Tierwohl in der Mast ist finanzierbar

Tierwohl in der Mast macht Schnitzel nur sieben Cent teurer

Mittwoch, 17. März 2021 | 10:41 Uhr

Würden alle Forderungen des Tierschutzvolksbegehrens in der Schweinemast umgesetzt, würde das zu Mehrkosten von rund 50 Cent pro Kilo Schlachtgewicht führen würde. 35 Cent wären es, wenn bestehende Tierwohlförderungen einberechnet wären. Bei einem Schnitzel mit 200 Gramm blieben sieben Cent für den Konsumenten übrig, so die Bürgerinitiative oekoreich am Mittwoch.

Die Zahlen stammen aus einer in “Berichte über Landwirtschaft – Zeitschrift für Agrarpolitik und Landwirtschaft” veröffentlichen Studie von Leopold Kirner und Bernhard Stürmer. In der Maximalvariante “Tierwohlstandard 2” wird mit doppeltem Platzangebot (1,4 Quadratmeter pro Schwein), getrenntem Fress- und Liegebereich ohne Vollspalten, Einstreu und Auslauf und dem Verbot von Schwanzkupieren und betäubungsloser Kastration sowie mit gentechnikfreier Fütterung kalkuliert.

In der zweithöchsten Stufe, dem “Tierwohlstandard 1”, mit 1,1 Quadratmeter pro Schwein und ohne Vollspalten, mit Einstreu und Auslauf, seien es überhaupt nur noch 8,5 Cent pro Kilo oder weniger als zwei Cent pro Portion Schweinsschnitzel an Mehrkosten.

“Die Studie von Prof. Kirner belegt eindrucksvoll, dass die Umsetzung der Forderungen des Tierschutzvolksbegehrens nicht nur realistisch, sondern auch leistbar ist”, so Sebastian Bohrn Mena, Sprecher von oekoreich, der Nachfolge-Initiative des Tierschutzvolksbegehrens. “Niemand kann sagen, dass das nicht bezahlbar wäre.” Nun läge es an der Politik die nötigen Mittel bereitzustellen. Insgesamt würden die Umstellungskosten selbst für die maximale Tierwohl-Variante wohl nur wenige Millionen Euro pro Jahr betragen.

Von: apa

Kommentare

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32 Kommentare auf "Tierwohl in der Mast macht Schnitzel nur sieben Cent teurer"


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Universalgelehrter
1 Monat 9 h

Dass in vielen Haushalten in D nahezu jeden Tag Fleisch auf den Tisch kommt, ist keine neue Erkenntnis. Massentierhaltung, Überproduktion, Übernutzung von Ressourcen und Billigpreise, für fast keinen Erzeuger kostendeckend, sind die Folge. Fleisch hat natürlich für die moderne 🙈 Hausfrau den Vorteil, sie braucht sich über das Kochen nicht viele Gedanken machen. Rein in die Pfanne, dazu Nudeln mit Sosse (Ketchup 🤮), eventuell noch ein fertiggeputzter Mischsalat aus der Frischetheke, in 15 Minuten alles fertig !! 😭

corona
corona
Superredner
1 Monat 8 h

mir kimp zi speibn, wenn i dein Rezept lies… 😉
Fakt isch, dass heintzitog viele (Frauen wia Mando) net kochn kennen oder net die Zeit dofir homm odo sich oanfoch et die Zeit dofir nemm welln.

Faktenchecker
1 Monat 8 h

coro da stimme ich Dir zu. Wie es in den Küchen aussehen mag.

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Universalgelehrter
1 Monat 7 h

@corona..ist kein Rezept von mir, sondern eine Tatsachenbeschreibung !!

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Universalgelehrter
1 Monat 7 h

@corona..habe ich etwas Anderes geschrieben ? Oder hast du die “moderne” 🙈 Hausfrau übersehen ?

Faktenchecker
1 Monat 7 h

coro wir haben ihn erwischt.

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Universalgelehrter
1 Monat 5 h

@Faktenchecker..oh Fakti, du checkst es wirklich gar nicht. Würde dieses ganze Billigfleisch nur 1 Monat komplett in den Supermarktregalen liegen bleiben, wären 1. die Erzeuger, Produzenten, Händler ganz schnell an ihren Grenzen. Erinnere dich an das Geschrei vieler Massentierhalter, als Thönnies nicht schlachten durfte. 2. würde nicht ein einziger Mensch deswegen verhungern. Ich beziehe mein weniges Fleisch nach wie vor direkt vom Bauern mit Weidehaltung und -schlachtung. Das ist mein kleiner bescheidener Beitrag zum artgerechten Umgang mit Nutztieren und mir jeden zusätzlichen Euro wert.

Parteikartl
Parteikartl
Tratscher
1 Monat 10 h

Des sogt schun die deitsche Agrarminischterin Klöckner, sie betreibt ausschließlich “Lobbyarbeit”, …. Einen Mehrverdienst für die Bauern, wer kontrolliert die Ställe, wo es heute schon an Kontrollorganen mangelt.
Alles nur Rauch….

Zugspitze947
1 Monat 10 h

Parteukartl: in deutschland wird sehr wohl kontrolliert,ausserdem kann es jeder/de MLEDEN wenn einem was auffällt 😊

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Universalgelehrter
1 Monat 9 h

@Zugspitze947…würdest du das auch behaupten, wenn die Dame nicht in der CDU wäre ? Wo auch immer der Parteikartl seine Infos her hat, sie treffen mehr !! als zu.

bern
bern
Universalgelehrter
1 Monat 11 h

Die Rechnung mag richtig sein, aber der EU-Bauer wird das Geld nie im Leben kriegen. Lieber kaufen die großen Handelsketten Fleisch aus Südamerika und finanzieren damit das Abbrennen des Regenwaldes.

Spiegel
Spiegel
Universalgelehrter
1 Monat 9 h

Die Deutsche Autoindustrie unterstützt das.

Faktenchecker
1 Monat 7 h

spiegel

Fahren die die Schnitzel platt?

Echt iaz
Echt iaz
Tratscher
1 Monat 10 h

Des mog olls richtig sein obor die Probleme sein ondore. Jede Familie isch mitlerweile donk insore enormen Lebensunterhalts kostn gezwungen isch Preise zu vergleichn und afs Monat odor Johr gerechnet kimp do nor decht epas ausor. Es war högste Zeit die Gehälter in die Preise unzupasstn. So terf man sich net wundern das viele is billige kafn gleich wos drin isch

Susi
Susi
Tratscher
1 Monat 6 h

@echt iaz
Es Problem isch dass hait a Handy, EBike, 3 Urlaube, jedes Munat nuie Schuach und Klamotten, Tv Streaming, Prime Abo, etc mehr Wert isch, wia gsundes Essen. Sem werd geklemp und net af Tierwohl und Umwelt gschaug. Olls ondre konn tuier genua sein. Verzichtet werd sem af nix mehr.

Echt iaz
Echt iaz
Tratscher
1 Monat 5 h
@Susi wenn jemand Vollzeit orbatn geat sollat a Urlaub is Johr schun drin sein wenn man umbedig will. I brauch z.B. koan Urlaub weil mir sel nicht sog und i liabor afn Berg untorwegs bin. 3× is Johr in Urlaub weart nor schun gor awian übertriebn sein. A Handy weart heint oanfoch gebraucht und i gea gonz stork dorfun aus das du sel a oans hosch und jeder der a E-Bike hot tuat sich epas guates weil er epas für seine Gesundheit tuat. Es konn obor net sein das ba ins dor Benzin im 1 drittl teurer isch wia z.B… Weiterlesen »
Neumi
Neumi
Kinig
1 Monat 10 h

Das wundert mich jetzt aber … normalerweise bezahlt man für “heimische Produktion” und “Bio” mindestens ein Drittel mehr.Für 7 Cent Unterschied pro Mahlzeit greif ich gerne zum Bio-Rind.

Spiegel
Spiegel
Universalgelehrter
1 Monat 9 h

Niemals Bio, die schlimmste Marke im Lebensmittelbereich

corona
corona
Superredner
1 Monat 8 h

Naja, ganz bio ist es mit diesen Verbesserungsmaßnahmen noch nicht, da musst du schon doch noch tiefer in die Tasche greifen. Aber das erbärmlichste Tierleid wäre mit diesen Maßnahmen halt einmal überwunden. Die EU bildet sich doch in Sonntagsreden immer so viel auf die humanen Standards ein… bei der Tierhaltung und der Seenotrettung von Flüchtlingen werden die moralischen Standards aber ganz leise auf 0 (in Worten: Null) gestellt!

Jiminy
Jiminy
Kinig
1 Monat 9 h

Tierwohl? Ja vielleicht wenn es um den eigenen Hund geht… Wenn es um der Schnitzel geht, dann schaut man nur an’s Wohl der Brieftasche!

Orschgeige
Orschgeige
Universalgelehrter
1 Monat 10 h

Viel zu teuer, Geiz ist geil! Umwelt und Gesundheit gehen zur Sau.

Reader
Reader
Grünschnabel
1 Monat 10 h

Verblödung ist gratis

Faktenchecker
1 Monat 9 h

Beim Schlachter vor Ort kaufen und das Zeug in Plastik beim Discounter liegen lassen.

corona
corona
Superredner
1 Monat 9 h

Die Rechnung wird für die Umstellung allein schon richtig sein. Ein effizientes und flächendeckendes Kontrollsystem würde die Kosten um einiges in die Höhe treiben.
Wenn der Politik damit Ernst wäre, könnte man das aber alles ganz leicht umsetzen. Komplexer wird’s, wenn man durch protektionistische Maßnahmen die heimigen Großketten zwingen möchte ethisch produziertes inländisches Fleisch zu verwenden. Da bräuchte es rigorose Einfuhrzölle gegenüber Schwellen- und Entwicklungsländern. Und dann fängt das Geschrei an anderer Stelle an, und die Staaten dürfen das nicht alleine, sondern nur die EU und blablabla…

wellen
wellen
Universalgelehrter
1 Monat 8 h

Über solche Berechnungen bekommt man kein Tierwohl hin. Einzige Möglichkeit: Konsumentenstreik! Wo keine Nachfrage, da auch keine Massenhaltung. Aufhören Fleisch zu essen. Und zwar radikal, sonst ändert sich nix. Ist auch gesünder.

Faktenchecker
1 Monat 7 h

Nur Fleisch vom Schlachter kaufen.

Reitiatz
Reitiatz
Universalgelehrter
1 Monat 9 h

do wahr die EU gfrog mit a poor gscheide gesetze, ober die gscheidian kümmern sich jo lieber um bugglte bananen 🙄🙄

corona
corona
Superredner
1 Monat 8 h

Moderner Mythos. Diese EU-Norm gibt’s nicht (mehr). Ist dereguliert worden wie so vieles.

nuisnix
nuisnix
Universalgelehrter
1 Monat 7 h

Vielleicht mal kurz darüber nachdenken, auf das Schnitzel zu verzichten…???

nuisnix
nuisnix
Universalgelehrter
1 Monat 7 h

Andere Überlegung:
Im Garten steht ein sündhaft teurer Hochleistungs-Grill, der mit allen Finessen ausgestattet ist…

…beim Fleisch wird dann aber gespart, weil das landet ja doch nur in meinem Magen…

Verstehe das wer will… ich nicht!!!

Einheimischer
Einheimischer
Superredner
1 Monat 8 h

Geht zum einheimischen Metzger und verlangt einheimischen Produkte…
Ihr habt ein top Qualität und der einheimische Metzger dankt es euch, denn er kann Überleben…

Faktenchecker
1 Monat 9 h

Unser Umgang mit Tieren:

“Irrlichterndes Schiff mit 1700 Kühen ankert zwischen Mallorca und Menorca”

https://www.mallorcamagazin.com/nachrichten/lokales/2021/03/17/88723/irrlichterndes-schiff-mit-1700-kuhen-ankert-zwischen-mallorca-und-menorca.html

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