Auf Straßen gestürzte Bäume bereiteten Probleme

Sturmtief fordert in Teilen Österreichs Einsatzkräfte

Montag, 24. Februar 2020 | 11:09 Uhr

Sturmtief “Yulia” ist am Sonntag und in der Nacht auf Montag über Österreich gefegt und hat erstmals in diesem Jahr für Höchstwerte über 20 Grad gesorgt. In Niederösterreich war der Süden am stärksten vom Sturm betroffen. Rund 200 Feuerwehreinsätze wurden alleine in den Bezirken Wiener Neustadt, Baden und Neunkirchen verzeichnet. Am Semmering wurden Windspitzen von 180 km/h gemessen.

In Niederösterreich trafen die ersten Alarmierungen laut Franz Resperger vom Landeskommando NÖ am Sonntagnachmittag ein. Bis Montag um etwa 4.00 Uhr waren in Summe 70 Wehren mit den Folgen des Sturmtiefs beschäftigt. Probleme bereiteten etwa auf Straßen gestürzte Bäume oder aus der Verankerung gerissene Plakatwände. Auch kaputte Dächer galt es dem Sprecher zufolge zu sichern. 5.000 Haushalte waren ohne Strom

Rund 130 Sturmeinsätze gab es im Bezirk Baden, wo ab 1.30 Uhr ein Regenschauer die Tätigkeiten der Helfer erschwerte. Die Freiwillige Feuerwehr Wiener Neustadt berichtete vom Eintreffen von Meldungen in der Bezirksalarmzentrale “im Sekundentakt”. Die Helfer waren etwa mit dem Sichern einer geborstenen Schaufensterscheibe beschäftigt. Mehrere umgestürzte Bäume blockierten die B54 und für wenige Minuten auch die Auffahrt von der B17 auf die Südautobahn (A2).

Betroffen vom Sturmtief war auch das Waldviertel. In Waidhofen a. d. Thaya rissen nach Angaben der örtlichen Feuerwehr Windböen einen Teil des Blechdachs eines Einfamilienhauses aus der Verankerung, wodurch ein Rauchfang umstürzte. Das lose Blech wurde in mühevoller Kleinarbeit wieder auf der Unterkonstruktion befestigt. Im Bezirk Zwettl mussten mehrere Bäume von Fahrbahnen beseitigt werden.

In Oberösterreich rückten 2.300 Einsatzkräfte aus. Einsätze gab es wegen Bränden aufgrund von Bäumen, die in Stromleitungen gestürzt sind, Pkw wurden durch umgestürzte Bäume eingeschlossen, dazu kamen Verkehrsunfälle, blockierte Straßen und abgedeckte Dächer.

Am Montag gegen 9.00 Uhr kehrte Ruhe ein. Am meisten zu tun gab es in den Bezirken Urfahr-Umgebung und Freistadt im Mühlviertel und in Kirchdorf an der Krems, berichtete das Landesfeuerwehrkommando. Besondere Einsätze betrafen ein Auto, das in Kleinzell von mehreren Bäumen eingeschlossen war, Bäume in Stromleitungen und daraus resultierende Brände in Neuhofen an der Krems und Großraming. In Gallneukirchen und Micheldorf wurden Dächer abgedeckt, in Steyr stürzten Schindeln von der Stadtpfarrkirche. In St. Wolfgang wurden bei einem Wohnhausbrand 35 Personen in Sicherheit gebracht.

Am Semmering verzeichnete die Wetterstation der Zentralanstalt für Meteorologie und Geodynamik (ZAMG) Windspitzen von 180 km/h. Insgesamt 44 Stationen registrierten über 100 km/h. Am Feuerkogel in Oberösterreich wurden Windspitzen von 172,1 km/h gemessen, am Buchberg in Niederösterreich waren es 150,8 km/h und am Jauerling 149,4 km/h. Über die Wetterstation am Sonnblick fegte “Yulia” mit 136,8 km/h hinweg, am Brunnenkogel in Tirol gab es Spitzen mit 126 km/h.

Auf der Jubiläumswarte in Wien wurden Windspitzen von über 124 km/h erreicht. Die Feuerwehr musste in der Bundeshauptstadt zu 70 zusätzlichen Sturm-Einsätzen ausrücken, sagte Feuerwehrsprecher Gerald Schimpf am Montag der APA.

Am 23. Februar – eigentlich ja noch im Winter – wurden an gleich fünf Wetterstationen Höchstwerte von über 20 Grad gemessen. Am wärmsten war es in Innsbruck. Bei der Universität kletterte das Thermometer auf 20,7 Grad, am Flughafen auf 20,5 Grad. In Mattersburg im Burgenland erreichte der Höchstwert 20,4 Grad, in Eisenstadt waren es 20,2 Grad. Auch in Pottschach in Niederösterreich wurde mit 20,1 Grad die 20-Grad-Marke geknackt.

Von: apa

Kommentare

Hinterlasse einen Kommentar

Hinterlasse den ersten Kommentar!


wpDiscuz