Horrortat an Schule in Lünen

Schüler soll Mitschüler in Nordrhein-Westfalen getötet haben

Dienstag, 23. Januar 2018 | 21:56 Uhr

Schockierende Gewalttat an einer Gesamtschule im westfälischen Lünen: Dort hat ein 15-Jähriger nach den bisherigen Ermittlungen einen 14 Jahre alten Mitschüler getötet. Polizisten nahmen den Jugendlichen kurz nach der Tat am Dienstag in der Früh im Rahmen einer Fahndung fest. Beide Jugendliche hätten die deutsche Staatsbürgerschaft, hieß es.

Der 15 Jahre alte Schüler sei tatverdächtig, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft in Dortmund mit. Er soll am Mittwoch einem Haftrichter vorgeführt werden. Den Ermittlern zufolge hatte der Tatverdächtige Dienstag früh gemeinsam mit seiner Mutter einen Gesprächstermin mit der Sozialarbeiterin in der Schule. Während des Wartens auf das Gespräch sei das spätere Opfer auf den Beschuldigten getroffen. Der Tatverdächtige habe ausgesagt, dass das Opfer seine Mutter mehrfach provozierend angeschaut habe und er dadurch derart gereizt worden sei, dass er seinen Mitschüler mit einem Messer in den Hals gestochen habe. Die Tatwaffe wurde am Tatort sichergestellt.

Der 15-jährige Tatverdächtige sei polizeibekannt und gelte nach Einschätzung der Sozialarbeiterin “als aggressiv und unbeschulbar”, teilten Polizei und Staatsanwaltschaft weiter mit. Der Schüler habe deswegen zwischenzeitlich eine andere Schule besucht, diese Maßnahme sei aber erfolglos geblieben, weshalb er wieder die Käthe-Kollwitz-Gesamtschule besuchen sollte.

Nach Polizeiangaben ist der verdächtige 15-Jährige in Deutschland geboren und hat neben der deutschen Staatsbürgerschaft einen kasachischen Pass. Bei dem getöteten 14-Jährigen handelt es sich demnach ebenfalls um einen Deutschen. Beide sollen Schüler der Gesamtschule gewesen sein.

Laut Polizei geschah die Tat am Dienstag kurz nach 8.00 Uhr. Streifenwagen und Rettungskräfte seien alarmiert worden. Der 15-Jährige sei kurz nach der Tat widerstandlos festgenommen worden, sagte der Staatsanwalt. Eine Mordkommission übernahm die Ermittlungen. “Im Moment laufen die Ermittlungen auf Hochtouren, warum das genau passiert ist, was genau passiert ist”, sagte eine Polizeisprecherin. Es werde nach Spuren gesucht, Zeugen würden vernommen.

Die Stadt kündigte für Mittwoch um 12.00 Uhr eine Schweigeminute in allen Schulen und im Lüner Rathaus an. “Diese schreckliche Tat macht mich tief betroffen. Unser tiefes Mitgefühl und unsere Anteilnahme gelten der Familie des Opfers”, teilte Kleine-Frauns auf der Internetseite der Stadt mit. Seelsorger betreuten Angehörige, Schüler und Lehrer.

Von: APA/ag.