Wetterextreme auch in Japan

Schwere Unwetter forderten in Japan mindestens 30 Tote

Samstag, 07. Juli 2018 | 18:20 Uhr

Bei Überschwemmungen und Erdrutschen nach schweren Unwettern in Japan sind mindestens 30 Menschen ums Leben gekommen. Regierungschef Shinzo Abe sprach am Samstag von einer “extrem ernsten Lage” und wies sein Kabinett an, alles zur Rettung der Opfer zu unternehmen. Die Behörden ordneten laut dem Katastrophenschutz die Evakuierung von 1,9 Millionen Menschen an.

Laut dem Fernsehsender NHK sollten sogar 3,2 Millionen Menschen in Sicherheit gebracht werden. Die Zahl der Todesopfer aufgrund der Überschwemmungen dürfte nach offiziellen Angaben noch weiter steigen. Der Fernsehsender NHK berichtete bereits von 49 Todesopfern. Erdrutsche und Sturzfluten gab es unter anderem in den Regionen Hiroshima, Ehime, Okayama und Kyoto.

Besonders betroffen von den starken Regenfällen war die Region um die Millionenstadt Hiroshima. Allein dort wurden 23 Tote und 21 Vermisste gemeldet. Auf der südwestlichen Hauptinsel Shikoku starben 18 Menschen. Die Zahl der Opfer könnte noch weiter steigen. Fünf Menschen schwebten in Lebensgefahr.

Berichten zufolge verließen wegen der Wassermassen Hunderttausende ihre Häuser. Andere mussten sich auf die Dächer ihrer Häuser retten und harrten dort aus, bis die Rettungsteams sie erreichten. Wie die Nachrichtenagentur Kyodo meldete, wurden Hunderte Häuser beschädigt, Tausende Helfer waren im Einsatz.

Die Wetterbehörde warnte vor weiteren Erdrutschen und Hochwasser. Vor allem in den Präfekturen Kyoto und Gifu gebe es “noch nie da gewesene Niederschläge.” Eine Entspannung der Lage ist nicht in Sicht. Der Wetterdienst gab für den Westen des Landes eine Unwetterwarnung der höchsten Stufe heraus. Die Meteorologen sagten für das gesamte Wochenende weitere heftige Regenfälle voraus.

Nach Regierungsangaben waren etwa 50.000 Soldaten, Polizisten und Feuerwehrleute im Einsatz. Weitere 21.000 Soldaten waren in Alarmbereitschaft. Er habe die Armee angewiesen, alle verfügbaren Mittel für die Rettungsarbeiten einzusetzen, erklärte Verteidigungsminister Itsunori Onodera.

Von: APA/dpa/ag.

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