In Südtirol nur 80 Einsätze

Schwere Unfälle durch Feuerwerkskörper in Wien und Tirol

Montag, 01. Januar 2018 | 12:10 Uhr

Wien/Tirol/Südtirol – Zum Jahreswechsel ist es in Wien und Tirol zu schweren Unfällen mit Feuerwerkskörpern gekommen. Ein explodierender Feuerwerkskörper trennte einem 41-Jährigen in Wien-Donaustadt mehrere Finger der rechten Hand ab. In Innsbruck wurde indes ein 30-jähriger Ungar am Neujahrstag durch eine Rakete schwerst verletzt. Ihm zerfetzte eine explodierende Rakete nahezu die gesamte linke Hand.

Wie die Polizei berichtete, hob der Mann in Innsbruck den am Boden liegenden, offenbar noch nicht ausgelösten Feuerwerkskörper auf und versuchte, diesen anzuzünden. Dabei explodierte die Rakete. Der Schwerstverletzte wurde von Rettungssanitätern sowie einem Notarzt erstversorgt und anschließend in den Schockraum der Universitätsklinik Innsbruck eingeliefert. Dort wurde er operiert. Zu dem Unfall war es gegen 6.00 Uhr im Innsbrucker Stadtgebiet gekommen.

In Wien-Donaustadt wurde die Berufsrettung kurz nach Mitternacht zu dem Unfall in der Josef-Baum-Gasse gerufen. Dort hatte ein explodierender Feuerwerkskörper einem 41-Jährigen mehrere Finger der rechten Hand abgetrennt. Zwei Teams versorgten den Patienten bis zur Einlieferung ins Spital.

In Virgen in Osttirol wurde ein 35-jähriger Einheimischer von einer Rakete im Halsbereich getroffen. Der Osttiroler hatte auf einer Wiese vor seinem Haus ein sogenanntes Batteriefeuerwerk gezündet. Nach der Erstversorgung durch seine Freundin, Notarzt und Rettungsteam wurde er in das Bezirkskrankenhaus Lienz eingeliefert, wo er stationär aufgenommen wurde.

Auch in Oberösterreich kam es zu Unfällen mit Feuerwerkskörpern. In Leonding (Linz-Land) verletzte sich ein 49-jähriger Mann beim Hantieren mit einem Feuerwerkskörper schwer an Daumen und Zeigefinger. Er wurde von der Rettung ins Unfallkrankenhaus Linz gebracht. Im Bezirk Braunau wollte ein 25-Jähriger aus Pischelsdorf kurz nach Mitternacht auf der Wiese neben seinem Haus ein Batteriefeuerwerk entzünden. Dabei wurde er durch Raketen im Gesicht und an der linken Hand verletzt. Auch er musste ins Krankenhaus gebracht werden.

Für die Berufsrettung war es allgemein eine herausfordernde Nacht, wie diese am Neujahrstag berichtete. 473 Einsätze verzeichnete die Wiener Berufsrettung von Sonntag 19.00 Uhr bis Montag 7.00 Uhr. Es war “wie gewohnt eine der einsatzstärksten Nächte des Jahres”, hieß es.

Die Berufsfeuerwehr Wien berichtete indes von 260 Einsätzen in der vergangenen Dienstschicht. Zahlreiche Zimmerbrände, in Brand geratene Pkw, viele Kleinbrände wie entflammte Müllbehälter oder Gestrüpp und diverse “technische Einsätze”, dazu zählen etwa Verkehrsunfälle, wurden “abgearbeitet”, hieß es am Neujahrstag in einer Bilanz.

Die niederösterreichischen Rettungsdienste haben zu Silvester insgesamt 277 Notfalleinsätze verzeichnet. Der Jahreswechsel 2017/18 war damit einer der ruhigsten der vergangenen Jahre, berichtete Notruf NÖ am Montag. Vier Mal rückten die Helfer wegen Verletzungen durch Böller, Raketen und Kracher aus, im Vorjahr hatte es noch elf solcher Einsätze gegeben.

In Südtirol hingegen blieb es die Silvesternacht relativ ruhig. Im Gegensatz zu anderen Jahren, wo deutlich mehr Einsätze registriert wurden, wurden von der Landesnotrufzentrale heuer nur 80 Einsätze gemeldet. Abgesehen von der Kohlenmonoxidvergiftung in Abtei und einer Handverletzung in Meran, wurden heuer fast nur medizinische Notfälle – unter anderem wegen zu großem Alkoholgenuss gemeldet.

Laut übereinstimmen Medienberichten musste nur die Bozner Berufsfeuerwehr ausrücken, um in der Bozner Turinstraße einen Müllcontainerbrand zu löschen.

Von: apa

Bezirk: Bozen