Gegenseitige Hilfe findet Anerkennung auf Facebook

Tirol: Asylwerber helfen bei Aufräumarbeiten

Mittwoch, 17. Juni 2015 | 16:55 Uhr

Sellrain/See – Rund 50 Flüchtlinge vorwiegend aus Oberperfuss und der Region Landeck haben der schwer getroffenen Bevölkerung von Sellrain und See nach den verheerenden Unwettern bei den Aufräumarbeiten geholfen. Auch auf Facebook zeigt man sich über den Einsatz und die Solidarität erfreut.

Das Land Tirol ließ auf Anregung vom Tiroler Landeshauptmann Günther Platter über die „Tiroler Soziale Dienste“ in Flüchtlingsheimen erheben, ob AsylwerberInnen zur Mithilfe bei den Aufräumarbeiten bereit seien. „Spontan haben sich 50 Asylwerberinnen und Asylwerber freiwillig gemeldet und stehen für Hilfseinsätze im Sellrain- und Paznauntal bereit. Ich freue mich über diese gelebte Solidarität und möchte hier meiner großen Wertschätzung Ausdruck verleihen“, erklärte Platter.

In einer ersten Phase wurden Aufräumarbeiten besonders in gefährlichen Bereichen durch professionelle Teams der Freiwilligen Feuerwehren und des Österreichischen Bundesheeres wahrgenommen. „Nach der Beseitigung der ärgsten Überflutungs- und Vermurungsschäden ist die Arbeit aber lange noch nicht erledigt – von der Beseitigung von Flurschäden bis zu diversen Reinigungsarbeiten“, betonte Platter.

Auch Soziallandesrätin Christine Baur zeigte sich vom Mitgefühl und der Hilfsbereitschaft der Asylwerber beeindruckt. „Wir haben auch die Vorbereitungen zu einer entsprechenden Ausrüstung der Flüchtlinge für diesen Hilfseinsatz vorgesehen.“

Platter und Christine Baur freuen sich: „In schwierigen Zeiten zählt nur mehr Solidarität und Menschlichkeit. Das zeigen uns diese Flüchtlinge auf beeindruckende Art und Weise. Auch wir sind verpflichtet, diesen Menschen respektvoll und freundlich entgegenzukommen.“ Platter will die Möglichkeiten für gemeinnützige Arbeiten durch AsylwerberInnen insgesamt ausbauen. „Die Flüchtlinge sollen während des Asylverfahrens nicht zum untätigen Warten verurteilt sein, sondern eine Beschäftigung haben. Dazu werden wir auch über die Freiwilligenzentren vermehrt Angebote schaffen.“

Die Begeisterung über die Zusammenarbeit zeigt sich auch in den sozialen Netzwerken. „Danke an de Flüchtlinge und an in Sascha T . Fiar de Idee ! Mir finden des gewaltig ! Weil mir Menschen sein alle ausm gleichen Material! Gegenseitige Hilfe statt einseitiger Ablehnung !!“, heißt es wörtlich auf der Facebookseite „Mein Herz schlagt für Tirol“

Von: ©mk/land tirol