Seit Montag herrscht schreckliche Gewissheit

Schwager nach Tötung von vierköpfiger Familie in U-Haft

Dienstag, 07. März 2017 | 11:39 Uhr

Nach der brutalen Tötung einer vierköpfigen Familie in Frankreich ist der Schwager des umgebrachten Vaters in Untersuchungshaft genommen worden. Er wurde formell des mehrfachen Mordes beschuldigt, verlautete aus Justizkreisen. Auch seine Lebensgefährtin – die Schwester des getöteten Familienvaters – wanderte in U-Haft. Sie soll geholfen haben, den Tatort zu säubern und die Leichen zu verstecken.

Tagelang hatte Frankreich über das Verschwinden der Familie Troadec gerätselt, rund 100 Beamte der Kriminalpolizei arbeiteten unter Hochdruck an dem Fall. Seit Montag herrscht schreckliche Gewissheit: Der aufgrund von DNA-Spuren in Verdacht geratene Schwager gestand, das Ehepaar Pascal und Brigitte Troadec, deren 21 Jahre alten Sohn Stephane und die 18-jährige Tochter Charlotte mit einer Brechstange erschlagen zu haben. Hintergrund ist offenbar ein langjähriger Erbschaftsstreit um Goldmünzen.

Die Leichen wurden noch nicht gefunden. Der Verdächtige soll sie “zerstückelt, zum Teil verscharrt und zum Teil verbrannt” haben, wie der Staatsanwalt von Nantes, Pierre Sennes, sagte. Das Blutbad ereignete sich in einer Nacht Mitte Februar im Haus der Troadecs nahe der westfranzösischen Stadt Nantes. Der Beschuldigte drang in das Haus ein, um – wie er selbst angegeben habe – Informationen zu der Erbschaft zu sammeln, sagte der Staatsanwalt. Das Ehepaar Troadec habe etwas gehört und sei mit einer Brechstange die Stiege herabgestiegen, um nach dem Rechten zu sehen.

Der Schwager habe ihnen dann die Stange abgenommen und sie damit erschlagen, sagte Staatsanwalt Sennes. Danach habe er die beiden Kinder getötet, die gerade zu Besuch im Haus ihrer Eltern waren. Der Vertreter der Anklagebehörde sprach von einer besonders brutalen Tat. In den folgenden Tagen kehrten der Beschuldigte und seine Lebensgefährtin mehrfach in das Haus zurück, um die Leichen und Spuren zu beseitigen.

Hintergrund der Tat ist vermutlich ein alter Erbschaftsstreit: Seit gut zehn Jahren soll der Verdächtige seinem Schwager vorgeworfen haben, Goldmünzen aus einer Erbschaft für sich behalten zu haben, anstatt sie mit der Familie zu teilen. Der Erbschaftsstreit habe ihn “sehr aufgewühlt”, sagte der Staatsanwalt. Dem Mann droht bei einem Prozess und einer Verurteilung lebenslange Haft.

Von: APA/ag.