Hintergrund noch unklar

Sieben Verletzte bei Messerangriff in Russland

Samstag, 19. August 2017 | 18:20 Uhr

Bei einer Messerattacke in der russischen Stadt Surgut sind am Samstag sieben Menschen verletzt worden. Ein Angreifer hatte im Zentrum der Stadt wahllos auf Passanten eingestochen. Er wurde von der Polizei erschossen. Die Jihadistenmiliz “Islamischer Staat” (IS) nahm die Attacke für sich in Anspruch. Ein “Soldat” der IS-Miliz habe den Angriff ausgeführt, meldete das IS-Sprachrohr Amaq.

Die russischen Ermittler hatten zuvor einen terroristischen Hintergrund eher ausgeschlossen. Nach Angaben des russischen Ermittlungskomitees wurde untersucht, ob der aus der Gegend stammende Mann womöglich psychisch erkrankt gewesen sei. Später wiederholten die russischen Sicherheitsbehörden diese Vermutung in einer Erklärung der Polizei nicht mehr. Der Angreifer habe versucht, sich den Polizeibeamten zu widersetzen, bevor er erschossen wurde, hieß es. Zwei seiner Opfer wurden demnach schwer verletzt.

Die anfängliche Einschätzung der russischen Ermittler, dass es sich wohl nicht um einen terroristischen Angriff handelte, hatte bei Internetnutzern kritische Kommentare zur Folge. Der prominente Oppositionelle Alexej Nawalny schrieb im Onlinedienst Twitter: “Ein Mann, der mit einem Messer herumrennt und möglichst viele Menschen töten will. Was ist das, wenn es kein Anschlag ist?”

Der Mann hatte am Samstag in Zentrum der 330.000-Einwohner-Stadt wahllos auf Passanten eingestochen. Die Attacke ereignete sich gegen 11.20 Uhr Ortszeit (08.20 Uhr MESZ). Alle Verletzten mussten laut Polizei im Krankenhaus behandelt werden.

Nach offiziell nicht bestätigten Zeitungsberichten soll der Angreifer ein 19-Jähriger sein, dessen Vater bei den Behörden wegen radikaler religiöser Ansichten bekannt ist. Er soll aus der überwiegend muslimischen Region Dagestan im Nordkaukasus stammen. Nachdem am 3. April in St. Petersburg ein Selbstmordattentäter 15 Menschen in der U-Bahn getötet hatte, hatte Moskau die Sicherheitsmaßnahmen im Land verschärft.

Von: APA/dpa/ag