Dekret der Regierung

Spanien will Einreisende 14 Tage in Quarantäne schicken

Dienstag, 12. Mai 2020 | 16:40 Uhr

Im Kampf gegen das Coronavirus will nun auch Spanien alle Einreisenden aus dem Ausland in eine zweiwöchige Quarantäne schicken. Die Regelung soll am Freitag in Kraft treten und bis zum Ende des Ausnahmezustands gelten, wie aus einem am Dienstag veröffentlichten Dekret der Regierung hervorgeht. Der Ausnahmezustand gilt derzeit bis zum 24. Mai.

Sollte er darüber hinaus verlängert werden, gilt auch die Quarantäne-Regelung weiter. In Spanien sind nach Angaben der Regierung nur Grenzgänger, Transportpersonal im Warenverkehr, das Personal von Fluggesellschaften und Gesundheitspersonal von der Quarantäne-Pflicht ausgenommen – allerdings nur unter der Voraussetzung, dass sie vor der Einreise keinen Kontakt zu Corona-Infizierten hatten. In der Quarantäne dürfen die Betroffenen nur für Einkäufe oder Arztbesuche das Haus verlassen. Sie müssen zudem eine Maske tragen.

Spanien ist mit fast 27.000 Toten eines der am schlimmsten von der Corona-Pandemie betroffenen Länder weltweit. Am Montag hatten die ersten Regionen die strikte Ausgangssperre gelockert. Rund die Hälfte der 47 Millionen Einwohner Spaniens dürfen nun wieder auf die Straße. In der besonders betroffenen Hauptstadt Madrid, in Barcelona und in mehreren Provinzen bleibt die Ausgangssperre vorerst noch bestehen.

Die Italiener sollen am 1. Juni wieder im Rahmen ihrer nationalen Grenzen frei reisen dürfen, darüber diskutiert die Regierung in Rom mit den Vertretern der Regionen. Nach der Wiedereröffnung der Lokale und des Kleinhandels am Montag, 18. Mai, sollen ab dem 1. Juni Reisen außerhalb der Heimatregion möglich sein, berichtete der Präsident Liguriens, Giovanni Toti, im Interview mit “Radio 24”. Seit dem Lockdown am 11. März dürfen die Italiener nicht mehr ihre unmittelbare Heimatregion verlassen. Lediglich aus beruflichen oder dringenden gesundheitlichen Gründen darf man im Moment innerhalb der italienischen Grenzen reisen.

In Südkorea suchen Behörden nach einem erneuten Anstieg der Neuinfektionen mit Handy-Daten und der Polizei nach möglichen Corona-Infizierten unter tausenden Club-Besuchern. Bis Dienstag wurden bereits 101 Infektionen mit dem neuen Ansteckungsherd im Ausgehviertel Itaewon in der Hauptstadt Seoul in Verbindung gebracht, wie Bürgermeister Park Won-woon mitteilte. Mehr als 10.000 Menschen, die laut ihren Handy-Daten in Itaewon gefeiert haben, sollen sich nun testen lassen.

Von den Mobilfunkbetreibern hat die Stadtverwaltung nun die Daten von 10.905 Menschen bekommen, die sich in den vergangenen zwei Wochen in Itaewon aufgehalten haben. Sie wurden nach Angaben des Bürgermeisters per SMS aufgefordert, sich auf das Coronavirus testen zu lassen. Gut 7.000 Betroffene ließen sich bereits testen. Fast 2.000 Betroffene waren nach Angaben der Katastrophenschutzbehörde aber nicht erreichbar – sie sollen nun mit Hilfe tausender Polizisten ausfindig gemacht werden.

Südkorea war zu Beginn der Coronavirus-Pandemie das am zweitstärksten betroffene Land nach China. Durch umfangreiches Testen und das Nachverfolgen von Kontakten konnte der Ausbruch aber unter Kontrolle gebracht werden – die Zahl der Neuinfektionen ging deutlich zurück.

Nach dem erneuten Anstieg in Seoul waren die Behörden anfangs davon ausgegangen, dass die Fälle alle auf einen 29-jährigen Mann zurückgehen, der Anfang Mai in mehreren Bars und Clubs in Itaewon war. Inzwischen gehen die Behörden aber von mehreren Überträgern aus.

Angesichts neuer Corona-Fälle in der chinesischen Millionenmetropole Wuhan ordneten die Behörden die Testung der gesamten Bevölkerung an. Wie chinesische Medien am Dienstag berichteten, hat jeder der 13 Stadtbezirke nun zehn Tage Zeit, um die Testung der insgesamt elf Millionen Einwohner in die Wege zu leiten. In welcher Zeitspanne getestet werden soll, blieb zunächst offen.

Am Sonntag und Montag waren in Wuhan erstmals seit einem Monat insgesamt sechs neue Infektionen mit dem neuartigen Coronavirus registriert worden. Bei den Infizierten handelt es sich um ältere Bewohner eines Wohnkomplexes im Bezirk Dongxihu.

Von: APA/ag.