Intensivstationen derzeit sehr gefordert

Schwerkranke Corona-Patienten lange auf Intensivstationen

Montag, 30. März 2020 | 05:35 Uhr

Etwa drei Prozent der Covid-19-Patienten müssen intensivmedizinisch betreut werden. Ihr Zustand ist oft ernst. Sie bleiben auch zu einem Großteil lange auf der Intensivstation. Dies erklärten der Präsident der Österreichischen Gesellschaft für Anästhesie, Reanimation und Intensivmedizin (ÖGARI), Klaus Markstaller (MedUni Wien/AKH) und Walter Hasibeder (Krankenhaus Zams/Tirol) gegenüber der APA.

“Viele überstehen die Krankheit ohne Symptome. Einige Covid-19-Patienten haben leichte Symptome. Aber diejenigen, die in Intensivpflege kommen, zeigen zum Großteil schwere Krankheitsverläufe. Sie müssen oft ans Beatmungsgerät bzw. invasiv beatmet werden. Das ist eine schwere Erkrankung. Das Tragische ist, dass zwar der Prozentsatz dieser Patienten niedrig ist. Aber wenn die Virusübertragung hoch ist und hoch bleibt, kann der Bedarf der Patienten an Intensivpflege das Gesundheits- und Spitalswesen überlasten”, sagte Markstaller.

Die Experten stehen in Österreich und international im Austausch, um die neuesten Erfahrungen auszutauschen. Das sei derzeit besonders wichtig, sage Walter Hasibeder, Ärztlicher Leiter der Abteilung für Anästhesie und Operative Intensivmedizin am Krankenhaus Zams in Tirol: “Wir haben noch keine große Erfahrung mit dieser Krankheit. Sie ist keinesfalls zu vergleichen mit einer Influenza-Viruspneumonie.”

Derzeit sei man in Zams mit den Covid-19-Patienten auf der Intensivstation völlig ausgelastet. Insgesamt gebe es zwölf Betten, elf davon seien mit Covid-19-Erkrankten belegt. Man habe noch eine Reserve von Intermediate Care-Betten, die man ebenfalls aufrüsten könnte, doch es stelle sich immer die Frage des verfügbaren Personals.

“Am Anfang hatten wir jüngere Patienten. Jetzt kommen ältere. Aber das sind keine Personen, die sonst schon sehr krank wären. Die haben vielleicht einen Bluthochdruck oder Ähnliches, aber sie haben bisher in ihrem Leben ganz normal ‘funktioniert’. Wir hatten bisher keine wirklich gebrechlichen Personen, die wegen Covid-19 auf die Intensivstation mussten”, erklärte Hasibeder.

Die meisten Betroffenen würden zunächst auf eine normale Isolierstation kommen. Bei den späteren Intensivpatienten könne es rasch zur Verschlechterung ihres Zustandsbildes kommen. Der Intensivmediziner: “Das geht sehr schnell. Da kommt man in der Früh vorbei und sieht, dass der Zustand eigentlich ganz gut ist. Man kommt mit einer nicht-invasiven Unterstützung der Atmung aus. Und am Nachmittag muss dann bereits intubiert werden”, schilderte Hasibeder einen typischen Verlauf.

Hinzu komme, dass eine schwere Covid-19-Erkrankung oft lange intensivmedizinisch Versorgung bedingte. Der Tiroler Intensivmediziner: “Bei einem septischen Schock, zum Beispiel nach einer Darmperforation, wird das chirurgisch saniert. Die Patient kommt auf die Intensivstation, ist schnell stabil und wird nach fünf bis sechs Tagen extubiert. Bei den Covid-19-Patienten dauert das viel länger. Man sieht vielleicht im Lungenröntgen kleine Fortschritte. Aber wir haben noch kein Muster, wie sich die Krankheit wann entwickelt. Ich hoffe, dass wir keine Patienten verlieren”, sagte Hasibeder.

Die schweren Verläufe der Krankheit durch SARS-CoV-2 könnten auch mit zwei bis drei Wochen Intensivstation für die Patienten enden, sagte der Experte. Das Problem: Damit sind auch die Kapazitäten der Intensivstationen entsprechend lange blockiert. Das ist – auch bei in Österreich im internationalen Vergleich vielen Intensivbetten – die gefährlichste Problematik, in welche das Gesundheitswesen hineinlaufen könnte.

International gehe man von einem intensiven Behandlungsbedarf bei fünf bis zehn Prozent der Erkrankten aus, sagte Markstaller. Die Mortalität liege bei leichtem Verlauf der Erkrankung bei etwa einem Prozent. “Aber bei Patienten mit schwierigem Verlauf gibt es laut den derzeitigen Erkenntnissen eine Mortalität von 30 bis 40 Prozent”, erklärte der Experte. Solche Verläufe könnten sich auch bei vergleichsweise jungen und gesunden Personen einstellen.

Von: apa

Kommentare
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FC.Bayern
FC.Bayern
Superredner
2 Monate 12 h

Und man darf aucht nicht vergessen , wär länger Beatmet wird , muss leider auch mit Lebenlangen schäden an der Lunge rechnen !

Marisa
Marisa
Superredner
2 Monate 11 h

Es ist wohl auch so daß das Virus selbst Schäden an der Lunge hinterlassen kann.

lottchen
lottchen
Superredner
2 Monate 11 h

ja leider ist es auch ein risiko, dazu gibt es erste studien die zeigen, dass es durch das virus und damit verbundene entzündung und verwässerung des gewebes, eine starke vernarbung und somit schädigung der lungen geben kann was bedeutet dass auch menschen die zwar komplett ausheilen trotzdem auch schwere lungenschäden davon tragen könnten. ist noch alles in den kinderschuhen, wäre aber fatal weil es bedeuten würde dass es dadurch zu langzeitgeschädigte kommt die dadurch teilweise sogar arbeitsunfähig werden könnten.

Missx
Missx
Universalgelehrter
2 Monate 11 h

@fc bayern
Hallo, wie schaut die Situation bei dir in Pattaya aus?
Hat deine GoGo Bar zu? Wovon lebst du jetzt?
Deine Komentare erscheinen immer tagsüber Mitteleuropäischer Zeit, Thailand hat aber 6 Stunden plus.

FC.Bayern
FC.Bayern
Superredner
2 Monate 11 h

@Missx In Thailand ist auch alles geschlossen momentan , es gibt empfehlungen von der Regierung , man kann sich aber bewegen in den Provinzen .
Ich bin seid ende Februar in Europa ,
in Deutschland …

Leonor
Leonor
Superredner
2 Monate 10 h

Missx

Du warst auch bei Weihnachtsferien in Indonesien….keine Kekse usw

Mistermah
Mistermah
Kinig
2 Monate 8 h

Deswegen sind die KHs auch so überlastet. Es staut in den Intensivstationen. Es kommen mehr Patienten dazu wie entlassen werden können bzw sterben. Somit werden die Plätze immer weniger. Auch jene die keine Beatmung brauchen, liegen wochenlang flach. Diese Krankheit ist genau deswegen so gefährlich. Die Genesung ist extrem mühsam und bedarf Wochen.

Marisa
Marisa
Superredner
2 Monate 6 h

@Mistermah
Zum Glück gibt es eine große Anzahl von Leuten die sich angesteckt haben bei denen die Krankheit mit leichten beschwerden verläuft. Leider kann der schwere Verlauf jeden treffen das weiß niemand vorher.

Don Bass
Don Bass
Superredner
2 Monate 9 h

Drei Prozent der Patienten af der Intensivstation? Und wie kann dann Italien eine Todesrate von 11-12% der Infizierten haben?

Daedalus
Daedalus
Neuling
2 Monate 6 h
Lieber don bass, dir ist wohl in den letzten wochen entgangen, dass grösstenteil nur personen mit starken symptomen auf covid getestet werden. Entsprechen gibt es eine deutlich höhere anzahl an infizierten als die derzeit ca. 100.000 italiener. Vielleicht sind es 10 mal soviele, d.h. 1 mio italiener! Entsprechend sind dann 10000 tote genau 1%. Wenn du genau schaust sind es in jedem land anfangs weniger als 1% tote… und mit der zeit ( man kommt ja irgendwann nicht mehr nach mit dem testen – und muss sich daher auf die problematischen fälle konzentrieren) sind es dann 2 oder 3 oder… Weiterlesen »
genau
genau
Kinig
2 Monate 5 h

Wegen der Dunkelziffer.

Gredner
Gredner
Universalgelehrter
2 Monate 8 h
Wenn ich die Funktionsweise der beatmungsgeräte richtig verstanden habe, so gibt es davon zwei Typen: – 1. jene mit Rückatmun, wo aus der verbrauchten LuftCO2 entzogen und Sauerstoff zugeführt wird nud diese wiederum in die Lunge gepumpt wird – 2. jene wo die verbrauchte Luft in die Umgebung geblasen wird. Beide Systeme haben beim Coronavirus einen gravierenden Nachteil: – im ersten Fall werden die ausgeatmeten Viren wieder in die Lunge zurückgepumpt – im zweiten Fall wird die Umgebungsluft mit Viren verseucht Es bräuchte also in jedem Fall einen Virenfilter für die ausgeatmete Luft und separate Schläuche für ein ein- und… Weiterlesen »
Daedalus
Daedalus
Neuling
2 Monate 6 h

Wenn die viren erstmal im rachen da sind und sich bereits verbreitet haben,dann ist es für den infizierten irrelevant ob sie danach in der luft herumschwirren.
Wenn du masern hast und dein bruder im selben zimmer ebenso, dann dauern die symptome eben immer noch gleich lang wie wenn du alleine im zimmer wärst. Oder weiteres beispiel: du hast die grippe und dein partner ebenso…. dann habt ihr nicht „länger“ die grippe.

Don Bass
Don Bass
Superredner
2 Monate 4 h

Der Gesundheitszustand bessert sich erst mit Bildung von Antikörpern.

Gredner
Gredner
Universalgelehrter
1 Monat 29 Tage

@Daedalus oh nein! Es macht einen grossen Untershcied, ob man die Viren absaugt und herausfiltert, oder ob man sie nochmals in die Lunge pumpt und dadurch die Infektion verstärkt.

Und die Viren, die im Zimmer herumschwirren mögen zwar dem Pazienten egal sein, nicht aber dem Pflegepersonal, das in der Nähe arbeitet.

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