Die Aufräum- und Sicherungsarbeiten laufen unterdessen weiter

Sieben Mio. Euro Soforthilfe nach Unwettern in Kärnten

Dienstag, 06. November 2018 | 15:00 Uhr

Die Kärntner Landesregierung hat am Dienstag ein erstes Hilfspaket für die von der Unwetterkatastrophe betroffenen Gebiete beschlossen. Insgesamt sieben Millionen Euro stehen noch in diesem Jahr bereit, sagte Landeshauptmann Peter Kaiser (SPÖ) vor Journalisten. Aus dem Fonds für Hilfe in besonderen Lebenslagen steht insgesamt eine Million Euro zur Verfügung.

Hilfen von 1.000, 3.000 bzw. 5.000 Euro werden an geschädigte Privatpersonen ausbezahlt, die Abwicklung soll mit einem vereinfachten Formular über die Gemeinden laufen. Das Kärntner Nothilfswerk wird drei Millionen Euro stellen. Kaiser appellierte an den Bund, das Land bei der Aufstellung der Liquidität zu unterstützen.

Zur Wiederherstellung der Infrastruktur der Gemeinden werden zwei Millionen Euro für erste Maßnahmen aufgestellt, rund eine Million Euro soll in die rasche Wiederherstellung des Hochwasserschutzes investiert werden. Kaiser hofft darüber hinaus auf weitere Hilfen von Bund und EU. Die Schäden würden wohl 280 Millionen Euro übersteigen, sagte Kaiser. Nun habe man noch elf Wochen Zeit, um die Schäden nachzuweisen und über den Bund bei der EU-Kommission geltend zu machen.

Landesrat Martin Gruber (ÖVP) erklärte, man werde sicher im kommenden Jahr ein Sonderbudget brauchen, um die Schäden aufzuarbeiten. Aus dem normalen Infrastrukturbudget nicht zu bewältigen.

Die Aufräum- und Sicherungsarbeiten in den betroffenen Gebieten laufen unterdessen weiter. Die Straße ins Lesachtal wurde am Dienstag bis St. Jakob freigegeben, berichtete die Bezirkshauptmannschaft Hermagor. Mit einem Spezialkran wurden Wurzelmaterial und Steine entlang der Straße weggeräumt. Schrittweise sollen weitere Abschnitte freigegeben werden.

Um die Schadstelle bei Promeggen an der Straße nach Maria Luggau zu umgehen, wurde nun mit dem Bau einer Umfahrung begonnen. Laut Landesrat Gruber ist eine Bauzeit von drei Wochen realistisch, sofern das Wetter mitspielt. Der Hang, über den die bisherige Trasse verläuft, drohe weiter abzurutschen. Sollte dies passieren, müsse man fünf Millionen Euro für die Sanierung veranschlagen. Hält der Hang, rechnet Gruber mit Kosten von zwei Millionen Euro. Die Stromversorgung im Lesachtal war am Dienstag weitgehend wiederhergestellt. Nur bei einzelnen Haushalten gab es noch Schwierigkeiten.

Der Schaden in der Forstwirtschaft stehe noch nicht fest, sagte Gruber, man rechne aber mit einer Million Festmeter. Für die Landwirte vor allem im Gailtal, deren Flächen als Ausgleich für die Hochwassermassen dienten, werde man Entschädigungen zahlen müssen. Das ländliche Wegenetz sei ebenfalls in Mitleidenschaft gezogen. Zwei Drittel der Forstwege seien geschädigt, so der ÖVP-Politiker.

Auch die Caritas möchte Katastrophenopfer unterstützen. Dazu erging ein Spendenappell an die Bevölkerung.

Von: apa

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