Schleppende Aufarbeitung hat Kritik hervorgerufen

Strafverfolgung von “Red-Bull”-Erben eingestellt

Donnerstag, 23. Juli 2020 | 21:50 Uhr

Die Strafverfolgung des thailändischen “Red-Bull”-Erben Vorayuth Yoovidhya wegen des Todes eines Motorradpolizisten im Jahr 2012 ist eingestellt worden. Auch ein drei Jahre alter internationaler Haftbefehl gegen ihn wurde aufgehoben, gab die thailändische Polizei am Donnerstag bekannt.

Der als Playboy mit dem Spitznamen “Boss” bekannte Millionenerbe soll den Beamten am 3. September 2012 in Bangkok mit seinem Ferrari überrollt, mitgeschleift und danach Fahrerflucht begangen haben. Der Haftbefehl gegen ihn war 2017 ausgestellt worden, nachdem Vorayuth Yoovidhya acht gerichtliche Vorladungen ignoriert hatte. Die schleppende Aufarbeitung des Vorfalls hat in Thailand bereits viel Kritik und den Vorwurf hervorgerufen, das Justizsystem bevorzuge Reiche.

Der mittlerweile 35-Jährige ist der Enkel des verstorbenen Mitbegründers des Getränkekonzerns “Red Bull”, Chaleo Yoovidhya. Der Österreicher Dietrich Mateschitz adaptierte dessen Getränk “Krating Daeng” für den westlichen Geschmack und gründete 1987 gemeinsam mit Chaleo Yoovidhya den Energydrinkhersteller “Red Bull”. Chaleo Yoovidhya galt zum Zeitpunkt seines Todes im Jahr 2012 mit einem geschätzten Vermögen von 5 Mrd. US-Dollar (heute 4,32 Mrd. Euro) als drittreichster Thai.

Von: APA/ag.