Verwüstungen nach Überflutung auf Sizilien

Schwere Schäden nach Unwettern in Italien

Montag, 05. November 2018 | 15:04 Uhr

Italien hat nach den Unwettern der vergangenen Tage mit der Schadensaufnahme begonnen. Die Regierung in Rom kündigte Unterstützung für die betroffenen Gebiete an. Das Kabinett will diese Woche 250 Millionen Euro für erste Hilfen locker machen. Eine Milliarde Euro soll im Rahmen des Haushaltsplans zur Vorbeugung von Naturkatastrophen aufgebracht gemacht werden, verlautete es in Rom.

Der Trentiner Landeshauptmann, Maurizio Fugatti, hat die Schäden infolge der schweren Unwetter in der autonomen Provinz mit rund 300 Millionen Euro beziffert. Besonders betroffen seien die Landwirtschaft und die Wälder. Intensive Räumungsarbeiten seien auf den von Erdrutschen beschädigten Straßen im Gange, berichtete Fugatti am Montag.

Luca Zaia, Präsident der ebenfalls von schweren Unwetterschäden betroffenen Region Venetien, versicherte, dass die Skipisten des Dolomiten-Raums Belluno nach Plan am 8. Dezember öffnen werden. “Es wird zu keinen Verzögerungen beim Start der Skisaison geben”, sagte Zaia. Er appellierte an Touristen und an Skifahrer, aus Solidarität den Raum von Belluno zu besuchen. “Unsere Bergortschaften werden sie mit Freude empfangen”, sagte Zaia.

Zaia forderte einen “Marshall-Plan” für die Region um Belluno. Es drohe die Entvölkerung der Berggemeinden, die ohnehin schon von einem starken Geburtenrückgang belastet seien. Zaia versicherte aber, dass Belluno sich aufs Beste auf die Skiweltmeisterschaft 2021 im naheliegenden Cortina vorbereiten werde. Cortina werde sich weiterhin mit Mailand um die Olympischen Winterspiele 2026 bewerben, versicherte Zaia.

Auf Sizilien liefen die Ermittlungen nach der Überflutung eines Hauses in Casteldaccia nahe Palermo. Dabei waren am Samstag neun Personen, Mitglieder einer Familie, ums Leben gekommen sind. Laut den Ermittlern sind Bauvorschriften missachtet worden. Der Verdacht lautet auf fahrlässige Tötung.

Sizilien bereitete sich inzwischen auf die Trauerfeier für die neun Familienmitglieder vor. Die Familie, darunter auch drei Kinder, aus Palermo hatte das Wochenende in dem gemieteten Gebäude verbracht. Der Bach Milicia trat nach schweren Regenfällen am Samstagabend über die Ufer und flutete das Haus mit Wasser und Schlamm. Die Trauerzeremonie ist am Dienstag in der Kathedrale von Palermo geplant.

Umweltschutzverbände kritisierten den “verantwortungslosen Städtebau und die Missachtung der Baunormen”. In Italien werde überall und ohne Rücksicht auf europäische Standards gebaut. Nach Angaben des Zivilschutzes sind 70 Prozent der italienischen Gemeinden wegen nicht genehmigter Bauten und abgeholzter Wälder von Überschwemmungen bedroht.

Unwetter hielten unterdessen Süditalien weiter im Würgegriff. Neue heftige Regenfälle wurden auf Sizilien und Sardinien gemeldet. Wegen Überschwemmungen in Kalabrien wurde die regionale Bahnlinie zwischen Catanzaro und Crotone gesperrt.

Von: apa

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