Temperaturen um die 40 Grad

Teile Europas von Hitze und Bränden belastet

Samstag, 23. Juli 2022 | 15:58 Uhr

Hitze und Brände haben den Menschen in Griechenland auch am Samstag schwer zu schaffen gemacht. Ein großer Brand zerstörte den Wald des Dadia-Nationalparks, eines der größten Waldgebiete im Südosten Europas. Ein zweiter großer Brand tobte auf der Südseite der Ferieninsel Lesbos. Der Zivilschutz ordnete die Evakuierung der Ortschaft Vatera an. In Österreich war es erneut im Osten am heißesten, in Seibersdorf (NÖ) wurde am Nachmittag der Spitzenwert von 37,8 Grad gemessen.

Die Hitze und der tiefste Wasserstand seit Beginn der Aufzeichnungen 1965 verursachen Fischsterben im Neusiedler See. Die toten Tiere werden von Berufsfischern entfernt, berichtete Christian Sailer, Leiter des Hauptreferats Wasserwirtschaft beim Land Burgenland. Wegen der Größe des Sees sei allerdings kein generelles Umsiedeln wie im Zicksee möglich. Nachdem am Freitag tote Tiere bei Weiden am See entdeckt und entfernt worden waren, wurden am Samstag laut Sailer u.a. weiter südlich bei Illmitz verendete Fische gefunden. Gehäuft trete das Sterben nahe des Ufers und im Schilf auf, vereinzelt auch auf der freien Wasserfläche.

In Griechenland war die Brandlage dramatisch: Wegen der starken Rauchbildung suchten Einwohner von Vatera Zuflucht an den Stränden. Die Besatzungen von Booten der Küstenwache brachten sie dann in Sicherheit, berichtete das Staatsfernsehen. Mindestens zehn Häuser des Dorfes wurden beschädigt, berichteten örtliche Medien.

Schwierig blieb die Lage im Naturschutzgebiet von Dadia im Nordosten Griechenlands. Die Flammen zerstörten einen Biotop, wo zahlreiche Greifvögel und Wildtiere leben. Das Gelände ist dicht bewaldet, es gibt kaum Straßen. Aus diesem Grund versuche die Feuerwehr, aus der Luft mit Löschflugzeugen und Hubschraubern die Flammen einzudämmen, teilte ein Sprecher der Feuerwehr am Samstagnachmittag mit.

Der größte Teil der 86 Löschflugzeuge und Hubschrauber Griechenlands sei im Einsatz gegen die Flammen, so der Zivilschutz. Kleinere Brände tobten auf der Halbinsel Peloponnes, berichtete der staatliche griechische Rundfunk.

Trockenheit und hohe Temperaturen würden in den kommenden Tagen fast alle Landesteile Griechenlands heimsuchen und “die perfekte Kulisse” für weitere Brände schaffen, warnten Meteorologen. In Mittelgriechenland herrschten bereits am frühen Samstagmorgen Temperaturen um die 38 Grad. Stellenweise sollen die Thermometer am Nachmittag Werte von mehr als 40 Grad Celsius zeigen, teilte das Meteorologische Amt mit. Noch heißer soll es Anfang der nächsten Woche werden, die Hitze werde bis Anfang August andauern, hieß es.

Abkühlung fällt auch Touristen und Einheimischen auf Mallorca derzeit schwer: Auf der spanischen Urlaubsinsel sind dieser Tage nämlich nicht nur der Sand und die Luft sehr heiß – vor allem das Meereswasser erreicht ungewöhnlich hohe Temperaturen. Für die Playa de Palma mit der beliebten Partymeile “Ballermann” wurden am Samstag zum Beispiel 28,7 Grad vorhergesagt – fast vier Grad über dem langjährigen Schnitt für Juli (24,8 Grad).

Die Hitze soll allerdings ab Dienstag sowohl auf Mallorca als auch in anderen Teilen des Landes abklingen. Im Zusammenspiel mit einer seit Monaten anhaltenden Dürre und starken Winden hatten die hohen Temperaturen den Ausbruch und die Ausbreitung vieler Brände begünstigt. 2022 ist für Spanien bereits das verheerendste Waldbrand-Jahr seit Beginn der Erfassungen.

Die heftigen Waldbrände an der französischen Atlantikküste südlich von Bordeaux haben sich unterdessen nicht weiter ausgebreitet. Teilweise konnten die Einwohnerinnen und Einwohner am Samstag wieder in ihre Häuser zurückkehren. Die vor über einer Woche ausgebrochenen Waldbrände von Landiras und La Teste-de-Buch zerstörten mehr als 20.600 Hektar Land. Tausende Menschen mussten vorsichtshalber ihre Bleibe verlassen.

Von: APA/dpa

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