Der Karneval war heuer politisch wie selten zuvor

Rios Karneval ging mit Satire und Sozialkritik zu Ende

Sonntag, 18. Februar 2018 | 16:11 Uhr

Mit einer Parade der besten sechs Sambaschulen ist der Karneval von Rio de Janeiro zu Ende gegangen. Die Tänzer und Musiker zogen in der Nacht auf Sonntag zum letzten Mal durch das Sambodrom in der Millionenmetropole am Zuckerhut. Der Karneval in Rio war heuer politisch wie selten. Die Samba-Schulen prangerten bei ihren Inszenierungen die weitverbreitete Korruption und die ausufernde Gewalt an.

Die zweitplatzierte Samba-Schule “Paraiso de Tuiti” wurde von einem Vampir angeführt, der Brasiliens Präsidenten Michel Temer darstellen sollte. Laut einem Bericht der Zeitung “O Globo” hatte das Präsidialamt darum gebeten, den “neoliberalen Vampir” nach dem offiziellen Wettbewerb nicht noch einmal im Samba-Tempel auflaufen zu lassen.

Der diesjährige Sieger “Beija-Flor” schickte als bewaffnete Gangster und korrupte Politiker verkleidete Tänzer ins Sambodrom. Brasilien wird seit Jahren von einer Reihe von Korruptionsskandalen erschüttert. Zudem leidet das Land unter einer Welle der Gewalt.

Von: APA/dpa