Die Ursache des Absturzes ist noch unklar

Staatstrauer in Kuba nach Flugzeugabsturz

Samstag, 19. Mai 2018 | 23:09 Uhr

Nach dem Flugzeugabsturz in Kuba hat am Samstag eine zweitägige Staatstrauer begonnen. Die Flaggen wurden landesweit auf Halbmast gesetzt. Bei dem Unglück waren am Freitag nach offiziellen Angaben 110 Menschen ums Leben gekommen, drei Frauen überlebten schwer verletzt. Die Unglücksursache war am Samstag weiter unklar. Allerdings wurde einer der zwei Flugschreiber der Maschine gefunden.

Die Blackbox sei in einem guten Zustand, sagte der Verkehrsminister des sozialistischen Karibikstaates, Adel Yzquierdo, am Samstag. Yzquierdo sagte dem Staatsfernsehen, Experten arbeiteten intensiv an der Absturzstelle, um auch den zweiten Flugschreiber zu finden.

In den sozialen Netzwerken wurden Fotos der Opfer des Fluges DMJ0972 veröffentlicht. Im Krankenhaus Calixto Garcia in Havanna blieb der Zustand der drei schwerverletzten Kubanerinnen, die das Unglück überlebten, besorgniserregend. Ihr Zustand sei “stabil, aber immer noch kritisch”, verlautete aus Krankenhauskreisen. Die Frauen hätten schwere Verbrennungen erlitten, Verletzungen an der Lunge und im Unterleib sowie zahlreiche Knochenbrüche.

Die Boeing 737-200 war am Freitag kurz nach ihrem Start in Havanna abgestürzt. Der Inlandsflug sollte ins 670 Kilometer östlich gelegene Holguin gehen. Kurz nach dem Abheben stürzte sie auf ein Feld in der Nähe des Flughafens Jose Marti. Das Flugzeug wurde fast vollständig zerstört.

Die mexikanische Luftfahrtbehörde kündigte die Entsendung von Spezialisten an, die bei den Ermittlungen helfen sollten. Auch der Flugzeughersteller Boeing stellte zur Unterstützung der kubanischen Behörden ein Team von Technikern bereit.

Die staatliche Fluggesellschaft Cubana de Aviacion hatte die Maschine samt Besatzung von der mexikanischen Airline Global Air, auch bekannt als Aerolineas Damojh, gechartert. Das Flugzeug war laut Global Air 1979 gebaut worden und zuletzt im November in der Inspektion gewesen.

Die Fluggesellschaft teilte in Mexiko-Stadt mit, dass sechs mexikanische Besatzungsmitglieder an Bord gewesen seien. Laut kubanischen Staatsmedien handelte es sich bei den meisten Absturzopfern um Kubaner. Da die Behörden keine Passagierliste veröffentlichten, war die genaue Zahl von Ausländern an Bord unklar. Nach Angaben des argentinischen Außenministeriums waren zwei Argentinier unter den Toten.

Von: APA/dpa