Schutzmaterial nur teilweise als tauglich

Schutzanzüge aus China: Staatsanwalt hebt Beschlagnahme auf

Dienstag, 19. Juli 2022 | 10:11 Uhr

Bozen – Die Staatsanwaltschaft hat erst kürzlich die Beschlagnahme der Schutzanzüge aufgehoben, die im Jahr 2020 aus China wegen der Corona-Pandemie gekauft worden waren.

Die Ausrüstung entspricht zwar nicht europäischen Sicherheitsnormen. Trotzdem habe sie in nur zehn Tagen dazu beigetragen, um die Anzahl der Ansteckungen unter Krankenhausärzten und Pflegekräften zu reduzieren. So argumentieren die Anwälte Paolo und Federico Fava, die die Verteidigung vom Generaldirektor des Sanitätsbetriebs, Florian Zerzer, übernommen haben. Gegen Zerzer wird neben Oberalp-Geschäftsführer Christoph Engl ermittelt, der von Anwalt Gerhard Brandstätter vertreten wird.

Das Gutachten, das vom Richter im Rahmen des Beweissicherungsverfahrens angeordnet worden war, ist diesbezüglich allerdings zu keinem klaren Ergebnis gekommen, berichtet Alto Adige online. Gerichtsmediziner Sandro La Micela konnte nicht klären, ob das Argument der Verteidigung wissenschaftlich fundiert ist, oder nicht.

Auch die Schutzmasken hätten den Anwälten zufolge dazu beigetragen, die Infektionsrate von sechs auf 0,2 Prozent zu reduzieren. Dem Gutachten zufolge entsprachen die Masken allerdings nicht dem vorgeschriebenen Standard. Die Schutzanzüge wurden hingegen als ausreichend eingestuft.

Die Verteidigung bekräftigt, dass der Sanitätsbetrieb die Schutzausrüstung – Anzüge und Masken – in einem Ambiente mit niedrigem bis mittlerem Risiko verteilt habe.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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8 Kommentare auf "Schutzanzüge aus China: Staatsanwalt hebt Beschlagnahme auf"


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primetime
primetime
Kinig
25 Tage 7 h

Na wenn das so ist braucht es in gewissen Sparten ja keine Sicherheitsstandards mehr.
Oder es gibt eine neue Kategorie: Halbwegs geschützt aber nicht ganz

Kinig
25 Tage 5 h

Wenn sie freigegeben wurden, will heißen dass sie schützen.
Freut doch , dass alles gut ist.
Oder wollt ihr immer nur Schuldige, Angeklagte sehen ?

MartinSchmidt
MartinSchmidt
Grünschnabel
25 Tage 2 h

Wenn es in einer totalen Notsituation wie man sie auf der Welt noch nicht gesehen hat handeln muss und die Wahl hat aus nicht dem EU Standard entsprechender Schutzausrüstung oder gar keine Schutzausrüstung, was würdest du wählen?

primetime
primetime
Kinig
25 Tage 1 h

@Storch24 @Martin Schmidt mir geht es nicht darum einen schuldigen zu finden oder lieber schlecht als garnicht geschützt sondern dass dieses Urteil in Zukunft für so viele Vergleiche von generellem Schutzmaterial als Vergleich vor Streitfällen hergenommen werden kann.
Die Frage ist nun auch, wann darf man EU Standards für Schutzmaterial ignorieren und wann nicht? Das könnte durchaus Tür und Tor für minderwertiges Importmaterial öffnen

Krissy
Krissy
Universalgelehrter
24 Tage 22 h

@Storch24
Fragt sich nur an wem?
Reinigungspersonal, Maler, ?
Da erfüllen sie sicher ihren Zweck.

Doolin
Doolin
Kinig
25 Tage 6 h

…dafür hams 2 Jahre gebraucht…und was geht jetzt damit?…

MartinSchmidt
MartinSchmidt
Grünschnabel
25 Tage 2 h

Absoluter Witz das Ganze!
In einer Notsituation wo es auf dem ganzem Weltmarkt keine Schutzausrüstung gab wurden tausende beschlagnahmt weil sie keinen EU Siegel haben und hunderte Hilfskräfte mussten komplett ohne auskommen. 
Einfach nur eine lächerlicher Publicity stand eines Aufmerksamkeits-geilen Staatsanwalt der sich hier brüsten will. 
Was lernt man daraus? In Italian ja nie im Notfall helfen!! Jemand wird dich danach verklagen dass du nicht die richtigen Zettel ausgefüllt hast. 

primetime
primetime
Kinig
24 Tage 10 h

Dann finde ich dass in Zukunft auch chinesische Ware welche nichts mit Sicherheit zu tun hat und kein CE Zeichen besitzt nicht beschlagnahmt werden darf.
Rein rechtlich, nur weil es eine Notsituation war, dürfte es nicht legitimiert werden diese Regeln/Normen zu vernachlässigen denn es könnte somit zu einem Präzedenzfall für anderes werden

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