Die Bergeaktion läuft auf Hochtouren

Spannung vor Endphase der Bergung von Julen in Spanien

Donnerstag, 24. Januar 2019 | 18:51 Uhr

Die Bergung des kleinen Julen aus einem tiefen Brunnenschacht in Südspanien ist nach elf Tagen in die entscheidende Phase gegangen. Ein achtköpfiges Team von Bergarbeitern startete am Donnerstagabend seinen Einsatz in einem etwa 80 Meter tiefen Rettungsloch.

Die Männer sollen vom Grund des in den vergangenen Tagen gebohrten Parallelschachts einen waagrechten Tunnel zu der Stelle graben, an der der Zweijährige vermutet wird. Das kann Experten zufolge bis zu 24 Stunden dauern.

Wegen der extrem schwierigen Umstände hatte sich der Beginn der Arbeit der Spezialisten immer wieder verzögert. Gegen 18 Uhr wurden die ersten beiden Bergarbeiter in einer an einem Kran befestigten Kapsel in den Schacht herabgelassen, wie die Zeitung “La Vanguardia” und andere spanische Medien unter Berufung auf die Einsatzkräfte im andalusischen Totalan berichteten.

Die Kumpel sollten sich jeweils in Zweierteams für etwa 30 bis 40 Minuten unter anderem mit Spitzhacken, Schaufeln und Presslufthämmern vorarbeiten und dann abgelöst werden. Sie seien mit Sauerstoffmasken ausgerüstet und telefonisch mit den Kollegen außen in Kontakt. Die Bedingungen seien extrem, wegen der Enge könnten die Männer nur knieend oder liegend graben, hieß es.

Das Kind soll am 13. Jänner bei einem Ausflug mit seinen Eltern in den 107 Meter tiefen, illegal gegrabenen Schacht gefallen sein. Weil das Loch nur einen Durchmesser von 25 bis 30 Zentimetern hat, hatten die Retter entschieden, einen parallelen Schacht auszuheben, um zu Julen vorzudringen. Er wird in einer Tiefe von 70 bis 80 Metern vermutet.

Allerdings gibt es schon seit elf Tagen überhaupt kein Lebenszeichen von Julen. In Gasthäuser, Cafes und Büros im ganzen Land wird immer wieder in die Runde gefragt: “Und wenn der Kleine nicht im Loch ist?” Es sind vorwiegend Laien, die Zweifel äußern, aber nicht nur: “Ich halte es für nahezu unmöglich, dass der Bub in diesem Schacht drin ist”, sagte in verschiedenen TV-Sendungen Luis Avial von der Geophysik-Firma Falcon High Tech. Normal wäre es gewesen, dass das Kind in dem winzigen Schacht ziemlich weit oben steckengeblieben wäre, ist Avial überzeugt.

“Das Kind hatte eine Winterjacke an, die Wände des Schachts sind nicht glatt, es gibt Wurzeln, Unebenheiten, das ist schon sehr komisch”, meinte Avial. Auch der erfahrene Schachtbauer Francisco Barranquero hegt große Zweifel. “Ist es möglich, dass ein Kind da nicht steckenbleibt und bis ganz unten durchrutscht? Ich sage dir, das ist sehr unwahrscheinlich”, sagte er einem Journalisten der Onlinezeitung “El Espanol”.

Diejenigen aber, die an der Suche beteiligt sind, wollen keine Diskussion aufkommen lassen. Die Vizedelegierte der Madrider Zentralregierung in Andalusien, Maria Gamez, sagte mehrfach unter Berufung auf die verschiedenen Experten am Cerro de La Corona, man habe “Gewissheit”, dass Julen unten im Loch sei. “Ich bin mir sicher, dass wir von hier nicht ohne Julen weggehen werden”, betonte sie.

Zunächst hatte man sich auf die Aussagen des Vaters und einer Tante verlassen müssen, die nach eigenen Angaben gesehen hatten, wie das Kind ins Loch fiel. Die Retter fanden im Schacht bald ein Sackerl mit Süßigkeiten, die Julen bei sich gehabt hatte, und wenig später auch Haare des Buben.

“Ich habe mich auf die Öffnung gestürzt, und er war nicht mehr da. Ich habe ihn weinen hören, aber bald habe ich ihn nicht mehr gehört”, sagte Vater Jose, ein arbeitsloser Marktverkäufer, vor Journalisten weinend. Im Interview der Zeitung “Diario Sur” beteuerte er: “Mein Sohn ist da (im Loch), das soll niemand anzweifeln.”

Unterdessen war ab dem Abend eine Nachtwache geplant, “damit Gott dieses Wunder vollbringt und er den Bergarbeitern, Julen und seinen Eltern Kraft gibt”, zitierte das spanische Fernsehen Juan Jose Cortes, der der Familie seit Tagen beisteht. Seine eigene fünfjährige Tochter war vor zehn Jahren nach wochenlanger Suche ermordet aufgefunden worden.

Von: APA/dpa

Kommentare

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11 Kommentare auf "Spannung vor Endphase der Bergung von Julen in Spanien"


Sortiert nach:   neuste | älteste | Relevanz
Eppendorf
Eppendorf
Universalgelehrter
26 Tage 8 h

Der Bub hat seid 10 Tage nichts zu trinken. Es wäre wohl ein Wunder, wenn er den Sturz und diese lange Zeit überlebt hat.

Evi
Evi
Superredner
26 Tage 7 h

Hoffentlich wird der Kleine bald gefunden 🙏

l OneManArmy l
l OneManArmy l
Superredner
26 Tage 2 h

Verdammte scheiße wie kann das 11 Tage dauern!!

Goldrausch
Goldrausch
Neuling
26 Tage 1 h

sorry aber die verantwortlichen Einsatzleiter müssen die totalen Blindgänger sein, man kann bohren und Schutzhülle zugleich setzen. Wir fliegen zum Mond aber in 2 Wochen sind wir nicht fähig einen Jungen zu retten. Das wird sicherlich ein Nachspiel haben für die unfähigen Verantwortlichen hoffe ich…

Sag mal
Sag mal
Kinig
26 Tage 4 h

Wahnsinn .

prontielefonti
prontielefonti
Tratscher
26 Tage 8 h

… glab nia dasse den ormen Bua heint kriagn😪😪😪

Lu O
Lu O
Grünschnabel
26 Tage 2 h

es schmerzt dies immer wieder zu lesen. die einzige hoffnung ist dass der junge doch nicht ins illegale loch gefallen ist! ansonsten gibt es kaum überlebenschancen ausser durch ein wunder.

was aber hier alles schief läuft ist dann doch zuviel. kann doch nicht sein dass man mit der heuigen technik so lange arbeit hat. der boden die geräte was wurde nicht alles geschriebn. aber die anderen haben ein 107m tiefes illegales loch gebohrt und der rest schafft dies nicht. seltsam…

es tut mir leid um den jungen und seiner familie. wünsche euch viel kraft und gottes segen.

Staenkerer
26 Tage 1 h

man dorf nit auf wunder zähln, ober so hoff i mit olle sinne auf oans!

als realist hoff i ober wenigstens das des büabl nit leidn gemiet hot!

Storch24
Storch24
Superredner
26 Tage 1 h

Ach Biabele holt durch

Gredner
Gredner
Superredner
25 Tage 22 h

1981, Vermicino! Dasselbe nochmal. 🙁

m69
m69
Kinig
25 Tage 13 h

eine Familie vom Pech verfolgt! 🙁

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