Schneechaos in Nordrhein-Westfalen

Schneechaos in Deutschland und Großbritannien

Sonntag, 10. Dezember 2017 | 21:33 Uhr

Schnee und Straßenglätte haben in vielen Teilen Deutschlands zu Unfällen geführt und den Verkehr behindert. In der Nähe von Cuxhaven starb ein Mann bei einem Unfall. Mehrere Menschen verletzten sich, aber oft blieb es bei Blechschäden. Der Flugverkehr war stark eingeschränkt. Auch in Großbritannien und in Norditalien sorgte Schneefall für Chaos auf den Straßen.

Am Frankfurter Flughafen wurden in Erwartung der heftigen Schneefälle bis zum späten Nachmittag 330 Flüge gestrichen, sagte ein Sprecher der Betreibergesellschaft Fraport am Sonntag. Derzeit seien nur je eine Bahn für Starts und für Landungen offen. Eine weitere sei geschlossen, eine vierte werde geräumt.

Doch auch auf den geräumten Bahnen würden die vorgeschriebenen Bremswerte nicht immer erreicht, fügte der Sprecher hinzu. Er sprach von einer gewaltigen Aufgabe, die Bahnen immer wieder freizubekommen. Er hoffe, dass sich die Lage zum Abend wieder bessern werde, wenn die Temperaturen wie vorhergesagt steigen.

In Niedersachsen gerieten viele Autofahrer wegen Schnee und Glätte am Wochenende ins Rutschen. In der Nähe von Cuxhaven starb am Samstagnachmittag ein Mann, der auf dem Seitenstreifen der Autobahn 27 nach einer Panne auf den Abschleppdienst wartete. Er wurde von einem Wagen angefahren, der auf der teilweise glatten Straße nach rechts abgekommen war.

In Nordrhein-Westfalen schneite es heftig, es kam zu hunderten Verkehrsunfällen. Nicht nur glatte Fahrbahnen bargen eine Gefahr – auch Bäume stürzten unter der Schneelast um. Der Wuppertaler Zoo blieb deswegen am Wochenende geschlossen, wie die Stadt mitteilte.

Schnee und Eis auf den Straßen verursachten auch in Bayern etliche Unfälle. Neuschnee von bis zu zehn Zentimetern und schneidend kalter Wind machten den Autofahrern zu schaffen. Am kältesten war es mit etwa minus zehn Grad am Wochenende entlang der Alpenränder.

In Großbritannien sorgte der heftigste Schneefall seit knapp fünf Jahren für Probleme im Bahn-, Flug- und Straßenverkehr. Der Wetterdienst gab für Wales und Mittelengland Alarmstufe Orange aus, in anderen Teilen des Landes, darunter in London, galt Alarmstufe gelb. Der Flughafen der zweitgrößten Stadt Birmingham blieb bis zum frühen Nachmittag geschlossen, auf dem Flughafen Luton nördlich von London waren erst am Nachmittag alle Pisten wieder frei.

Die Polizei von Wales und Mittelengland rief Autofahrer auf, ihre Wagen stehen zu lassen, wenn sie es können. Wegen liegen gebliebener Autos oder Unfällen waren mehrere Autobahnen und Straßen dort gesperrt. Die Krankenhäuser in den zentralenglischen Midlands riefen über Twitter alle Besitzer von Geländefahrzeugen zur Mitnahme ihres Personals auf.

Auch Italien hat an diesem Wochenende den Wintereinbruch erlebt. Zu Schneefällen kam es in der Lombardei, in Ligurien und in der Toskana. Wegen des Schnees gab es Probleme auf der Bahnlinie unweit von Genua. Ein internationaler Zug, der von Mailand in Richtung Nizza unterwegs war, hielt über drei Stunden lang wegen Eis auf den Stromleitungen in einer Station am ligurischen Apennin bei Genua.

Die circa 400 Passagiere mussten in den kalten Waggons ausharren, berichteten italienische Medien. Erst am späten Abend wurde der Zug nach Genua geschleppt. Von hier aus konnten die Passagiere die Reise nach Nizza wieder aufnehmen.

In mehreren Provinzen der Toskana bleiben am Montag die Schulen wegen möglicher Schneefälle geschlossen. Schnee fiel auch in Mailand. In Rom regnete es heftig. Die Kälte dürfte laut Meteorologen auch Anfang der beginnenden Woche anhalten.

Von: APA/dpa