Der Winter hat Österreich derzeit im Griff

Starker Schneefall sorgt in Kärnten für Probleme

Montag, 23. Januar 2023 | 22:19 Uhr

Starker Schneefall hat am Montag in Kärnten für Probleme bei der Stromversorgung und im Verkehr gesorgt. Bis zu 5.000 Haushalte waren ohne Strom, auf Landes-, Bundesstraßen und Autobahnen sowie auf Bahnstrecken gab es Behinderungen. Erst in der zweiten Nachthälfte soll es zu schneien aufhören, Schulkinder im Bezirk Völkermarkt haben für Dienstag aber bereits vorsorglich schneefrei bekommen.

In den beiden besonders stark betroffenen Bezirken Völkermarkt und Klagenfurt-Land traten Krisenstäbe zusammen. Sie beobachten auch das Wetter: Laut GeoSphere Austria soll es vor allem in der ersten Nachthälfte auf Dienstag mäßig bis stark schneien. Nach Mitternacht lässt die Intensität nach, ein paar Zentimeter können dann aber auch noch zusammenkommen. In den tiefen Lagen Unterkärntens kann es zeitweise Schneeregen oder Regen geben. Durch die teils großen Neuschneemengen und den in tiefen Lagen nassen, schweren Schnee besteht hohe Schneebruchgefahr. Am Dienstag bleibt es trüb und es kann auch tagsüber gebiets- und zeitweise noch ein wenig schneien.

Diese Lage beobachtet auch Kärntens Energieversorger Kelag. Am Abend waren noch 2.000 Haushalte in Kärnten ohne Strom, es würden aber immer neue Störungen dazukommen. “Es gelingt, die Schäden einzugrenzen aber es ist sehr schwierig, überhaupt zu den Stellen hinzukommen”, sagte Robert Schmaranz, Leiter der Netzführung der KNG-Kärnten Netz GmbH im Gespräch mit der APA. In der Nacht würden wohl weitere Störstellen hinzukommen. Die Einsatzschwerpunkte lagen im Bezirk Völkermarkt, mit der Zeit verlagerte er sich aber weiter in Richtung Mittelkärnten.

Landesweit wurden am Montag 250 Einsätze von Freiwilligen Feuerwehren vermeldet, vor allem in den Bezirken Villach-Land, Klagenfurt-Land, Völkermarkt und im südlichen Bereich von Wolfsberg. Weil in einigen Gegenden auch der Weg zu Schule und Kindergarten zu riskant wäre oder wegen gekappter Zugverbindungen nicht möglich ist, werden deshalb am morgigen Dienstag alle öffentlichen Schulen des Bezirkes Völkermarkt – und jene in Lavamünd – für schulfrei erklärt. Eine Betreuung an jeder Schule ist aber gewährleistet, teilte der Landespressedienst mit. Grundsätzlich gilt ein Fernbleiben vom Unterricht aufgrund höherer Gewalt für alle Schülerinnen und Schüler als entschuldigt – also auch außerhalb des Bezirkes Völkermarkt.

Mehrere Verkehrsunfälle mit Sachschaden bzw. Leichtverletzten gab es laut Polizei in Mittel- und Unterkärnten, mancherorts waren auch Bäume auf die Fahrbahn gestürzt, etwa auf der Keutschacher Straße oder der Wörthersee Süduferstraße. Zum Teil mussten Straßen wegen Behinderungen, etwa durch liegen gebliebene Lkw, gesperrt werden, so etwa die Turracher Straße (B95) bei Saureggen. Auch auf der Südautobahn (A2) und der Karawanken Autobahn (A11) gab es immer wieder Behinderungen, meist wegen hängen gebliebener Lkw. Wegen des starken Schneefalls sind auf der Bahnstrecke zwischen Klagenfurt und Bleiburg bis voraussichtlich Dienstagmittag keine Fahrten möglich. Ein Schienenersatzverkehr wurde eingerichtet.

Warnungen kamen am Montagnachmittag von den Städten Klagenfurt und Villach: Öffentliche Parks, Wälder oder Wanderwege sollten gemieden werden. Durch den feuchten Schnee könnten Äste brechen und von den Bäumen stürzen. Die Polizei ersuchte im Raum Unterkärnten, speziell bei Völkermarkt, alle Autofahrten zu unterlassen, die nicht unbedingt notwendig sind.

Die Neuschneemengen brachten auch einen Anstieg der Lawinengefahr. Laut Lawinenlagebericht droht im Gelände in höheren Lagen der Gurktaler Alpen, der Karawanken, der Sau- Kor- und Packalpe große Gefahr, vom Schneesport abseits gesicherter Pisten wird gebietsweise abgeraten.

Aufgrund der Schneemengen haben laut Asfinag slowenische Behörden gegen Mittag den Grenzübergang Spielfeld für Lkw mit mehr als 7,5 Tonnen für die Einreise nach Slowenien gesperrt, am Nachmittag wurde die Sperre wieder aufgehoben. Im südsteirischen Raum Wies-Eibiswald im Bezirk Deutschlandsberg kam es zu Stromausfällen. Zwischenzeitlich waren rund 1.000 Haushalte ohne Strom, hieß es seitens der Energie Steiermark.

Von: apa

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