Blutbad am hellichten Tag

Sechs Polizisten in Mexiko erschossen

Samstag, 02. Juni 2018 | 14:34 Uhr

Ein halbes Dutzend weitere Morde in einer schier endlosen Kette brutaler Gewalt: Bei einer Verkehrskontrolle sind in Mexiko sechs unbewaffnete Polizisten erschossen worden. Nach Angaben lokaler Medien starben fünf Beamte noch an Ort und Stelle, einer später im Krankenhaus. Sie seien aus zwei Autos heraus in der Stadt Salamanca angegriffen worden, berichtete die Zeitung “El Proceso”.

Der Gouverneur des Bundesstaats Guanajuato, Miguel Marquez Marquez, sprach am Freitag auf Twitter den Familien der toten Polizisten sein Mitgefühl aus. “Es wird Gerechtigkeit geben”, so Marquez. Er stehe mit der Staatsanwaltschaft und den Strafverfolgungsbehörden des Staates im Kontakt, um die Umstände der Tat aufzuklären.

Das lateinamerikanische Land leidet unter einer beispiellosen Gewaltwelle, die auch Politiker und Journalisten massiv trifft. Mit über 26.000 Morden war das vergangene Jahr das blutigste in der jüngeren Geschichte. In Guanajuato wurden so viele Todesopfer durch Schusswaffen gezählt wie in keinem anderen Bundesstaat Mexikos. Hier wurden 2017 nach offiziellen Angaben 1435 mutmaßliche Tötungsdelikte registriert, ein Anstieg von etwa 30 Prozent im Vergleich zu 2016.

Als ein Grund für die eskalierende Gewalt in Mexiko werden interne Verteilungskämpfe zwischen Verbrechersyndikaten genannt. Festnahmen und Tötungen von mächtigen Kartellbossen hatten Machtkämpfe um die Nachfolge ausgelöst. Zudem konkurrieren zunehmend kleinere Banden um Geschäftsanteile und Einfluss bei Drogenhandel, Schutzgelderpressung und Benzindiebstahl. Der Generalstaatsanwalt von Guanajuato, Carlos Zamarripa Aguirre, führt 85 Prozent der Tötungsdelikte in seinem Staat auf Rivalitäten krimineller Banden zurück.

Erst am Dienstag war die Leiche des Journalisten Hector Gonzalez Antonio von der überregionalen Tageszeitung “Excelsior” in Ciudad Victoria im Bundesstaat Tamaulipas entdeckt worden – offenbar wurde der Mann erschlagen. Es war der sechste Mord an einem Medienvertreter in diesem Jahr in Mexiko. In der Woche davor war eine Wirtschaftsjournalistin in ihrem Haus in Monterrey umgebracht worden.

Mexiko ist weltweit eines der gefährlichsten Länder für Journalisten. 2017 wurden dort nach Angaben der Internationalen Journalisten-Föderation 13 Reporter und Medienschaffende getötet – so viele wie nirgendwo sonst. Nicht immer haben die Gewalttaten direkt mit der Arbeit der Journalisten zu tun – oft steckt hinter den Angriffen allerdings das organisierte Verbrechen.

Auch die anstehenden Wahlen werden von der Gewalt überschattet. Zwischen September und Mai wurden nach Angaben der mexikanischen Organisation Etellekt, die diese Fälle aufzeichnet, 93 Attentate auf Politiker verübt. Die meisten der Getöteten waren Lokalpolitiker.

Hinter vielen Fällen wird das organisierte Verbrechen vermutet, das die Wahlen im jeweils eigenen Sinne beeinflussen will. In Mexiko wird am 1. Juli ein neuer Präsident gewählt, zudem müssen Gouverneure, Bürgermeister und kommunale Abgeordnete im ganzen Land neu gewählt werden.

Von: APA/dpa

Kommentare

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4 Kommentare auf "Sechs Polizisten in Mexiko erschossen"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
m69
m69
Tratscher
19 Tage 14 h

MEXICO ist halt ein gefährliches Pflaster.

Tabernakel
19 Tage 13 h

Nicht gefährlicher wie unser Italien. Hier ist es die Mafia.

m69
m69
Tratscher
19 Tage 11 h

@Tabernakel 

laut Statistik kann man das nicht vergleichen…..

6079_Smith_W
6079_Smith_W
Superredner
19 Tage 11 h

Keine Macht den Drogen…ach was solls…in dem Land ist es schon zu spät…

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