Der Angeklagte meldete Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung an

Salzburger soll Stieftochter missbraucht haben: Acht Jahre

Dienstag, 02. April 2019 | 16:05 Uhr

Am Salzburger Landesgericht ist am Dienstag ein 36-Jähriger wegen schweren sexuellen Missbrauchs und der Ausnutzung eines Autoritätsverhältnisses zu einer achtjährigen Freiheitsstrafe verurteilt worden. Der Salzburger soll im Herbst 2016 seine damals zehnjährige Stieftochter im Badezimmer beim Duschen insgesamt sechsmal missbraucht haben. Das Urteil ist noch nicht rechtskräftig.

Der Mann hatte sich zum Prozessauftakt – die erste Verhandlung fand vor über einem Jahr am 20. Februar 2018 statt – nicht schuldig bekannt und lediglich zugegeben, gemeinsam mit der Stieftochter in der Badewanne geduscht zu haben. Allerdings hatte er zunächst gegenüber Mitarbeiterinnen der Jugendwohlfahrt die Vorwürfe teilweise gestanden und ein gegenseitiges Waschen samt Berührungen im Intimbereich eingestanden. Zu sexuellen Handlungen sei es dabei aber nicht gekommen, erklärte der 36-Jährige am ersten Prozesstag.

Der Mann lebte zur mutmaßlichen Tatzeit im gemeinsamen Haushalt mit seiner Ehefrau, einer gemeinsamen Tochter und der Stieftochter. Als die Mutter der Kinder nicht zu Hause gewesen sei, habe er laut Staatsanwaltschaft die Stieftochter beim Duschen aufgefordert, sie solle sexuelle Handlungen bei ihm durchführen, was auch geschehen sei. Weiters habe er in einem Fall sexuelle Handlungen bei dem Kind gesetzt. Der Zehnjährigen sagte er, sie dürfe der Mutter nichts davon erzählen.

Der Angeklagte hat nach dem Urteil Nichtigkeitsbeschwerde und Berufung angemeldet. Zu dem “Geständnis” vor der Jugendwohlfahrt sei er von seiner Ehefrau genötigt worden, hatte sein Verteidiger am ersten Verfahrenstag gesagt. Sein Mandant hätte sonst seine leibliche Tochter nicht mehr sehen dürfen. Die Staatsanwaltschaft hat am Dienstag auf Rechtsmittel verzichtet.

Von: apa