Finanzpolizei zieht Bilanz

Steuervergehen in Südtirol: 18 Millionen Euro beschlagnahmt

Freitag, 24. Juni 2022 | 16:15 Uhr

Bozen – Auch die Finanzpolizei in Südtirol feiert das 248. Gründungsjubiläum und zieht aus diesem Anlass Bilanz über die vergangenen Monate. Im Jahr 2021 und in den ersten fünf Monaten des laufenden Jahres hat die Finanzpolizei bei uns rund 3.000 Kontrollen und 320 Untersuchungen durchgeführt.

61 Unternehmer und Freiberufler waren dem Fiskus gänzlich fremd und haben überhaupt keine Steuern bezahlt. Die Finanzpolizei ist außerdem auf 2.400 Arbeitnehmer gestoßen, die „schwarz“ angestellt oder nicht vollständig gemeldet waren.

27 Fälle von internationaler Steuerhinterziehung wurden aufgedeckt. Dabei geht es in der Regel um Scheinfirmen, einen vorgetäuschten Steuersitz im Ausland, um Manipulationen des Verrechnungspreises sowie um nicht gemeldeten Kapitalbesitz im Ausland.

856 Personen wurden im genannten Zeitraum wegen Steuervergehen angezeigt. Güter im Wert von 18 Millionen Euro wurden wegen Steuerhinterziehung und Steuerbetrugs beschlagnahmt.

60 Einsätze hat die Finanzpolizei wegen der Verbrauchsteuer durchgeführt. Dabei wurden 105 Tonnen Treibstoff beschlagnahmt. Außerdem hat die Finanzpolizei 19 Tonnen geschmuggelten Tabak beschlagnahmt. Sechs Personen kassierten eine Anzeige, vier davon wurden verhaftet.

Öffentliche Beiträge

28 Personen wurden angezeigt, weil sie unrechtmäßig öffentliche Beiträge in Höhe von rund 518.000 Euro einkassiert haben. 85 Ermittlungen hat die Finanzpolizei im Auftrag der nationalen und der europäischen Gerichtsbarkeit durchgeführt. Dabei wurden 183 Personen angezeigt und 218 weitere dem Rechnungshof gemeldet. Insgesamt ging es um einen Schaden zulasten der öffentlichen Hand in Höhe von 192 Millionen Euro. 125.000 Euro davon betreffen das Gesundheitssystem.

Die Finanzpolizei hat zudem Betrugsfälle in Zusammenhang mit EU-Geldern im Wert von 28,5 Millionen Euro aufgedeckt.

Außerdem hat die Finanzpolizei bei gemeinsamen Kontrollen mit dem Nationalen Fürsorgeinstitut INPS festgestellt, dass Bürgergeld in Höhe von 176.000 Euro unrechtmäßig beantragt worden ist. 142.000 Euro wurden bereits ausgezahlt. Gegen 26 Personen wurde Anzeige erstattet.

In Zusammenhang mit öffentlichen Aufträgen hat die Finanzpolizei sieben Personen wegen Korruption und anderer Vergehen gegen die öffentliche Verwaltung angezeigt. Bei den Aufträgen ging es um Beträge in Höhe von 14 Millionen Euro.

Kampf gegen die Mafia

Auch die Südtiroler Finanzpolizei ging gegen die organisierte Kriminalität vor. In insgesamt 15 Einsätzen wurden 32 Personen wegen Geldwäsche angezeigt. Güter im Wert von 4,5 Millionen Euro wurden beschlagnahmt.

Drei Personen hat die Finanzpolizei hingegen wegen Wucherei angezeigt. Über zwei Millionen Euro sind in diesem Zusammenhang beschlagnahmt worden.

Besitztümer von 35 Personen hat die Finanzpolizei aufgrund von Antimafia-Gesetzen überprüft. Güter im Wert von 820.000 Euro wurden konfisziert.

Die Finanzpolizei hat zehn Personen wegen Drogenhandels verhaftet. 39 Kilogramm Rauschgift wurden insgesamt beschlagnahmt.

Markenfälschung

Die Finanzpolizei hat zudem 8,5 Millionen gefälschte Markenprodukte beschlagnahmt. Acht Personen wurden angezeigt.

Beschlagnahmt wurden außerdem 8,4 Millionen Atemschutzmasken, die den Sicherheitsstandards nicht entsprachen.

400 Hilfseinsätze

Die Finanzpolizei ist zu 400 Hilfseinsätzen ausgerückt, um insgesamt 428 in Not geratene Personen zu retten. Neben Hubschraubern und Drohnen setzt die Finanzpolizei auch in anderen Fällen auf moderne Technik, wie etwa mit den IMSI-Catchern: Das sind Geräte, mit denen die auf der SIM-Karte eines Mobiltelefons gespeicherte International Mobile Subscriber Identity ausgelesen und der Standort eines Mobiltelefons innerhalb einer Funkzelle eingegrenzt werden kann.

Im Rahmen der Corona-Pandemie hat die Finanzpolizei über 330 Personen eine Geldstrafe verhängt, drei weiter Personen wurden angezeigt.

Von: mk

Bezirk: Bozen

Kommentare

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6 Kommentare auf "Steuervergehen in Südtirol: 18 Millionen Euro beschlagnahmt"


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Scarface
Scarface
Grünschnabel
1 Monat 15 Tage

Die Finanzpolizei tut so, als wären all diese Vergehen und Straftaten auch als solche von Gerichten festgestellt. Die einschlägigen Statistiken hingegen zeigen seit Jahrzehnten, dass von den „aufgedeckten“ „vermeintlich“ nicht erklärten Einkommem, ein Anteil im einstelligen Prozentbeteich auch gerichtlich festgestellt und vom Staat eingehoben werden kann. Die Effizienz der Finanzpolizei ist seit je her dürftig.

N. G.
N. G.
Kinig
1 Monat 14 Tage

Na, viele scheinen den Unterschied zwischen: zur Anzeige gebracht und definitiver Verurteilung nicht zu kennen. Alles muss bewiesen werden!
Besonders hier liest man das besonders oft. Manche würden am liebsten Strafen ihne Gerichtsverfahren verhängen. Das sie selbst mal in die Lage kommen könnten, selbst unschuldig, sich verteidigen zu müssen, kommt denen nicht in den Sinn.

Kinig
1 Monat 15 Tage

Und vielleicht noch fleißig die Hände aufgehalten, wenn es in der Corona Zeit Subventionen gab.

Kingu
Kingu
Superredner
1 Monat 15 Tage

Das Bild beweist wieder einmal, die Leute sind definitiv nicht zu faul zu arbeiten, die Beträge, die für das Bürgergeld ausgegeben worden sind, doch lächerlich gering. Im Gegensatz dazu sind die weit über 20 Mio. an betrogenen EU-Fördergelder doch schon eher ausschlaggebend, weil wer in unserem Land bekommt am meisten von diesen Geldern, einmal definitiv nicht Arbeitnehmer.

Entequatch
Entequatch
Tratscher
1 Monat 14 Tage

Das sterersystem muss gerechter werden und steuerhinterziehung in solchem ausmass ist kein kavalliesdelikt, beträge erschleichen auch nicht… eigenerklärungen haben abgeschafft zu werden

pingoballino1955
pingoballino1955
Superredner
1 Monat 14 Tage

Die Kleinen fängt mandie grossen lässt man laufen????😡😡😡

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