laut Aussendung unter 0699/17148464 melden, die Sozialarbeiter des Vereins für Jugendarbeit vereinbaren im Anschluss individuelle Gesprächstermine. Die Betreuung sei kostenlos, anonym und verschwiegen.

Zur Unfallursache laufen nach wie vor die Erhebungen. Der Zug war laut einem ersten Gutachten mit 55 statt der erlaubten 35 km/h unterwegs, bestätigten Polizei und NÖVOG Berichte von “Kurier” und “Österreich”. Ob die in dieser Kurve zulässige Höchstgeschwindigkeit durch technisches oder menschliches Versagen überschritten wurde, werde noch geprüft. Diese Untersuchungen können einige Zeit in Anspruch nehmen, teilte die NÖVOG mit. Der Lokführer war nicht alkoholisiert, wurde weiters festgehalten. Er erlitt einen Schock und befindet sich im Krankenhaus. “Er kann sich in seinem Schockzustand nicht erinnern”, sagte Stindl dem ORF.

Die Unfalluntersuchungskommission des Verkehrsministeriums war weiterhin mit Erhebungen beschäftigt. Außerdem laufen Ermittlungen der Staatsanwaltschaft St. Pölten. Ein Sachverständiger werde bestellt, teilte Sprecher Leopold Bien am Mittwoch auf Anfrage mit.

Die Waggons wurden abtransportiert, nach einer Schadensbegutachtung durch einen Sachverständigen sollen sie in der Schweiz repariert werden. Der Abschnitt der Mariazellerbahn zwischen St. Pölten und Hofstetten-Grünau bleibt bis auf weiteres gesperrt. Instand gesetzt werden muss an der Strecke u.a. die Oberleitung, die bei dem Unfall am Dienstag gegen 7.15 Uhr bei Völlerndorf in der Gemeinde Gerersdorf (Bezirk St. Pölten-Land) heruntergerissen wurde. Die vordere “Himmelstreppe”-Garnitur entgleiste, die hintere fuhr auf. Von den rund 80 Passagieren wurden drei schwer und 31 leicht verletzt.

Von: apa

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