Verstöße gegen die Verkehrsregeln als Sünde eingestuft

Rund 700 Verkehrstote während der Neujahrstage im Iran

Dienstag, 04. April 2017 | 19:05 Uhr

Ein hoher iranischer Geistlicher hat Verstöße gegen die Verkehrsregeln als Sünde eingestuft – seine Landsleute damit aber nicht von einer vorsichtigeren Fahrweise überzeugen können. Über die persischen Neujahrstage starben rund 700 Menschen bei Verkehrsunfällen, wie Polizeichef Taghi Mehri am Dienstag in Teheran mitteilte. Im Vergleich zum Vorjahr sei dies immerhin ein Rückgang um zwölf Prozent.

Vergangene Woche hatte der angesehene Großayatollah Naser Makarem Schirasi Verstöße gegen die Verkehrsregeln als “Sünde” bezeichnet. “Die Befolgung dieser Regeln ist eine religiöse Pflicht”, erklärte der betagte schiitische Geistliche, der bereits 2014 illegale Überholmanöver, Rotverstöße und Fahren trotz Müdigkeit als religiös verboten eingestuft hatte, um seine Landsleute zu einer besseren Fahrweise anzuhalten.

Der Iran verzeichnet unter den Schwellenländern eine der höchsten Opferzahlen bei Verkehrsunfällen. In den vergangenen zwei Jahrzehnten kamen mehr als eine halbe Million Menschen im Straßenverkehr ums Leben. Die Weltgesundheitsorganisation zählt den Iran zusammen mit Ländern wie Libyen, Zentralafrika und der Demokratischen Republik Kongo zu den zehn Ländern mit der höchsten Sterblichkeit im Straßenverkehr.

“Leider stirbt alle 71 Minuten ein Mensch bei Unfällen auf den Straßen dieses Landes”, sagte Vize-Polizeichef Eskandar Momeni am Dienstag. Als Grund für die vielen Verkehrstoten wird neben dem schlechten Zustand vieler Fahrzeuge die aggressive Fahrweise der Iraner angeführt. Während der Feiern zum persischen Neujahr am 21. März fahren die Iraner traditionell zu ihren Familien, was regelmäßig zu Verkehrschaos führt.

Von: APA/ag.

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