Jugendlicher war offenbar Einzeltäter

Schießerei in Schule in Südfrankreich – Zehn Verletzte

Donnerstag, 16. März 2017 | 19:19 Uhr

Beim bewaffneten Angriff eines 17-jährigen Schülers in einem südfranzösischen Gymnasium sind zehn Menschen verletzt worden. Bildungsministerin Najat Vallaud-Belkacem sprach am Donnerstag in Grasse von der “Wahnsinnstat eines labilen jungen Mannes, der von Schusswaffen fasziniert ist”. Einen terroristischen Hintergrund schließen die Ermittler aus.

Die Ministerin sagte bei einem Besuch am Tatort, der Schuldirektor habe durch sein “heldenhaftes” Eingreifen Schlimmeres verhindert. Er habe sich auf den jungen Mann gestürzt, als dieser eine Waffe zog und um sich schoss.

Nach einer neuen Bilanz der Staatsanwaltschaft wurden zehn Menschen verletzt, zuvor war von acht Opfern die Rede gewesen. Dem französischen Innenministerium zufolge wurden mehrere Menschen von Kugeln getroffen und mussten ins Krankenhaus eingeliefert werden. Die anderen verletzten sich, als sie ihn Panik flohen.

Die Polizei nahm den Schützen fest. Bei ihm fand sie ein Jagdgewehr, zwei Handfeuerwaffen und zwei Handgranaten. Die Ermittler suchen noch nach einem Motiv für seine Tat. Der 17-Jährige habe schlechte Beziehungen zu seinen Mitschülern gehabt, sagte Staatsanwältin Fabienne Atzori in Grasse.

Der Präsident der südfranzösischen Region Provence-Alpes-Cotes d’Azur, Christian Estrosi, sagte, es gebe Hinweise auf psychische Probleme des Täters. Der 17-Jährige war nicht polizeibekannt und handelte offenbar allein. Zunächst war noch von einem zweiten Täter die Rede gewesen.

Die Behörden hatten nach den Schüssen im Gymnasium Alexis de Tocqueville zunächst über eine Handy-App eine Anschlagswarnung verbreitet. Menschen in der Gegend wurden aufgefordert, sich in Sicherheit zu bringen. Die Polizei riegelte die Schule mit einem Großaufgebot ab, auch Beamte der Sondereinheit Raid rückten an.

Das Rathaus von Grasse erklärte, nach den Schüssen sei Panik ausgebrochen. Einige Schüler seien weggerannt und hätten in einem nahegelegenen Supermarkt Zuflucht gesucht. Auch das habe dazu geführt, dass Gerüchte über einen Anschlag die Runde gemacht hätten. In Frankreich herrscht seit den Anschlägen von Paris vom 13. November 2015 der Ausnahmezustand. Die Anschlagsgefahr gilt weiterhin als sehr hoch.

Wegen der Schießerei durften an allen Schulen der südfranzösischen Stadt Schüler und Lehrer die Gebäude zunächst nicht verlassen.

Von: APA/ag.