Nekkaz machte mit der Exekutive Bekanntschaft

Strafe für algerischen Millionär wegen Verkleidung in Wien

Montag, 09. Oktober 2017 | 14:21 Uhr

Der algerisch-französische Geschäftsmann Rachid Nekkaz, der alle Strafen nach dem österreichischen “Burka-Verbot” bezahlen will, wird nun selbst eine Geldbuße leisten müssen. Der Aktivist war verkleidet vor dem Außenministerium erschienen, wo er einen Menschenauflauf verursachte. “Ich provoziere nicht, dieses Gesetz ist eine Provokation”, begründete er seine Aktion.

Im schwarzen Anzug, oranger Maske und Hut trat Nekkaz auf dem Wiener Minoritenplatz auf. Umgehängt hatte er sich ein großformatiges Foto von Außenminister Sebastian Kurz (ÖVP), das mit 100-Euro-Noten gespickt war. Laut eigener Aussage geht es ihm nicht bloß um Provokation, vielmehr bezeichnete er sich als Kämpfer für Menschenrechte, wie er es auch in seiner Heimat Algerien getan hatte. Auch mit Kurz würde er gerne über dieses Thema sprechen.

Zuerst machte Nekkaz aber Bekanntschaft mit der Exekutive: Beamte unterbrachen den turbulenten Medienauftritt und baten den Millionär, die Maske abzunehmen. Es folgte eine viertelstündige Amtshandlung in den Räumen des Innenministeriums, die eine Strafe von 50 Euro zur Folge hatte. Stolz präsentierte Nekkaz danach das Strafmandat und lobte die “sehr freundlichen” Polizisten. “Ich wäre sehr froh, wenn es in meiner Heimat Algerien auch so wäre.”

Zu emotionalen Wortgefechten mit Beschimpfungen kam es während des Auftritts auch unter dem Publikum der Aktion. Mehrere Männer, offensichtlich aus dem arabischen Raum, zankten sich dabei mit Befürwortern des Verhüllungsverbots. Zu ernsthaften Vorfällen kam es dabei aber nicht.

Außenminister Kurz ließ die Aktion des Geschäftsmannes Rachid Nekkaz unbeeindruckt. ‘Wir lassen uns nicht beirren und werden dem Druck eines algerischen Millionärs sicher nicht nachgeben”, reagierte er am Montag in einer schriftlichen Stellungnahme gegenüber der APA auf den Auftritt vor seinem Ministerium.

Dass Nekkaz in Österreich die Strafe für Frauen bezahlen will, die Nikab oder Burka tragen, ist laut Kurz “ein Versuch, unsere Gesellschaft zu beeinflussen, den wir nicht hinnehmen werden”. Die Vollverschleierung sei “ein Symbol der Gegengesellschaft und des politischen Islamismus, und diesen bekämpfen wir entschieden”, meinte er weiter. “Wir stehen zu unseren europäischen Werten, wie der Gleichstellung von Mann und Frau. Diese werden wir weiterhin unbeirrt verteidigen.”

Von: apa

Kommentare

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6 Kommentare auf "Strafe für algerischen Millionär wegen Verkleidung in Wien"


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Mistermah
Mistermah
Universalgelehrter
8 Tage 5 h

Strafe an Einkommen orientieren, statt 50€. Anzeige wegen volksverhetzung und Aufruf zum Gesetzesbruch

denkbar
denkbar
Universalgelehrter
7 Tage 15 h

Die totale Verhüllung der Frauen darf nicht sein. Gut, dass Österreich den Mut hatte das durchzusetzen und wird auch rechtliche Schritte gegen diesen Mann durchsetzen.

Tantemitzi
Tantemitzi
Superredner
8 Tage 4 h

I frogat den amol ob se in Algerien für INS  ba ihre Gesetze Ausnahmen mochatn???  

ivo815
ivo815
Universalgelehrter
7 Tage 15 h

Kurz kämpft mit einem Burkaverbot für die Gleichstellung der Frau in Österreich. Klingt ein wenig, wie wenn jemand bei einem Vollbrand in die Flammen pinkelt. Es handelt sich schlicht um verdeckten Rassenhass. Das sind die Fakten http://diepresse.com/home/ausland/welt/5108247/Oesterreich-faellt-bei-der-Gleichstellung-der-Frau-ab

denkbar
denkbar
Universalgelehrter
7 Tage 13 h
Lieber Ivo, ich denke das Problem ist komplex, aber: – viele Frauen in muslimischen Staaten kämpfen schon lange um die Freiheit sich zeigen zu dürfen und es ist für mich gut nachvollziehbar, dass diese Frauen die Welt nur durch einen Schlitz betrachten zu wollen; – das Verbot sei in einem Umfeld entstanden, in dem es sich vor dem Wüstensand schützen musste, so behaupten progressive Islamexperten; – diese meinen auch, aus dem Koran lasse sich die Burkapflicht nicht herleiten. Der europäische Gerichtshof urteile 2014, dass das französische Gesetz des Verhüllungsverbots menschenrechtskonform sei. Ich verstehe aber auch deine Bedenken, denn so ein… Weiterlesen »
Staenkerer
7 Tage 23 h

des kling so ungefähr als wenn a gutbetuchter italiener olle strofzettl der folschparker übernahm und damit inditeckt auffordert a gsetz zu brechn!
wenn schun gsetz, nor soll a derjenige büßen der es ünertretet! wenn es geld nit reicht soll er es holt oborbeitn müßen, sunscht verpufft de wirkung!

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