Schweizer stimmten über Covid-Zertifikat ab

Schweizer stimmen für Coronakurs der Regierung

Sonntag, 28. November 2021 | 17:33 Uhr

Nach einem teilweise emotionalen Abstimmungskampf haben sich die Schweizer mehrheitlich hinter die Maßnahmen der Regierung zur Bewältigung der Corona-Krise gestellt. Bei einem Volksentscheid sprachen sich am Sonntag 62,01 Prozent für das Covid-19-Gesetz aus. Umstritten war vor allem das im Gesetz vorgesehene Covid-Zertifikat, das von Impfgegnern als diskriminierend bekämpft wird. Angenommen wurde auch eine Initiative zur Attraktivierung des Pflegesektors.

Die rechtskonservative SVP hatte gemeinsam mit mehreren anderen Gruppierungen das Referendum gegen den Covid-Pass unterstützt. Sie halten es für unangemessen, ein Zertifikat als Eintrittskarte zu verlangen. Dies spalte das Land und führe zu einem indirekten Impfzwang. Die Regierung hatte hingegen argumentiert, dass ohne solch einen Nachweis über Impfung, Genesung oder negativen Corona-Test Großveranstaltungen verboten werden müssten und es wieder zu landesweiten coronabedingten Schließungen kommen werde.

Für die Befürworter zählte vor allem, dass das Zertifikat scharfe Einschränkungen des öffentlichen Lebens und der Wirtschaft verhindert. Die Alpenrepublik verfolgte während der gesamten Krise einen vergleichsweise liberalen Kurs und verfügte weniger einschneidende Maßnahmen als die Nachbarländer. Dies trug dazu bei, dass die Wirtschaft wenig Schaden nahm. Gegenwärtig ziehen jedoch auch in der Schweiz die Fallzahlen stark an. Dies hat auch damit zu tun, dass die Impfquote niedriger ist als in den meisten anderen europäischen Ländern. Weil die Krankenhäuser die Patienten immer noch betreuen können, hat die Regierung bisher auf neue Einschränkungen verzichtet. Dennoch warnen Experten, dass sich die Situation auch in der Schweiz weiter zuspitzen dürfte.

Bei einem weiteren Referendum sprachen sich 61 Prozent für Reformen im Pflegesektor aus, um diese Berufe attraktiver zu machen und die Versorgung der alternden Bevölkerung sicherzustellen. Die Initiatoren – darunter Berufsverbände und linke Parteien – verlangten unter anderem mehr Lohn, bessere Arbeitsbedingungen sowie mehr Geld für die Aus- und Weiterbildung. Die Mehrheit dürfte vor allem deshalb zu Stande gekommen sein, weil viele Bürger den Einsatz der Pflege während der Corona-Krise honorieren wollten. Damit dürfen sich die Pflegenden unter anderem auf höhere Löhne freuen.

Bei einer dritten Abstimmung zur Bestellung von Bundesrichtern gab es hingegen ein klares Nein. 68,1 Prozent der Stimmbürger lehnten den Vorstoß ab, die Rechtssprecher nicht mehr vom Parlament wählen zu lassen, sondern von unabhängigen Experten und per Losentscheid.

Von: APA/dpa/Reuters

Kommentare

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20 Kommentare auf "Schweizer stimmen für Coronakurs der Regierung"


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Andreas1234567
Andreas1234567
Universalgelehrter
1 Monat 24 Tage
Hallo zum Abend, es ist nicht so es wäre ein Erdrutschsieg der Fraktion” tolle Massnahmen, viele Massnahmen, mehr davon” Es geht darum ein in 09/2020 beschlossenes Gesetz fortzuführen an dem festgesetzte Förderungen und Zuschüsse für alle diejenigen hängen welche durch Schliessungen/Verbote durch die Finger schauen würden. Die Schweizer haben in der Mehrheit für diese finanzielle Sicherheit gestimmt. Die Einschränkungen dafür sind erträglich, es gilt generell 3G, es gibt keinen Ausschluss für nichts und niemanden um den Preis sich notfalls testen zu lassen. Die Schweizer denken nicht im Traum daran Bevölkerungsgruppen mit Supergrünpässen von der Gesellschaft komplett auszugrenzen oder Impfskeptiker bis… Weiterlesen »
Ronja Raeubertochter
1 Monat 24 Tage

Spannend, dass Sie als Deutscher wissen was wir Schweizer denken…
Eine Mehrheit der Bevölkerung nimmt die Pandemie ernst und steht hinter den Massnahmen des Bundesrates – und dies haben wir heute an der Urne ausgedrückt!

Andreas1234567
Andreas1234567
Universalgelehrter
1 Monat 24 Tage

Hallo @Ronja Räubertochter,

hab nur geschrieben was zur Abstimmung stand und wie das entschieden wurde.

Tatsache ist jedoch eines, wäre das heute verlängerte Schweizer Bundesgesetz in D, A oder Südtirol ab morgen “gängiges Gesetz” gäbe es ein Mordsgeschrei eben gerade derjenigen die wahrscheinlich nur in der Überschrift “für und Corona” entdeckt haben und sofort in Verzückung geraten sind.

Nach Schweizer Bundesgesetz waren/sind weiterhin 2G, 2 G+ ,Supergrünpässe und ähnliche Fantasien undenkbarer Unfug.

Gruss aus D

Tata
Tata
Superredner
1 Monat 24 Tage

@Ronja Raeubertocher do gscheide Piefke hot olm a groaßa Klappe

Kingu
Kingu
Tratscher
1 Monat 24 Tage
@Ronja Raeubertochter Viele wollen es einfach nicht wahr haben, selbst darf ich in der Schweiz nicht wählen, meine schweizer Kollegen waren alle für das Gesetz, viele auch darunter die für 2G stimmen würden. Da wir den Mutationen nur hinterher laufen, durch die niedrige Impfquote und sollte sich die neue Variante als riskant heraus stellen, werden wir um 2G für die, die am wirtschaftlichen Leben teilzuhaben wollen nicht herum kommen. Immerhin können sich selbst die reicheren Staaten wie die EFTA Staaten, Kanada und Australien ebenfalls nicht mehr zig Lockdowns leisten. Vielen verstehen nicht, dass nach ihnen nicht nur die Sintflut kommt… Weiterlesen »
Storch24
Storch24
Kinig
1 Monat 24 Tage

Danke , die intelligenten sterben also nicht aus

Korl
Korl
Tratscher
1 Monat 24 Tage

Des isch Demokratie ! , do kannt der Draghi an kurs mochn

BabaYaga
BabaYaga
Neuling
1 Monat 23 Tage
Teil 1: Das nun durchs Ja, das Covid-19-Gesetz bis Ende 31 gilt, gibt dem Bundesrat eine Blankovollmacht zum mit der Bevölkerung Schlittenfahren. Das Covid-19-Gesetz ist «extrem», diskriminiert Ungeimpfte, spaltet die Gesellschaft noch mehr, führt zu einer elektronischen Massen-Überwachung und zu einem indirekten Impfzwang durch die Einführung eines Covid-Pass und der Bundesrat hat so noch mehr macht zur Verhängung von Covid-Maßnahmen erhalten. An div. Veranstaltungen gelten keine Abstandsregeln und keine Maskenpflicht mehr. Wer kann garantieren, dass Geimpfte nicht andere Personen anstecken können? Das Covid-Zertifikat sagt nicht aus, ob man aktuell mit dem Covid-19-Virus angesteckt ist. Die aktuellen Beispiele beobachtet man in… Weiterlesen »
BabaYaga
BabaYaga
Neuling
1 Monat 23 Tage
Teil 2: In der Schweiz werden seit Jahren Spitäler geschlossen und Betten abgebaut. 700 Intensivbetten nur seit letztem Jahr und in den letzten 20 Jahren jedes sechste Spitalbett abgebaut die Anzahl verfügbarer Intensivbetten ist derzeit das ausschlaggebende Kriterium für allfällige Verschärfungen der Corona-Maßnahmen, die bereits seit gestern umgesetzt wurden.  Im April 20 standen 1556 Intensivbetten zur Verfügung, davon waren zu diesem Zeitpunkt 787 unbelegt. Im November 20 gab es 1127 verfügbare Betten, 279 davon unbelegt. Gegen ende August, sank die Zahl der Betten nochmals: Gemäß Homepage des BAG waren noch 155 unbelegt von insgesamt 828 Intensivbetten. Ach noch was auch… Weiterlesen »
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