Gefaulte Wurzeln

Staffler: „Sturz war nicht vorhersehbar“

Freitag, 02. September 2022 | 11:21 Uhr

Bozen – Nach dem überraschenden Sturz eines Baumes am Laurin-Parkplatz in Bozen, der mehrere Autos unter sich begraben hat, sitzt der Schrecken bei vielen noch tief. Die Direktorin der städtischen Gemeindegärtnerei, Ulrike Buratti, stellt klar, dass bei Bäumen ein Restrisiko immer bestehe. Private hätten allerdings die Aufgabe, Kontrollen zu veranlassen.

Der Baum wurde unterdessen von der Krone bis zu den Wurzeln begutachtet. Franz Staffler vom Hotel Laurin ist froh, dass niemand ernsthaft verletzt wurde. Wie er laut einem Bericht der italienischen Tageszeitung erklärt, hätten ihm Techniker versichert, dass der Sturz nicht vorherzusehen gewesen sein.

Seit über 30 Jahren war der Baum ein stiller Begleiter des Hotels, der dem Parkplatz und der Umgebung Schatten spendete. Nun wäre er beinahe für Passanten zum Verhängnis geworden.

„Sie haben mir erklärt, dass es von außen so aussah, als ob alles in Ordnung sei. Nur unter der Erde war dies nicht der Fall. Offenbar ist das Wurzelwerk gefault“, berichtet der Unternehmer. An der Oberfläche waren jedoch keine Anzeichen einer Krankheit sichtbar.

Die Besitzer der beschädigten Autos dürfen unterdessen aufatmen. „Jeder Millimeter des Areals und des Hotels ist versichert“, erklärt Franz Staffler. Der Schaden dürfte somit gedeckt sein.

Angesichts des Vorfalls stellt sich die Frage, ob nicht ein tiefgreifendes Monitoring der Baumbestände in der Altstadt in die Wege geleitet werden sollte. Der Vorfall wirft auch ein neues Licht auf die Arbeit der Stadtgärtnerei. Nicht selten, wenn ein Baum gefällt wurde, war es in der Vergangenheit zu Polemiken gekommen.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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11 Kommentare auf "Staffler: „Sturz war nicht vorhersehbar“"


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Asterope
Asterope
Grünschnabel
1 Monat 1 Tag

Das passiert wenn man einen Baum rundherum bis zum Stamm hin zupflastert. Das Wurzelwerk kann zu wenig atmen und fault…

cane-sulla-cinghia
1 Monat 1 Tag

heschs frior gsog du gscheider😜

Zugspitze947
1 Monat 1 Tag

genau sooooooooooo ist es ! 🙁

nightrider
nightrider
Superredner
1 Monat 1 Tag

Noch dem Kriterium müssten ganz viele Bäume umfallen.

inni
inni
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

Es ist nur eine Frage der Zeit, bis dort der nächste Baum fällt❗️

Pyrrhon
Pyrrhon
Superredner
1 Monat 1 Tag

@inni, ganz nach Murphis Gesetz.. in einer Stadt ist es zwar spektakulärer und auch gefährlicher, aber es fallen auch anderswo Äste oder ganze Bäume, meist aber nur bei einem Unwetter.
Muss halt genauer kontrolliert werden, denn alle Bäume fällen, nur auf den Verdacht hin dass sie irgendwann mal umfallen könnten, geht auch nicht

inni
inni
Universalgelehrter
1 Monat 1 Tag

… ich habe “DORT“ gesagt❗️

Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 1 Tag

@Pyrrhon nur wenn man es auf klassische Weise missversteht, das ist aber kein besonders seltener Fehler. Es ist nur für begrenzte geschlossene Systeme und Zeiträume anzuwenden und ist immer in Verbindung mit menschlichen Fehlern zu sehen. Langfristige Folgen oder natürliche Ursachen wie die von dir genannten Unwetter sind davon nicht abgedeckt.
Beim Gesetz geht es um die Notwendigkeit, Fehlerquellen zu suchen und zu eliminieren.

Pyrrhon
Pyrrhon
Superredner
1 Monat 18 h
@Neumi Die Fehlerwuelle liegt meistens beim Mensch, Menschen haben den Baum gepflanzt und Menschen haben den Parkplatz errichtet, bei Bäumen sollten 2x im Jahr Sichtkontrollen furchgeführt werden, falls Auffälligkeiten sind muss ein Fachman ev. auch eine Stabilitätskontrolle durchführen (so z.B. die Regeln in D) wurden die Kontrollen vorschriftsmässig gemacht und der Baum ist trotzdem gefallen, muss ev. von Menschen intensiver kontrolliert werden um dias Risiko von so einem ‘Umfall’ in Zukunft zu minimieren. Bin übrigen durchaus dafür dass soviel wie möglich Bäume in einer Stadt erhalten bleiben, die Luft und der Schatten unter einem Baum sind um ein vielfaches besser… Weiterlesen »
Neumi
Neumi
Kinig
27 Tage 2 h
Was hier noch fehlt, ist der begrenzte Zeitraum. Nur wenn die Aktion als Fehler mit Folgen bewertet werden kann, trifft das Ganze zu. Aber es waren zum Zeitpunkt der Aktion keine negativen Folgen ersichtlich, es wurde Luft gelassen, den Bäumen ging’s gut. Was wurde also falsch gemacht? Aufgrund der Sachkenntnis: Nichts. Nur gab’s zu wenig Sachkenntnis, die hat man sich erst im Laufe der Zeit erarbeitet. Bis vor ein paar Tagen wusste keiner, dass die Entscheidung falsch war, bzw. hat es den zuständigen Behörden nicht gemeldet, damit sie den Fehler erkennen konnten. Murphy’s Gesetz würde zutreffen, wenn die nächsten Bäume… Weiterlesen »
Rudolfo
Rudolfo
Tratscher
1 Monat 1 Tag

Wer auf seinem Privatgelände, das öffentlich zugänglich ist und genutzt wird, Bäume stehen hat, hat für die Verkehrssicherung zu sorgen und ist verpflichtet, diese durch regelmäßige Kontrollen sicherzustellen.

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