Soldaten helfen bei den Löscharbeiten

Sieben Bundesstaaten fordern Hilfe von Brasiliens Armee

Sonntag, 25. August 2019 | 15:16 Uhr

Nach dem internationalen Aufschrei wegen der verheerenden Waldbrände im Amazonasgebiet wird die Brandbekämpfung spürbar verstärkt: Sieben brasilianische Bundesstaaten beantragten die Hilfe der Armee, tausende Soldaten wurden am Wochenende mobilisiert. Präsident Jair Bolsonaro hatte durch ein Dekret den Weg zur Mobilisierung von 43.000 Soldaten freigemacht.

Sechs Flugzeuge zur Brandbekämpfung wurden zu ihren Einsatzorten geschickt. Das brasilianische Forschungsinstitut INPE entdeckte indes 1.663 neue Brandherde, seit Jahresbeginn stieg die Zahl auf mehr als 78.000. Gegenüber dem Vorjahreszeitraum nahm die Zahl um mehr als 80 Prozent zu. In Bolivien wurden innerhalb weniger Tage fast eine Million Hektar Urwald durch Brände vernichtet.

Bolsonaro steht international unter Druck, weil er die Bedeutung der Waldbrände zunächst herunterspielte. “Es gibt überall auf der Welt Waldbrände – und das kann nicht als Vorwand für mögliche internationale Sanktionen dienen”, sagte er am Freitag. Dann jedoch erließ er ein Dekret, das für vier Wochen den Einsatz von Truppen zur Verhinderung und Bestrafung von “Umweltdelikten” und zum Kampf gegen die Flammen regelt.

Die brasilianische Regierung stellte für die Brandbekämpfung außerdem zusätzliches Geld zur Verfügung. Das Wirtschaftsministerium habe mit sofortiger Wirkung 38,5 Millionen Reais (8,3 Mio. Euro) freigegeben, berichtete das Nachrichtenportal G1 in der Nacht auf Sonntag. Damit sei einer Anforderung des Verteidigungsministeriums entsprochen worden.

EU-Ratspräsident Donald Tusk machte am Samstag den Fortgang der Ratifizierung des Handelsabkommens mit den südamerikanischen Mercosur-Staaten von einem glaubwürdigen Einsatz Brasiliens gegen die Waldbrände abhängig. Frankreich und Irland drohten mit einer Blockade des Freihandelsabkommens. Die spanische Regierung hingegen erklärte, das Abkommen werde “riesige Möglichkeiten für beide Seiten bringen” – und lehnte eine Blockade der Ratifizierung ab. Als der französische Präsident Emmanuel Macron als Ausrichter des G-7-Gipfels in Biarritz ankündigte, die Waldbrände bei dem Gipfel zum Thema zu machen, warf Bolsonaro ihm eine “kolonialistische Mentalität” vor.

Indessen zeigte sich Papst Franziskus “besorgt” und rief beim Angelus-Gebet am Sonntag die Gläubigen zu Gebeten gegen die Brände im Amazonasgebiet und die Zerstörung des Regenwaldes auf. Der Amazonas-Regenwald sei “lebenswichtig für unseren Planeten”, sagte er. Vom 6. bis 27. Oktober ist eine Amazonien-Synode geplant, bei der Bischöfe und andere Kirchenvertreter über seelsorgliche Fragen der Region beraten. Auch Umweltschutz und indigene Rechte sollen Themen sein.

Von: APA/dpa/ag.

Kommentare

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12 Kommentare auf "Sieben Bundesstaaten fordern Hilfe von Brasiliens Armee"


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Dagobert
Dagobert
Universalgelehrter
27 Tage 20 h

Wer Fleisch aus Südamerika kauft, sollte sich schon mal an die eigene Nase fassen und sich fragen, ja bin ich noch normal?

Missx
Missx
Universalgelehrter
27 Tage 18 h

@Dagobert
Es geht ums Futtermittel das auch für unser gesamtes lokales Fleisch, – und Nutzvieh angebaut wird.
Irgendwas müssen die Tiere ja fressen, und irgendwo in Brasilien wirds angebaut.

Missx
Missx
Universalgelehrter
27 Tage 17 h

@Dagobert
Bitte denkt darüber nach, dass die lokalen Futtermittelhersteller (es gibt einen großen im Pustertal) die Grundstoffe (Sojabohnen) aus Südamerika bezogen wird, was absolut legitim ist.

Ralph
Ralph
Universalgelehrter
27 Tage 6 h

Es gibt nur eine Lösung: der vollständige Verzicht von Fleischkonsum.
Der Fleischkonsum ist in der absoluten Bilanz der schlimmste C02 Verursacher überhaupt. Schlimmer als Schiffahrt, Flugverkehr und Auto bzw Lkw Verkehr zusammen

wellen
wellen
Universalgelehrter
27 Tage 15 h

Sojaanbau für das Tierfutter, Fleisch aus Südamerika..und..die Welt brennt. Sofort umdenken, sonst überleben wir nicht! Kein Fleisch essen, zu Fußgehen, im Garten Gemüse anbauen, beim Nachbarbauern kaufen. …wir können viel tun. Erde retten!

zombie1969
zombie1969
Universalgelehrter
27 Tage 15 h

Schon bald wird die Natur die menschliche Überbevölkerung auf Ihre Weise herunter regulieren. Dann kann sich der Planet ein paar Jahrzehnte oder auch Jahrhunderte erholen.

Missx
Missx
Universalgelehrter
27 Tage 17 h

Wenn die Bauern nur den lokalen Mais verfüttern würden, täte der gesamte pusterer Mais nicht einen Monat reichen.
Schon mal daran gedacht, wie lange der Mensch davon essen würde?

Ralph
Ralph
Universalgelehrter
27 Tage 5 h

Man muss auf Fleisch verzichten. Das ist die einzige Lösung. Noch dazu gesund

xXx
xXx
Superredner
27 Tage 15 h

Für alle die efektiv etwas gegen diese Ausbeutung unseres Planeten machen wollen:
https://play.google.com/store/apps/details?id=com.ecosia.android

Für unsere Umwelt 🌲🌲🌲 statt in den Geldbeutel der Konzerne und Aktionäre

rmmmm82
rmmmm82
Grünschnabel
27 Tage 11 h

bolsonaro und die agrarlobby stehen hinter den feuern.. die amazonas liefert schätzungsweise 20% des sauerstoffs der erde, hier zerstören wir buchstäblich die zukunft dieser und der nächsten generationen. Ein wahnsinn was da passiert

65xzensiert
65xzensiert
Tratscher
27 Tage 6 h

@mmmm82

Bolsonaro ist ein Rechter (kommt übrigens von Recht, Gerechtigkeit). Daher werden sogar die Brände gegen ihn instrumentalisiert, während in Bolivien inzwischen 1/3 des gesamten Regenwaldes abgebrannt ist.

Übrigens brennt es in Afrika weitaus öfter. Kann man aber politisch nicht gebrauchen

http://fires.globalforestwatch.org/report/index.html#aoitype=GLOBAL&reporttype=globalcountryreport&country=Democratic%20Republic%20of%20the%20Congo&dates=fYear-2019!fMonth-8!fDay-17!tYear-2019!tMonth-8!tDay-24

berthu
berthu
Superredner
27 Tage 11 h

Das soll es schon geben: der Brandstifter ist eifrig beim Löschen…
Unterschied: er ist nicht so eifrig wie andere.
Diese Brände befeuern seine Geschäfte.
Leider wächst auf diesen verbrannten Böden danach fast nichts mehr. Weil sie vertrocknen.

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