Vorbereitete Gräber für Opfer des Erdrutsches in Waterloo

Schon über 400 Tote nach Erdrutsch in Sierra Leone

Freitag, 18. August 2017 | 13:55 Uhr

Nach der Hochwasser-Katastrophe im westafrikanischen Staat Sierra Leone ist die Zahl der Toten auf über 400 gestiegen. Weitere 600 Menschen würden noch vermisst, sagte der Generalsekretär der Föderation der Rotkreuz- und Rothalbmondgesellschaften (IRFC), Elhadj As Sy, am Freitag in Genf. As Sy rief die internationale Gemeinschaft eindringlich auf, ihre Hilfe für Sierra Leone aufzustocken.

Das bitterarme Land sei nicht in der Lage, mit der Krise allein fertig zu werden, sagte As Sy. So gebe es in der Hauptstadt Freetown nicht genügend Unterkünfte für die Überlebenden der Katastrophe. Auch nach vier Tagen müssten sie unter freiem Himmel schlafen, berichtete er.

Alle müssten zusammenarbeiten, um die Lage in den Griff zu bekommen, forderte As Sy. Dabei gehe es auch darum, einen Ausbruch von Durchfallerkrankungen und Cholera zu verhindern, wie sie nach derartigen Katastrophen üblich seien.

Am Donnerstag begann in dem bei Freetown gelegenen Ort Waterloo die Bestattung der ersten Opfer. An ihr nahmen neben Staatschef Ernest Bai Koroma auch die Präsidentin des Nachbarstaats Liberia, Ellen Johnson Sirleaf, teil. In Waterloo sind auch tausende Opfer der Ebola-Epidemie 2014 und 2015 beerdigt.

Dreitägige schwere Regenfälle hatte am Montag in der Nähe der Hauptstadt einen gigantischen Erdrutsch ausgelöst; hinzu kamen schwere Überschwemmungen, da das Abwassersystem mit den Wassermassen nicht mehr fertig wurde. Hunderte Menschen wurden unter den Schlammmassen begraben. Staatschef Koroma rief den nationalen Notstand aus und richtete einen dramatischen Hilfsappell an die internationale Gemeinschaft. “Wir sind überfordert” mit der Katastrophe, gestand er am Dienstag ein.

Von: APA/ag.