Oberstufenschüler mit deutlich weniger Lernfreude und Wohlbefinden als Jüngere

Schüler haben im zweiten Lockdown Lernfreude verloren

Montag, 11. Januar 2021 | 10:40 Uhr

Die Schüler haben im Distance Learning während des zweiten Lockdown deutlich mehr Zeit für die Schule aufgewendet als während der Schulschließung im Frühjahr. Das zeigt eine Studie von Bildungspsychologen der Uni Wien. Unter dem Fernunterricht deutlich stärker leiden Oberstufenschüler (sie sind auch deutlich länger im Distance Learning, Anm.) – sie berichteten etwa doppelt so häufig von einer Verschlechterung ihres Wohlbefindens und geringerer Lernfreude als Pflichtschüler.

Die Untersuchung ist die Nachfolgerin von drei Erhebungen (“Lernen unter Covid-19-Bedingungen”) über das Home Learning im Frühjahr. Für die nunmehr vierte Online-Befragungswelle wählte das Forschungsteam der Fakultät für Psychologie um Barbara Schober, Marko Lüftenegger und Christiane Spiel nun den Zeitraum von 23. November bis 6. Dezember. Zu diesem Zeitpunkt waren die Oberstufenschüler seit 3. November im Distance Learning, die Pflichtschüler seit 16. November. Für die Analysen wurden die Antworten von rund 13.000 Schülern zwischen zehn und 21 Jahren herangezogen.

Im ersten Lockdown im Frühjahr verbrachten die Kinder und Jugendlichen demnach durchschnittlich fünf Stunden pro Tag mit schulbezogenen Aktivitäten. Im Vergleich dazu lag der Mittelwert beim zweiten Durchgang des Distance Learning bereits bei durchschnittlich 7,1 Stunden pro Tag. Rund die Hälfte wendete täglich sogar acht Stunden oder mehr für die Schule auf, ein Drittel fünf bis sieben Stunden und 15 Prozent zwei bis vier Stunden. Je älter die Schüler, desto mehr Zeit verbrachten sie auch mit schulbezogenen Aktivitäten.

In Sachen Wohlbefinden und Lernfreude schnitten die Oberstufenschüler deutlich schlechter ab als ihre jüngeren Kollegen. Rund 70 Prozent der Pflichtschüler stimmten der Aussage “Ich fühle mich gut” ganz oder ziemlich zu, an den Oberstufen waren es dagegen nur 46 Prozent. Umgekehrt stimmte das an den Pflichtschulen für 13 Prozent nicht oder eher nicht, an den Oberstufen dagegen für 28 Prozent.

Im Vergleich zum ersten Lockdown empfanden 44 Prozent der Pflichtschüler mehr oder etwas mehr Spaß am Lernen, aber nur 24 Prozent der Oberstufenschüler. Umgekehrt hatten 23 Prozent der Pflichtschüler und 41 Prozent der Oberstufenschüler etwas weniger oder weniger Freude (Rest gleich viel oder weiß nicht). Ähnlich sieht es bei der Erledigung der Aufgaben aus: Im Vergleich zum Frühjahr gelangen knapp der Hälfte der Pflichtschüler die Aufgaben besser oder etwas besser, bei den Oberstufenschülern war dies nur bei 31 Prozent der Fall. Umgekehrt kamen nur 13 Prozent der Jüngeren etwas schlechter oder schlechter mit den Aufgaben zurecht, während dies bei 22 Prozent der Oberstufenschülern der Fall war (Rest: gleich gut oder weiß nicht).

Die Oberstufenschüler befanden sich zum Zeitpunkt der Befragung schon zwei Wochen länger zum zweiten Mal im Distance Learning. Darüber hinaus gab es für die Jüngeren auf Wunsch durchgängig Betreuung an den Standorten sowie mit dem 7. Dezember schon eine klare Rückkehrperspektive in den Präsenzunterricht.

Die Stichprobe der Befragung war nicht repräsentativ – so konnten etwa Schüler ohne entsprechende Geräteausstattung nicht teilnehmen. Es sei daher davon auszugehen, dass Risikogruppen unterschätzt werden, so die Autoren.

Von: apa

Kommentare

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28 Kommentare auf "Schüler haben im zweiten Lockdown Lernfreude verloren"


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kawarider 98
kawarider 98
Tratscher
12 Tage 23 h

i glab die Schüler sein do am wiangsten die leid trogenden sui müssen nit schaugen a Geld mit huam zu brengen und Familie zu ernähren

Kontrovers
Kontrovers
Grünschnabel
12 Tage 23 h

Diese Kinder sind unsere Zukunft und unsere Altersvorsorge.

kawarider 98
kawarider 98
Tratscher
12 Tage 22 h

@Kontrovers es geht aber zurzeit in die Gegenwart und nicht zukunft

Kontrovers
Kontrovers
Grünschnabel
12 Tage 19 h

Im Moment fokussieren wir uns nur auf das Leben im Hier und Jetzt. Wir müssen auch an die Zukunft denken. Morgen könnte es dafür zu spät sein.

halihalo
halihalo
Tratscher
12 Tage 18 h

wenn wir älter werden , werden wir alle von dieser jungen Generation abhängig werden so oder so…dann werden sie das Geld für uns nach hause bringen und Steuern zahlen für unsere Pension ….auch für dich vielleicht

Storch24
Storch24
Kinig
12 Tage 17 h

Dann kann ich nur Hilfe sagen, wenn ich in meinem Alter auf diese Menschen ( viele von denen) angewiesen bin. Angefangen von den Impf Verweigerern in den Altenheimen

ischJOwurscht
ischJOwurscht
Grünschnabel
12 Tage 13 h

@Storch24 

Frage, wozu sollten sich meine Schwiegeltern (sie sind beide über 92 Jahre jung! ;-)) )    Impfen lassen?
Beide hatten im Herbst Covid-19, beiden geht es gut!
Wozu????  zumindest die nächsten (ca.) 6 Monate sind sie geschützt! 😄☺😃😁

halihalo
halihalo
Tratscher
12 Tage 5 h

@Storch24
du kannst dich ja impfen…dann brauchst du keine Angst mehr von diesen Pflegern haben

Waltraud
Waltraud
Universalgelehrter
11 Tage 15 h

@Storch24
Dann kann ich nur hoffen, wenn Sie mal in dem Alter sind, ganz viele Pflegekräfte diesen Job an den Nagel gehängt haben.

Anja
Anja
Universalgelehrter
12 Tage 21 h
Dann müssen sie sich mehr anstrengen! es wird einem nichts geschenkt im leben, je früher man das begreift, desto besser! Die guten werdens trotzdem schaffen und die, dies nicht schaffen, wissen früher, dass der akademische weg nichts für sie ist und können einen anderen weg gehen… wir haben überall fachkräfte-mangel, nicht jeder muss auf biegen und brechen die schule abschließen! Diejenigen, die hier am lautesten jammern, sind Eltern der Schüler, die einfach zu bequem sind, selbst zu lernen und nur darauf warten, bis andere ihnen den Stoff vorkauen und sie dann mit ach und krach am Ende des Jahres in… Weiterlesen »
versteherin
versteherin
Tratscher
12 Tage 19 h

anja…hast du Kinder?

Trina1
Trina1
Superredner
12 Tage 18 h

@ Anja, Schule bedeutet Gemeinschaft, Austausch, Kontakte und Ansprechpartner.So einfach wie du würde ich mir die Angelegenheit nicht machen !

versteherin
versteherin
Tratscher
12 Tage 23 h

Glaube nicht, dass dieser Bericht jemanden besonders interessiert (leider). Viele Südtiroler zeigen sich in der Pandemie nicht gerade von ihrer kinderfreundlichen Seite und wie es den Kindern und Jugendlichen seit März geht, interessiert die Wenigsten. Habe Südtirol immer für kinderfreundlich gehalten, bin aber mittlerweile eines Besseren belehrt.

einervonvielen
einervonvielen
Superredner
12 Tage 20 h

Unsere Kinder stecken das besser weg, als viele Erwachsene! Sie halten konsequent die Regel ein und sind beide noch froh, dass Oma und Opa noch hier sind……..hört endlich auf ihr Waschlappen

Ars Vivendi
12 Tage 19 h

@einervonvielen..👍 das “Jammern” und die “Schuld bei Anderen suchen” muss frühzeitig erlernt werden….

inni
inni
Superredner
12 Tage 19 h

@einervonvielen
… es wird hier nicht von deinen Kindern geredet, sondern allgemein zum betreffenden Thema. Also kein Grund, ausfällig zu werden. Durch deine Reaktion hat man den Eindruck, dass du leicht überfordert bist.

versteherin
versteherin
Tratscher
12 Tage 17 h

ars…genau das meinte ich in meinem Kommentar. Es fehlt bei vielen das Verständnis für die Situation der Schüler. Du redest von jammern und die Schuld bei anderen suchen, darum geht es hier doch gar nicht.

einervonvielen
einervonvielen
Superredner
11 Tage 23 h

@inni, doch, ich rede von meinen Kindern….andere Kinder sehe ich momentan nicht allzu viele. Sofern ich persönliche Beispiele nicht bringen darf, entschuldige ich mich hiermit, hab wohl die Foren-Regeln nicht richtig gelesen…….PS: ob das an meiner Überforderung liegt 🙂

einervonvielen
einervonvielen
Superredner
11 Tage 23 h

inni…ich nochmals….ein bisschen wirr ist deine Antwort schon…. 

faif
faif
Superredner
12 Tage 20 h

…war a wunder dass dee kuan freid mehr hobm, miassn sich jo foscht ols selber beibrengen und nebenbei krieagn sie mit wie die erwochsenen oan superentscheidung noch der onderen olle 2 bis 5 tog obändern….

tom
tom
Universalgelehrter
12 Tage 13 h

Hobn ober an so guaten Zugang zu Wissen wia keine ondere Generation davor. I sog lei Youtube und Wikipedia

Time
Time
Grünschnabel
12 Tage 17 h

I konn des geplärre fa die Oberschialer nimma hearn. Mir olle miasen voziachten und miasen ba do orbat a noie wege gian. Des zoag lei wia unreif monche sein. Obo ba party mochen vozichtet a koano….

Trina1
Trina1
Superredner
12 Tage 16 h

@ Time, Partys mochn Erwachsenen die grösseren.Die Jugendlichen lernen von zu Hause net dahoam zu bleiben.

Waltraud
Waltraud
Universalgelehrter
12 Tage 15 h

Time
Am schlimmsten finde ich jene, die ihre eigene Jugend vergessen. Wohl schon als reifer Erwachsener geboren, was?

halihalo
halihalo
Tratscher
12 Tage 7 h

auch die Oberschüler gehn schon seid März letzten Jahres neue Wege !

Pepe
Pepe
Tratscher
12 Tage 19 h

….. Und viele haben durch den 2.Lockdown die Lebensfreude verloren….. Zusätzlich der Existenzängste

Storch24
Storch24
Kinig
12 Tage 17 h

Komisch , in Deutschland wehren sich die Jugendlichen vor vorzeitiger Öffnung der Schulen, weil sie Angst haben, und unsere Jugend will endlich wieder rein.

Waltraud
Waltraud
Universalgelehrter
12 Tage 15 h

Storch24
Wo haben Sie das gehört? Die Schüler die ich kenne, haben noch nie so sehr ihre Schule vermisst wie im Moment. Und natürlich den Kontakt zu anderen Kindern und Jugendlichen.

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