Mehrere Menschen werden zudem noch vermisst

Sieben Tote nach Hauseinsturz in Rio de Janeiro

Samstag, 13. April 2019 | 15:07 Uhr

Nach dem Einsturz von zwei Häusern in einem von kriminellen Gruppen kontrollierten Teil von Rio de Janeiro ist die Zahl der Todesopfer auf sieben gestiegen. Zehn weitere Menschen wurden bei dem Unglück im Stadtteil Muzema im Westen der Millionenmetropole verletzt, wie das Nachrichtenportal G1 unter Berufung auf die Feuerwehr am Samstag berichtete. Mindestens 13 Menschen wurden noch vermisst.

Die fünfstöckigen Gebäude wurden nach Angaben der Stadtverwaltung illegal errichtet. Die Gegend wird nach Einschätzung der Staatsanwaltschaft von den sogenannten Milizen kontrolliert. Diese Verbrechersyndikate bestehen aus aktiven und ehemaligen Polizisten, Feuerwehrleuten sowie städtischen Beamten.

Sie sollen in Rio etwa 25 Prozent des Stadtgebiets unter Kontrolle haben, sind in Drogenhandel und Schutzgelderpressung verwickelt, erledigen Auftragsmorde, organisieren Wählerstimmen für Lokalpolitiker und entscheiden, wer Strom, Gas und fließendes Wasser bekommt. In Muzema sollen die Milizen zuletzt groß ins Immobiliengeschäft eingestiegen sein. “Sie bauen ohne Ende. Ein Gebäude nach dem anderen, verrückt. Sie wollen nur bauen und verkaufen”, sagte eine Anrainerin dem Portal G1.

Von: apa