Tiroler Polizei zückt Handschellen

Südtirol als Zwischenstopp: Sechs Festnahmen wegen Schlepperei

Mittwoch, 03. April 2019 | 12:00 Uhr

Die Tiroler Polizei hat Ende März sechs Personen wegen des Verdachts der Schlepperei festgenommen. Die vier Männer und zwei Frauen sollen rund 50 Personen von Istanbul aus über die Balkanroute nach Südtirol und von dort weiter nach Deutschland gebracht haben, teilte die Exekutive am Mittwoch mit. Die Männer befanden sich in U-Haft, die Frauen wurden auf freiem Fuß angezeigt.

Die laut Polizei vorwiegend aus türkischen Männern bestehende Gruppe steht im Verdacht, mindestens zehn Mal Türken von Istanbul aus vorerst nach Bozen und anschließend über den Reschenpass nach Lindau in Deutschland gebracht zu haben. Vorerst konnten der Gruppierung 50 geschleppte Personen zugeordnet werden, es bestehe jedoch der Verdacht, dass noch wesentlich mehr Menschen geschleppt wurden, hieß es.

Die Polizei hatte in Erfahrung gebracht, dass für die Nacht auf den 27. März eine weitere Schleppung geplant war. Gegen 5.00 Uhr klickten für drei der sechs Festgenommenen dann die Handschellen. Sie wurden in Pfunds in Tirol auf frischer Tat ertappt, als sie mit drei Fahrzeugen insgesamt acht Personen über den Reschenpass bringen wollten. Bei den drei festgenommenen Fahrzeuglenkern handelt es sich um einen in der Schweiz wohnhaften 47-jährigen Afghanen sowie zwei in Tirol wohnhafte Türken im Alter von 29 und 40 Jahren. Die acht geschleppten Personen waren allesamt in der Türkei lebende Kurden, die in Deutschland um Asyl ansuchen wollten.

Weitere Ermittlungen führten schließlich zu den Festnahmen eines 28-jährigen Türken und seiner 23-jährigen österreichischen Ehefrau sowie einer weiteren 30-jährigen Österreicherin. Diese Gruppierung soll in unterschiedlicher Zusammensetzung seit Beginn bzw. Mitte 2018 eine Vielzahl von Schlepperfahrten durchgeführt und dadurch einen hohen fünfstelligen Eurobetrag lukriert haben. Die Polizei ging von einer kriminellen Vereinigung in Istanbul aus.

Von: apa

Bezirk: Bozen