Beweisverfahren bis Dezember verlängert

Verkehrsunfall in Luttach: Alkohol im Blut der Opfer gefunden

Dienstag, 19. Oktober 2021 | 11:29 Uhr

Das Beweisverfahren nach einem fatalen Verkehrsunfall in Luttach im Südtiroler Ahrntal mit sieben toten deutschen Touristen im Jänner des Vorjahrs wird Medienberichten zufolge verlängert. Mehrere Opfer seien zum Unfallzeitpunkt alkoholisiert gewesen, das Gutachten werde nun vertieft, um abzuklären ob auch Drogen konsumiert worden waren. Der letzte Termin der Beweissicherung wurde auf den 13. Dezember vertagt, teilte der Verteidiger des Verdächtigen, Alessandro Tonon, mit.

Damit wurde gegen den Hauptverdächtigen auch noch keine Anklage erhoben, denn die Akten ergehen erst nach der vollständigen Beweisaufnahme an die Staatsanwaltschaft, die wiederum die Anklage formuliert. Dem Unfalllenker wird mehrfache Tötung im Straßenverkehr vorgeworfen. Ihm drohen bis zu 18 Jahre Haft.

Ein Einheimischer war am 5. Jänner 2020 in Luttach im Ahrntal betrunken in eine Gruppe von deutschen Skitouristen gerast. Sechs waren sofort tot, eine Frau starb später im Krankenhaus. Die meisten Opfer kamen aus Nordrhein-Westfalen. Sie waren zuvor aus einem Shuttlebus ausgestiegen und überquerten die Straße, als es zu dem Unfall kam.

Nach Einschätzung eines gerichtlichen Gutachters dürfte der Lenker mit einer Geschwindigkeit von 90 km/h unterwegs gewesen sein, statt der erlaubten 50 km/h. Er hatte 1,97 Promille im Blut. Ein Gutachten hatte den Lenker im August 2020 teilweise entlastet. Demnach dürfte ein Teil der Touristengruppe in der Unfallnacht nicht den Zebrastreifen benützt haben. Außerhalb des Lichtkegels am Zebrastreifen seien Personen “nur schemenhaft” zu erkennen gewesen, hieß es.

Von: apa

Bezirk: Bozen

Kommentare

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7 Kommentare auf "Verkehrsunfall in Luttach: Alkohol im Blut der Opfer gefunden"


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nuisnix
nuisnix
Kinig
1 Monat 14 Tage

Was für eine Leistung der Untersuchungsprofis, jetzt nach bald 2 Jahren….

Hätten sich die Opfer – und auch der Täter – nicht eine etwas schnellere Bearbeitung verdient?
Der Schicksalsschlag ist schon schwer genug, aber was bei der Untersuchung und Aufbereitung abgeht, ist unter deren Würde!!!

DontbealooserbeaSchmuser
1 Monat 13 Tage

Traurig, den Opfern und Hinterbliebenen jetzt noch durch eine Mitschuld das Andenken und eventuelle Schadensersatzansprüche zu nehmen.

Die Versicherungssumme war auch so nicht ausreochend, für ihre bleibenden Behinderungen sollen die Verletzten angemessen entschädigt werden!

sepp2
sepp2
Superredner
1 Monat 14 Tage

interessantes Gutachten 90km/h ab 100 wäre die Strafe viel höher da es di doppelte Geschwindigkeit wäre. 1.97 Promille auch bei 2 Promille wäre die Strafe deutlich höher

Mezcalito
Mezcalito
Superredner
1 Monat 13 Tage

klar waren sie betrunken, wer läuft schon ohne zu schauen über die strasse

Krissy
Krissy
Universalgelehrter
1 Monat 13 Tage

Wären die jungen Leute bei 50 km/std. und 0,00 %o auch “schemenhaft” zu sehen gewesen?

BEATS
BEATS
Superredner
1 Monat 13 Tage

am ende bekommt der einzig nüchterne die strafe ab, und zwar der busfahrer

DontbealooserbeaSchmuser
1 Monat 12 Tage

Traurig, den Opfern und Hinterbliebenen jetzt noch durch eine Mitschuld das Andenken und eventuelle Schadensersatzansprüche zu nehmen.

Die Versicherungssumme war auch so nicht ausreichend, für ihre bleibenden Behinderungen sollen die Verletzten angemessen entschädigt werden!

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